Der Töginger hält nach Talenten Ausschau

Christoph Huber als Scout tätig - er vermittelt Fußballstipendium in den USA

Christoph Huber, Abteilungsleiter des FC Töging hofft, dass das Vereinsleben 2021 wieder ein wenig aufleben kann.
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Christoph Huber, Abteilungsleiter bem FC Töging, ist als Scout für die Agentur Warubi Sports tätig.

Auf professionellen Niveau Fußballspielen und gleichzeitig studieren? Und das auch noch im Ausland? Mit etwas Glück könnte dies für Talente aus unserer Region bald möglich sein. Denn Christoph Huber, Abteilungsleiter des FC Töging, sichtet jetzt junge Kicker für die Agentur „Warubi Sport“, die Stipendien an Collleges in den USA vermittelt.

Töging - Viele junge und ambitionierte Fußballer, die in einer höherklassigen Jugendmannschaft oder einem Nachwuchsleistungszentrum spielen, schaffen aus der A-Jugend nicht immer den Sprung in die 1. Mannschaft. Irgendwann stellt sich dann die Frage, ob sie den Fokus auf den Sport oder auf die berufliche Laufbahn legen sollen. Die Agentur “Warubi Sports” bietet jungen Menschen die Möglichkeit, beides miteinander zu verbinden. Sie ermöglichen Talenten nach dem Abitur ein Stipendium in den USA an einem College, wo sie neben dem Studium auch auf professionellen Niveau Fußball spielen können.

Huber hat eine Scout-Lizenz erworben

Christoph Huber, Abteilungsleiter beim FC Töging, ist nun als Scout für die Agentur mit Hauptsitz in Florida und Nebensitz in Dresden tätig und hält nach jungen Talente in unserer Region Ausschau. beinschuss.de hat mit dem 25-Jährigen über seine Tätigkeit, die Vorteile für die Spieler und die Bedingungen für Stipendium gesprochen.

“Ich bin eher zufällig dazu gekommen”, sagt Huber im Gespräch mit beinschuss.de. “Ich habe eine E-Mail an die Agentur geschrieben, einen Video-Call mit Geschäftsführer Christopher Griebsch gehabt und im Anschluss meine Scout-Lizenz in einem Online Programm absolviert.”

Dabei lernte der Abteilungsleiter des FC Töging, der schon immer eine Affinität für die Vereinigten Staaten hat, auf was er bei künftigen Talente achten muss, wer dafür geeignet ist, wie genau das College-System in den USA funktioniert und welche Möglichkeiten die jungen Spieler danach haben.

„Die Noten müssen passen und Sprachkenntnisse sollten vorhanden sein“

“Im Grunde halte ich nach Talente Ausschau, führe Gespräche mit den Spielern und den Eltern und fungiere als Vermittler”, erzählt der 25-Jährige. Dabei seien junge Spieler, die bereits in der U19-Bayernliga oder auch in der Bezirks- und Landesliga spielen, super für das Programm geeignet. Auch Frauen kommen für ein solches Stipendium in Frage. Voraussetzung: Die Spielerinnen und Spieler müssen mindesten 18 Jahre alt sein.

In den USA ist es üblich, dass sich die Universitäten mit sportlichen Erfolg schmücken, egal ob Basketball, Baseball oder American Football. Und da - wie es in Übersee genannt wird - “Soccer” voll im kommen ist, wird darauf auch mehr der Fokus gelegt. Und deshalb sind die Colleges immer auf der Suche nach den besten Athleten, die Siege für sie erringen.

Das Stipendium ist für zwei bis drei Jahre angesetzt. Dabei gibt es unterschiedliche Optionen, im besten Fall wird einem sogar die Verpflegung und Unterkunft vor Ort bezahlt. Doch nicht jeder Spieler oder Spielerin kann sich die besten Universitäten aussuchen. “Natürlich müssen die Noten passen und Sprachkenntnisse sollten vorhanden sein”, so Huber. Aber auch kleineren Hochschulen suchen immer nach den besten Sportlern.

Nach dem Studium besteht die Chance, über den Draft in die MLS zu kommen

Bevor die Talente nach Übersee zu ihrem Abenteuer aufbrechen, gibt es eine Vorlaufzeit von einem bis eineinhalb Jahren. Für Huber liegen die Vorteile für die jungen Männer und Frauen auf der Hand: „Sie können ihren Bachelor-Abschluss und auch noch den Master machen, sie spielen auf hohem professionellen Niveau Fußball und sammeln Erfahrungen im Ausland. Das hilft auch später, sollte es mit dem Fußball nicht klappen, für den beruflichen Weg.”

Nach der College-Zeit besteht sogar die Chance auf den Sprung in ein Profiteam in den USA. “Für die gute Spielerinnen und Spieler gibt es sogar die Möglichkeit, über den Draft - einer Art Berufung in den Profisport - in ein Team der Major League Soccer zu kommen.” Es ist also eine Win-Win-Situation sowohl für die Spieler als auch für das College.

Huber: „Es können sich auch Spieler und Spielerinnen direkt bei mir melden”

Ein Geheimtipp sind diese Stipendien nicht mehr, denn bereits über 1.000 Spieler haben diese Schritt gemacht. Ein Beispiel aus der Region ist der Ex-Wacker Burghausen Spieler Matthias Stingl. Der 23-Jährige verließ im vergangene Sommer den Regionalligisten und wechselte zu den UMass Lowell River Hawks, einer amerikanischen College-Fußballmannschaft der University of Massachusetts Lowell. Stingl unterschrieb für drei Jahre ein Sport-Stipendium und spielt neben seinem Studium in Fachrichtung Business Administration in der NCAA Division 1 America East (höchste Liga an allen amerikanischen Universitäten).

In Zukunft könnten also mehrere junge Talente aus der Region den Weg in die USA wagen. „Es können sich auch Spieler und Spielerinnen direkt bei mir melden”, betont Huber. “Wenn sie Videos von Situationen aus Spielen haben, können sie mir diese gerne zukommen lassen. Das ist aber nicht zwingend notwendig. Danach wird man sehen, ob die Person in Frage kommt.”

ma

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