"So eine Ausnahmesituation gab es noch nie"

Wie geht es mit der Saison weiter? Sportbund Rosenheim bezieht Stellung

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Der Sportbund wäre von einem Saisonabbruch zumindest sportlich nicht betroffen, so Pressesprecher Jürgen Bensler.

Rosenheim - Der Spielbetrieb ruht bis auf Weiteres im bayerischen Amateurfußball. Beinschuss.de hat beim Landesligisten Sportbund Rosenheim nachgefragt, ob sie die Saison zu Ende spielen wollen oder für einen Abbruch wären.

Wie geht es weiter mit der Saison im Amateurfußball? Der Deutsche Fußballbund und der Bayerische Fußball-Verband haben mit einer Änderung der Spielordnung den Weg geebnet, dass die Spielzeit über den 30. Juni hinaus verlängert wird. BFV-Präsident Rainer Koch plädiert aktuell dazu, die Saison zu Ende zu spielen. Beinschuss.de hat bei beim Landesligisten Sportbund Rosenheim nachgefragt, wie der Verein zur aktuellen Diskussion.


Wie steht ihr zu der Entscheidung, dass die Saison zu Ende gebracht wird?

Jürgen Bensler, Pressesprecher Sportbund Rosenheim: "Das ist richtig, um zumindest eine sportliche Entscheidung der Saison herbeizuführen. Hier sind jedoch mit Sicherheit noch nicht alle Probleme, welche eine Saisonverlängerung über das geplante Saisonende hinaus mit sich bringt, zu Ende gedacht. Aber man muss die weitere allgemeine Entwicklung abwarten, ab wann der Spielbetrieb, in welcher Form auch immer, überhaupt fortgesetzt werden kann."


Wäre ein Abbruch der Saison für euch auch eine Lösung?

Bensler: "Es wäre auf jeden Fall eine schwierige Situation für Teams, welche aktuell auf Relegations- oder Abstiegsplätzen stehen beziehungsweise sich noch Hoffnung auf den Aufstieg machen. Da für den Sportbund beides aktuell nicht zutrifft, wären wir durch einen Saisonabbruch zumindest sportlich nicht beeinflusst. Das Ganze hätte aber einen faden Beigeschmack. Unsere zweite Mannschaft wäre sportlich eh nur noch durch ein Wunder vor dem Abstieg zu retten, da würde uns ein Abstieg wegen Saisonabbruch nicht wirklich wehtun. Im Jugendbereich ist die Lage in meinen Augen schwieriger, da im Grunde die komplette Rückrunde zu spielen ist, im Gegensatz zum Herrenbereich. Vor allem in der A-Jugend wo die Spieler möglicherweise ab September in Ausbildung oder Studium sind, besteht die Gefahr, dass ganz andere Mannschaftszusammensetzungen die Saison zu Ende spielen müssen und sich dadurch Wettbewerbsverzerrungen ergeben."

Der Bayerische Fußball-Verband gab am Donnerstag bekannt, dass in Bayern keine Geisterspiele im Amateurfußball stattfinden werden. Begrüßt Ihr die Entscheidung?

Bensler: "Ja. Unser Gelände ist weitläufig und leider haben wir selten mal 200 Zuschauer. Es ist mehr als genug Platz um den Mindestabstand einzuhalten. Da muss man leider mit Galgenhumor feststellen, dass Geisterspiele unser Standard sind. Was sehr schade ist, da unsere junge Mannschaft in dieser Saison bereits einige hochklassige Auftritte hingelegt hat. Tore gibt es bei uns immer satt. Langweilig war es bei uns diese Saison noch nie. Im Gegensatz zu den Profivereinen sind für uns Zuschauereinnahmen und Einnahmen aus dem Verkauf von Getränken und Speisen nicht zu unterschätzen. Geisterspiele würden uns als Amateurverein definitiv mehr schmerzen, als den Profiklubs, welche bei Geisterspielen wenigstens Geld aus Übertragungsrechten erhalten.

Wie beurteilt ihr das Krisenmanagement des BFV?

Bensler: "Das kann man nicht fair beurteilen, weil es so eine Ausnahmesituation noch nie gab. Es gibt keine Erfahrungswerte, nichts worauf man aufbauen kann. Keiner kann aktuell sagen, ob die jetzigen Entscheidungen langfristig richtig oder falsch sind. Es geht vor allem um die Gesundheit der Spieler und Betreuer. Man möchte nicht in der Haut derer stecken, welche jetzt im Verband Entscheidungen zu treffen haben. Da bleibt nur gemeinsam zusammenzuhalten."

ma



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