"Das Wichtigste ist eine faire Lösung für alle"

Wie geht es mit der Saison weiter? SB Chiemgau Traunstein bezieht Stellung

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Jugendleiter Michael Brandner sieht in der Fortsetzung der laufenden Saison die fairste Lösung für alle.

Traunstein - Der Spielbetrieb ruht bis auf Weiteres im bayerischen Amateurfußball. Beinschuss.de hat beim Landesligisten SB Chiemgau Traunstein nachgefragt, ob die Saison zu Ende gespielt oder abgebrochen werden sollte.

Wie geht es weiter mit der Saison im Amateurfußball? Der Deutsche Fußballbund und der Bayerische Fußball-Verband haben mit einer Änderung der Spielordnung den Weg geebnet, dass die Spielzeit über den 30. Juni hinaus verlängert wird. BFV-Präsident Rainer Koch plädiert aktuell dazu, die Saison zu Ende zu spielen. Beinschuss.de hat bei Jens Eckl, Leiter des Nachwuchsleistungszentrum, und Michael Brandner, Jugendleiter der SB Chiemgau Traunstein, nachgefragt, wie sie zur aktuellen Diskussion stehen.

Hallo Herr Eckl und Herr Brandner, wie stehen Sie zu der Entscheidung, dass die Saison zu Ende gebracht wird?

Eckl/Brandner: "Aus unserer Sicht ist das die fairste Entscheidung. Die Vereine haben so auf jeden Fall eine gewisse Klarheit und Planungssicherheit, was die nächsten Wochen und Monate angeht. Hier werden mit Sicherheit im weiteren Verlauf noch Probleme auftreten, an die man jetzt noch gar nicht denkt . Aber, wie gesagt, die Fairness für alle steht hier im Vordergrund und unter diesem Aspekt ist es sicher die beste Lösung."

Wäre ein Abbruch der Saison für Sie auch eine Lösung?

Eckl/Brandner: "Für uns war das die Lösung, mit der wir eigentlich gerechnet haben und wäre natürlich auch weiterhin eine denkbare Alternative. Aber, wie oben schon erwähnt, gäbe es hier Leidtragende und  auf der anderen Seite Mannschaften, die davon profitieren würden. Es wäre halt schon ein fader Beigeschmack dabei. Den SB Chiemgau Traunstein würde dieser Fall bei der U13 hart treffen, die Mannschaft steht mit zwölf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze der Kreisliga und der Aufstieg in die Bezirksoberliga, die höchste Spielklasse in diesem Jugendbereich, ist eigentlich nur noch Formsache. Die U19 hingegen steht derzeit noch auf einem Abstiegsplatz in der Landesliga, hat aber zwei Spiele weniger und könnte noch aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen. Und gerade die U19 in der Landesliga zu halten, ist für uns sehr wichtig. Alleine diese beiden Beispiele zeigen, dass ein Abbruch der Saison schon nicht so einfach für alle Vereine zu akzeptieren wäre."

Der Bayerische Fußball-Verband gab am Donnerstag bekannt, dass in Bayern keine Geisterspiele im Amateurfußball stattfinden werden. Begrüßen Sie die Entscheidung?

Eckl/Brandner: "Im Jugendbereich wären Geisterspiele, außer in der U19, im Prinzip möglich gewesen. Wir haben ein großes Gelände und die Abstandsregeln wären durchaus umsetzbar. Für die 1. Mannschaft wären Geisterspiele auf keinen Fall in Frage gekommen, weil der Verein irgendwo Einnahmen generieren muss, um wirtschaftlich überleben zu können. Und die 1. Mannschaft ist eben unsere Haupteinnahmequelle."

Wie beurteilen Sie das Krisenmanagement des BFV?

Eckl/Brandner: "Das ist im Hinblick auf diese, bis jetzt noch nie dagewesene Situation, sehr schwer bis gar nicht zu beantworten, weil man keine Vergleiche ziehen kann. Wir haben aber schon den Eindruck, dass der BFV professionell an die Sache herangeht und Lösungen sucht, die für die Vereine machbar und umsetzbar sind. Aber das Wichtigste ist eine faire Lösung für alle, von C-Klasse bis zur Regionalliga und von U19 bis zur U7. Und da sind wir fest davon überzeugt, dass der BFV hier auf dem richtigen Weg ist. Vor allem ist jetzt eines gefragt: Geduld. Es geht hier um unser aller Gesundheit und hier weitreichende Entscheidungen zu treffen, ist nicht gerade leicht. Wir müssen jetzt alle zusammenhalten, positiv denken und dann gemeinsam gestärkt aus der Sache herauskommen."

ma

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