"Annullierung der Saison wäre die fairste Regelung"

Wie geht es mit der Saison weiter? SC Inzell bezieht Stellung

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Die Abteilungsleiterin des Kreisligisten ist der Meinung, dass die Saison abgebrochen und am 1. September neu gestartet werden sollte.

Inzell - Der Spielbetrieb ruht bis auf Weiteres im bayerischen Amateurfußball. Beinschuss.de hat beim Kreisligisten SC Inzell nachgefragt, ob die Saison zu Ende gespielt oder abgebrochen werden sollte.

Wie geht es weiter mit der Saison im Amateurfußball? Der Deutsche Fußballbund und der Bayerische Fußball-Verband haben mit einer Änderung der Spielordnung den Weg geebnet, dass die Spielzeit über den 30. Juni hinaus verlängert wird. BFV-Präsident Rainer Koch plädiert aktuell dazu, die Saison zu Ende zu spielen. Beinschuss.de hat bei Erika Pohlner, Abteilungsleiterin des SC Inzell, nachgefragt, wie sie zur aktuellen Diskussion steht.


Hallo Frau Pohlner, wie stehen Sie zu der Entscheidung, dass die Saison zu Ende gebracht wird?

Erika Pohlner: "Wir hier im Verein finden es nicht gut, wenn die Saison weitergespielt wird. Keiner kann momentan vernünftig planen und trainieren. Wie soll auch sowas funktionieren, wenn man die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten soll? Keiner soll sich weniger als 1,5 Meter nähern, keiner darf nach dem Training beziehungsweise den Spielen duschen? Das tägliche Leben wird in jeder Weise runtergefahren und wir sollen Fußball spielen? Ich finde, dass passt in keinster Weise zusammen."


Wäre ein Abbruch der Saison für Sie auch eine Lösung?

Pohlner: "Eine Annullierung der ganzen Saison wäre für mich die fairste Regelung, einfach die Saison 2019/20 wiederholen mit einem vernünftigen Start am 1. September. Wie soll denn ein Abbruch stattfinden? Mit dem Tabellenstand von jetzt in die neue Saison gehen? Man sollte schon die Kirche im Dorf lassen, hier geht es um Fußball – nicht um Leben und Tod! Ich weiß, die wichtigste Nebensache der Welt, mir fehlt der Fußballsport genauso, aber hier gibt es sicherlich Wichtigeres zu überlegen."

Der Bayerische Fußball-Verband gab am Donnerstag bekannt, dass in Bayern keine Geisterspiele im Amateurfußball stattfinden werden. Begrüßen Sie die Entscheidung?

Pohlner: "Ja! Geisterspiele haben mit dem Fußballsport nichts zu tun, es wird doch auch gespielt um die Fans zu unterhalten. Dann lieber keine Spiele! Dann würde ich gleich mit der Saison abschließen und nicht mit Gewalt diese Saison weiterführen."

Wie beurteilen Sie das Krisenmanagement des BFV?

Pohlner: "Das Krisenmanagement beim BFV finde ich hervorragend. Beim Webinar vor einigen Wochen, brachten uns die Verantwortlichen Schrautner, Hauke und Gardill ihre Überlegungen und Pläne näher. Abschließend möchte ich sagen, dass es sowas noch nie gegeben hat, deshalb lasst uns doch zusammenhalten und unsere Wünsche hinten anstellen. Jetzt geht es darum, diese Krise bestmöglich zu überstehen und wenn wir das vernünftig machen, könnten wir alle im Herbst wieder mit der schönsten Nebensache der Welt beginnen."

Danke für das Interview.

ma



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