Beinschuss.de spricht mit Spielern über die aktuelle Situation

Siegsdorfs Huber: "Es wird Vereine geben, die in den sauren Apfel beißen müssen"

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Maxi Huber vom TSV Siegsdorf ist sich sicher, dass der Verband am Ende eine Lösung findet, die für alle Vereine akzeptabel sein wird.

Siegsdorf - Der Spiel- und Trainingsbetrieb im Amateurfußball ruht wegen der Corona-Pandemie in ganz Bayern. Beinschuss.de hat bei Maxi Huber vom TSV Siegsdorf nachgefragt, wie er sich die Zeit vertreibt und wie er sich fit hält.

Die Corona-Krise legt den Amateurfußball lahm. Bis mindestens 19. April finden vorerst keine Spiele statt, diese Maßnahme könnte allerdings von Seiten des Bayerischen Fußball-Verbandes verlängert werden.


Beinschuss.de spricht mit den Spielern aus der Region, wie sie mit der derzeitige Situation umgehen, wie sie sich fit halten und was sie am meisten vermissen. Maxi Huber, Spieler des Kreisligisten TSV Siegsdorf, stellte sich nun den Fragen.

Hallo, die wichtigste Frage vorne weg: Wie geht es Ihnen?


Maximilian Huber: "Vielen Dank, mir geht es sehr gut. Auch im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis sind alle wohl auf."

Wie gehen Sie mit der aktuellen Lage um?

Huber: "Im Endeffekt bleibt mir leider nichts anderes übrig, als die Lage so zu akzeptieren wie sie im Moment ist und einfach das Beste daraus zu machen. Vor vier oder fünf Wochen hätte ich mir niemals vorstellen können, dass es in unserer Region jemals so weit kommen würde. Ich bin froh, dass ich meinen Beruf ohne Einschränkungen weiter ausüben kann, was in diesen Tagen leider auch nicht für alle selbstverständlich ist. Natürlich versuche ich auch meinen Teil dazu beizutragen, die Pandemie zu verlangsamen, indem ich mich an die verordnete Ausgangsbeschränkung halte."

Wie vertreiben Sie sich die Zeit?

Huber: "Ich gehe jeden Tag normal zur Arbeit und da die Freizeit- und Sportmöglichkeiten am Abend sehr eingeschränkt sind zurzeit, kann man auch mal die ein oder andere Stunde länger bleiben (lacht). Generell versuche ich, trotzdem jeden Tag an die frische Luft zu gehen, sonst fällt einem zuhause ja irgendwann die Decke auf den Kopf."

Fanden Sie die Entscheidung richtig, dass der Spielbetrieb bis zum 19 April eingestellt wurde?

Huber: "Absolut! Ich fand es persönlich zwar sehr schade, dass wir nicht wie geplant in die Rückrunde starten konnten, aber ich denke, das war die einzig sinnvolle Entscheidung. Es ist schlimm genug, wenn man sieht, welche Ausmaße die Pandemie bereits angenommen hat. Da muss man auch ehrlich sagen, dass der Amateurfußball in dieser Situation die geringste Priorität hat."

Auch der Trainingsbetrieb ruht. Wie halten Sie sich derzeit fit bzw. wie trainieren Sie?

Huber: "Auch wir haben, wie wahrscheinlich die meisten anderen Mannschaften auch, Trainingspläne verteilt bekommen, die wir abarbeiten sollen. Natürlich nicht in Gruppen, sondern jeder für sich selbst, um dann zum Zeitpunkt x wieder fit ins Spielgeschehen einsteigen zu können. Ich persönlich schnüre mir meistens die Laufschuhe und gehe eine Runde joggen. Anschließend steht immer noch ein Kraft- und Stabilisationsprogramm auf dem Plan."

Wie geht der Verein mit der Situation um?

Huber: "Der TSV geht sehr sachlich mit dieser Situation um und befolgt auch jegliche Empfehlungen und Beschränkungen, die seitens BFV oder dem Freistaat beschlossen wurden. Wir werden immer auf dem Laufenden gehalten, was gerade Stand der Dinge ist.

Nach Ostern soll es nach aktuellem Stand wieder weitergehen. Wie geht es Ihrer Meinung nach mit der Punktspielrunde weiter?

Huber: "Um ehrlich zu sein kann ich mir aktuell nicht vorstellen, dass wir nach Ostern wieder mit der Punktspielrunde starten. Ich hoffe natürlich sehr, dass die Saison sportlich zu Ende gespielt werden kann. Aber wie gesagt ich kann es mir nur schwer vorstellen. Wir wissen ja aktuell nicht einmal, wie die Situation morgen oder übermorgen mit dem Corona-Virus aussieht. Von dem her ist es schwierig, einen Zeitpunkt zu nennen, ab dem wieder Fußball gespielt werden kann. Sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden können, wird es Vereine geben, die in den sauren Apfel beißen müssen und es wird Vereine geben, die als Gewinner aus dieser Krise hervorgehen. Der weitere Verlauf liegt nicht in unseren Händen, aber ich denke, der BFV wird eine Lösung finden, die für alle am Ende akzeptabel ist."

Zum Abschluss: Was vermissen Sie in dieser Zeit am meisten? Auf was freuen Sie sich, wenn die Krise überstanden ist?

Huber: "Ganz klar den Fußball und die Gemeinschaft innerhalb der Mannschaft. Jetzt sind wir gerade einmal zwei Wochen vom Trainingsbetrieb ausgeschlossen und es fühlt sich an wie eine kleine Ewigkeit. Klar hat man jetzt auch mal Zeit für andere Dinge, aber ich freue mich jetzt schon wieder, wenn ich mit den Jungs in der Kabine rumwitzeln kann, wir zusammen trainieren und nach dem Training gemeinsam im Sportheim einkehren können."

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dg



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