Beinschuss-Interview der Woche

Öttl über seine neue Aufgabe beim SC Inzell: „Die Vorfreude ist schon da“

Matthias Öttl spielt die Saison bei Salzburger AK noch fertig, dann übernimmt er den SC Inzell als Spielertrainer.
+
Matthias Öttl spielt die Saison bei Salzburger AK noch fertig, dann übernimmt er den SC Inzell als Spielertrainer.

Inzell - Matthias Öttl, der im zurückliegenden Jahrzehnt bei mehreren höherklassigen Teams in Österreich gespielt hatte, wird ab dem kommenden Sommer Spielertrainer beim SC Inzell. beinschuss.de hat mit dem 28-Jährigen über den Wechsel, seine neue Aufgabe und seine Karriere in Österreich gesprochen.

Im Sommer 2021 wird es beim SC Inzell eine Veränderung an der Seitenlinie geben. Dann übernimmt Matthias Öttl als Spieletrainer die Geschicke beim Kreisligisten. Aktuell steht der 28-Jährige noch beim Salzburger AK unter Vertrag und will dort die Saison zu Ende spielen.

Matthias Öttl: „Es wird ein schmaler Grad werden zwischen Freund und Trainer“

Damit kehrt der defensive Mittelfeldspieler zu seinem Heimatverein zurück, bei dem er in der Jugend spielte. Anschließend ging es für Öttl in die Jugend von RB Salzburg, wo ihm allerdings nicht der Durchbruch in die Profimannschaft gelang. Im Anschluss blieb er in seiner gesamtem Karriere in Österreich und spielte für den FC Pasching, Austria Salzburg, FC Grödig und dem Salzburger AK. Dabei spielte der Inzeller 25 Mal in der 2. Liga und absolvierte 17 Spiele im ÖFB-Pokal.

beinschuss.de hat mit Öttl im Interview der Woche über seinen Wechsel im Sommer zurück nach Inzell, seine neue Aufgabe als Spielertrainer und seine Karriere gesprochen.

Hallo Herr Öttl, Sie übernehmen ab Sommer den SC Inzell. Wie kam der Wechsel zurück zu Ihrem Heimverein zu Stande?
Matthias Öttl: Nachdem mein Vertrag im vergangenen Sommer bei Austria Salzburg nicht verlängert wurde, habe ich mir bereits überlegt, was ich machen will. In dieser Zeit hat mich Abteilungsleiterin Erika Pohlner bereits gefragt, ob ich mir eine Rückkehr als Trainer zum SC Inzell vorstellen kann. Doch dann kam der Wechsel zum Salzburger AK zu Stande und ich sagte ihr, dass wir uns im Winter gerne noch einmal darüber unterhalten können. Am Ende hat das jetzt perfekt gepasst, weil das mit meiner Familienplanung und meiner Arbeit gut zusammenpasst.
Wie blicken Sie den neuen Herausforderung ab Sommer entgegen?
Öttl: Die Vorfreude ist schon da. Das wird eine neue Erfahrung für mich. Ich habe meine komplette Laufbahn in Österreich verbracht und freue mich jetzt darauf, was Neues zu sehen. Das wird bestimmt eine schöne Erfahrung und wird mir Spaß machen.
Sie werden den SC Inzell als Spielertrainer übernehmen. Wie gehen Sie an diese Aufgabe an.
Öttl: Das wird mit Sicherheit nicht leicht, weil ich noch nie Trainer war. Ich muss jetzt alles managen und muss als Spielertrainer auf dem Feld alles im Blick haben. Das wird die größte Herausforderung werden. Aber ich kenne die meisten Spieler aus dem Team und gehe davon aus, dass ich super unterstützt werde.
Macht es den Einstieg leichter, wenn man mit einigen Spielern befreundet ist?
Öttl: Das ganze hat seine guten, aber auch seine nicht so guten Seiten. Es wird ein schmaler Grad werden zwischen Freund und Trainer. Ich will aber, dass alle Jungs mit Spaß dabei sind und wir erfolgreich Fußball spielen.
Haben Sie sich schon eine konkrete Zielsetzung gesetzt, wo es mit dem SC Inzell unter Ihrer Regie hingehen soll?
Öttl: Nein, das wäre jetzt noch viel zu früh. Ich weiß noch nicht, welche Spieler mir ab der kommenden Saison zur Verfügung stehen. Zudem kenne ich die Liga nicht und kann deshalb jetzt schwer eine Einschätzung abgeben. Erst wenn ich diese Fragen beantwortet kann, können wir über Ziele sprechen.
Sie haben mit 14 Jahren den Schritt nach Österreich in die Jugendakademie von RB Salzburg gemacht. Am Ende hat es nicht für die Profimannschaft gereicht. Sind Sie am Ende enttäuscht?
Öttl: Natürlich war es mein Ziel, mich in die 1. Mannschaft zu spielen und einen Profivertrag zu bekommen. Aber enttäuscht bin ich nicht. Man muss einfach ehrlich sagen, dass es zu mehr nicht gereicht hat. Ich bin sehr zufrieden was ich erreicht habe. Ich habe zehn Jahre in Österreich gespielt, habe mit Austria Salzburg beinahe jedes Jahr in der Regionalliga um den Aufstieg gespielt und habe Einsätze in der 2. Liga gesammelt.
Ihre längste Zeit war beim SV Austria Salzburg. Wie bewerten Sie den Verein?
Öttl: Es ist ein großes Traditionsverein, der eine große Fanbasis hat. Als ich 2012 dorthin gewechselt bin, war eine große Euphorie vorhanden, weil wir unbedingt in die 2. Liga wollten. Da war jedes Heimspiel ausverkauft und auch auswärts waren jede Menge Fans dabei. Der Verein hat ein riesen Potential und müsste eigentlich höherklassig spielen. Leider wurde der Verein finanziell gegen die Wand gefahren.
Aktuell spielen Sie beim Salzburger AK. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen wurde auch in Österreich der Spielbetrieb eingestellt. Wie bewerten Sie die aktuelle Situation?
Öttl: Wir haben bislang etwa 11. Spieltag absolviert, bis die Saison vorerst abgebrochen wurde. Es ist eine besondere Situation, wir mussten als Team einmal für zwei Wochen in Quarantäne. Am 11. Januar soll es mit Vorbereitung losgehen, aber ich kann mir das aktuell schwer vorstellen. Die Situation ist für uns Spieler natürlich ermüdend und die Motivation fit zu bleiben, ist jetzt nicht ganz so groß.
Sie spielen die Saison beim Salzburger AK fertig. Warum haben Sie sich gegen eine Wechsle im Winter entschieden?
Öttl: Ich habe zu den Verantwortlichen im Verein und zum Trainer ein sehr gutes Verhältnis. Wir kämpfen aktuell um den Klassenerhalt und ich will die Mannschaft dabei nicht im Stich lassen. Zudem bin ich Kapitän und ich will mich beim SAK nicht auf diese Weise verabschieden.
Herr Öttl, vielen Dank für das Interview

ma

Kommentare