Wechsel-Hickhack zwischen Rosenheim und Traunstein

Franz Eyrainer: "SBR erteilte mir die mündliche Freigabe"

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Damals im Herbst noch in grünem Dress und mit Binde, in Zukunft für den Sportbund Traunstein auf dem Platz.
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Rosenheim / Traunstein - Es war wohl die Diskussion der Winterpause. Franz Eyrainer, Kapitän des Sportbunds aus Rosenheim, will wechseln: Zum SBC Traunstein. Eine Freigabe erhielt er nicht. Jetzt kommt der Spieler im exklusiven Interview mit dem Beinschuss erstmals selber zu Wort:

Ganze zwölf Jahre trug er das grüne Trikot des Sportbund Rosenheim. Jetzt sollte für Franz Eyrainer am Campus der Innstadt Schluss sein. Vor der Winterpause verkündete er den Verantwortlichen des SBR seinen Wechselwunsch: Eine Freigabe von seinem Heimatverein gab es nicht - auch wenn Eyrainer frühzeitig sein Anliegen äußerte:

"Wir waren natürlich alles andere als erfreut", erklärte Rosenheims Abteilungsleiter Rainer Pastätter dem Beinschuss. "Drei Wochen vor dem Spiel gegen Traunstein (also Ende Oktober/Anfang März; Anm. d. Red.) haben wir davon erfahren. Wir haben natürlich alle versucht umzustimmen, doch es klappte nicht."

In der Folge gab es keine Einigung um eine mögliche Ablöse beziehungsweise eine Entschädigung zwischen Rosenheim und Traunstein. Die Folge: Keine Freigabe für den Spieler! Eyrainer bleibt gesperrt, darf mit den Chiemgauern, bei denen er aber bereits unterschrieben hat, nur trainieren, ab dem 1. Mai darf er in Pflichtspielen für die Reil-Truppe auflaufen.

"Wechselzeitpunkt nicht akzeptabel"

Vor allem den Wechselzeitpunkt, in der Winterpause, halten die Rosenheimer um Pastätter "nicht akzeptabel". "Dafür werde ich nicht Spielführer, wenn ich meine Mannschaft in einer schwierigen Saison einfach verlasse", so der Abteilungsleiter der SBR-Fußballer Pastätter, der darauf verweist, dass Rosenheim im letzten Jahr bereits Thomas Höhensteiger nach Traunstein ziehen lassen musste. 

Rosig sieht es sicher nicht aus beim Sportbund im Westen des Chiemsees: Platz 15, Drittletzter, Abstiegsrelegationsplatz. Auf der anderen Seite des Bayerischen Meers hat man fast doppelt so viele Punkte, Platz zwei und damit die Aufstiegsrelegation ist zumindest noch in Sicht. Auch so rechtfertigt Franz Eyrainer im exklusiven Gespräch mit dem Beinschuss seinen Wechsel:

"Die sportliche Situation war für mich einfach nicht mehr zufriedenstellend. Dass wir als Landesligist teilweise nur mit acht Leuten trainieren konnten, ist schon sehr schwierig. Ich habe mir auch überlegt, meine Karriere komplett zu beenden. Mir war klar, dass meine Zeit beim SBR im Winter zu Ende gehen könnte. Aber ich wollte eigentlich weiter Fußball spielen - und das möglichst erfolgreich. Dann kam die Anfrage von Jochen Reil Mitte Oktober aus Traunstein."

"Pastätter zeigte Verständnis für meinen Wechselwunsch" - und gab die Freigabe!

Nach reiflicher Überlegung habe Eyrainer dann seinem Verein - zuerst dem Trainer Werner Wirkner - mitgeteilt, dass er Rosenheim gen Traunstein verlassen möchte: "In einem Gespräch zwei Wochen später mit Abteilungsleiter Rainer Pastätter zeigte dieser (Pastätter; d. Red.) Verständnis für meinen Wechselwunsch und erteilte mir dann eine mündliche Freigabe."

"Auf die Frage hin, ob ich die letzten Spiele für Rosenheim vor der Winterpause noch absolvieren sollte, lehnte Pastätter ab. Es werde ein Spieler reaktiviert. Auch im Training sollte ich vorerst aussetzen. Im Nachhinein wurde mir immer vorgeworfen, dass ich nicht mehr gespielt habe für den Sportbund, dabei wäre ich noch gerne dabei gewesen und hätte mich anständig verabschiedet", so der ehemalige SBR-Kapitän weiter im Beinschuss-Interview.

Damals bestätigte Pastätter dem Rosenheimer Defensivmann, dass man sich schon einigen werde mit den Traunsteiner. Der Wechsel schien also bei diesem Treffen nur noch Formsache zu sein. Es gab auch Kontakt zwischen den Vereinen, wie gut und intensiv der war, konnte Eyrainer aber nicht erläutern. Ein echter Versuch, Eyrainer in der Innstadt zu halten, habe nicht stattgefunden.

Nur zwei Spiele für den SBC in dieser Runde

Die Kritik, Eyrainer habe Rosenheim zu einem schlechten Zeitpunkt verlassen, wehrt das SBR-Urgestein so ab: "Es ist ja nicht so, dass es nur in dieser Saison durchwachsen lief in Rosenheim. Das zieht sich ja jetzt schon über die letzten fünf Jahre. Wann wäre denn dann der richtige Zeitpunkt gewesen? Im Sommer, wenn noch weitere Spieler den Verein verlassen hätten?" 

Nun wechselt der 29-Jährige ohne Freigabe - eine Sperre ist die Folge für ihn: Eigentlich profitiert so niemand von dieser Wechsel-Posse. Rosenheim bekommt kein Geld, Traunstein (noch) nicht den Spieler, den sie wollten, und Eyrainer schaut zunächst bei den Pflichtspielen zu.

Nur zwei Spiele werden es in dieser Saison noch werden für den Neu-Traunsteiner, ab dem 1. Mai 2017 stehen planmäßig nur noch die Partien in Töging und Deisenhofen an. Bis dahin trainiert Franz Eyrainer, der sich schon gut integriert fühlt bei den Chiemgauern, mit dem Team und wird seine Einheiten dort kontinuierlich steigern. 

"Hoffe, dass sich der SBR fängt"

Eigentlich wollte sich Franz Eyrainer die Worte zum Abschluss sparen. Doch beste Wünsche wollte er dem Verein, dem er über zwölf Jahre angehörte, trotzdem da lassen. "Ich hoffe natürlich, dass sich der SBR jetzt sportlich wieder fängt. Trotzdem ist es sehr traurig, dass das Verhältnis langfristig zerstört ist."

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