SB DJK Rosenheim - TSV Moosach/Grafing 1:2

Sportbund belohnt sich nicht: Auftaktniederlage gegen Moosach

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Der SB Rosenheim versuchte am Ende alles. Selbst der neue SBR-Torhüter Nico Merz(l.) stürmte mit nach vorne - doch auch er konnte nicht dazu beitragen, das Blatt gegen Moosach noch zu wenden.
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Rosenheim – Der SB Rosenheim präsentierte sich am ersten Spieltag des neuen Spieljahres gegen den TSV Moosach durchaus ansprechend, stand aber am Ende dennoch ohne Punkte da. Gründe dafür, dass die Rosenheimer, die das Spiel auch hätten gewinnen können, am Ende nicht mal einen Punkt einfuhren, waren das Auslassen mehrerer Großchancen und einige wenige Abwehrschwächen – welche die Gäste eiskalt ausnutzten. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass auch ein stark verjüngter Sportbund besser daherzukommen scheint als in der vergangenen Saison.

Es sollte ein spannender Auftakt werden zur neuen Landesliga-Saison am Sportbund-Campus. Ein interessantes Match stand auf dem Plan: Gleich zu Beginn ein Vergleich zwischen dem neu formierten SB Rosenheim, erstmals von Cheftrainer Klaus Seidel in eine Saison geleitet, und dem geografisch nicht allzu weit entfernten, stark besetzten Aufsteiger aus Moosach bei Grafing.

Interessantes Match gegen starken Aufsteiger

Die ersten zwanzig Minuten waren größtenteils von gegenseitigem Abtasten geprägt. Die grünen Rosenheimer noch sehr zurückhaltend – die in Gelb und Schwarz gekleideten Gäste mit mehr Initiative und einigen vielversprechend wirkenden Angriffsversuchen. Viel spielte sich im Mittelfeld, zwischen den Strafräumen ab – aber mit erkennbaren Vorteilen für den starken Aufsteiger aus Moosach, mit den vier De Prato Brüdern in der Startelf.

Ihr Stärkster, Florian De Prato, war ja erst zu dieser Saison vom Regionalligisten VfR Garching zurückgekehrt, nachdem er dem TSV vorher schon einmal zum Aufstieg von der Kreis- in die Bezirksliga mitverholfen hatte. Nun sind die Brüder also wieder vereint – lediglich der etwas jüngere Stefan spielt weiterhin in Garching.

Service:

Es war ein selbstbewusster Beginn des nicht „ganz normalen“ Aufsteigers, der nicht den Anschein erweckte, eben erst aus der Bezirksliga hochgekommen zu sein – und dem SBR doch einige Mühe bereitete. In der Arbeit gegen den Ball kamen die Abwehrakteure der Rosenheimer doch einige Male zu spät, beziehungsweise waren nicht aufmerksam und eng genug am Mann – wodurch sie teilweise trotz Überzahl den Gästen Möglichkeiten eröffneten. Dies lag aber auch an einer verletzungsbedingt notgedrungen neu zusammen gruppierten Abwehr – und vielleicht auch daran, dass beim Sportbund fünf Akteure begannen, die letztes Jahr noch in einer U19 spielten.

Tolle Kombinationen über die Flügel - aber keine Tore

Nach 21 Minuten dann aber einmal ein toller Angriff des SB Rosenheim: Herrliche Kombination über rechts, Yasin Temel war freigespielt und brachte den Ball scharf und flach nach innen. Am Fünfmeterraum spritzte Youngster Quirin Wolfrum in die Hereingabe, versuchte direkt mit der Innenseite zu verwandeln – scheiterte jedoch an Moosachs Torhüter Maximilian Brunner, der noch den Körper dazwischen brachte. Der Ball prallte von ihm zurück, wieder kam Wolfrum ran - und legte quer in Richtung langer Pfosten. Auch dort ergab sich eine große Einschusschance für die Rosenheimer – doch das Leder schlug nicht im Netz ein, sondern ging parallel zur Torlinie zurück ans rechte Eck. Erneut war Wolfrum einschussbereit – aber diesmal bekam Brunner im Gewühl das Spielgerät zu fassen. Was für eine verrückte Szene – der Ball hätte gleich dreimal drin sein können!

SB Rosenheim - TSV Moosach

Der Sportbund hatte jetzt offensichtlich Blut gelegt – und setzte gleich nach, blieb dran: Diesmal ging es flott über links – die Offensivspielzüge der Rosenheimer waren wirklich gut anzuschauen. Der junge Marco Oberberger brachte das Leder flach nach innen, am kurzen Fünfereck kam Michael Barthuber frei zur Direktabnahme – schoss aber Millimeter links vorbei (24.).

Rosenheimer immer besser im Spiel - aber ohne Fortune

Der SBR kam nach und nach immer besser ins Spiel, spielte in einer offenen Partie jetzt munter und ansehnlich mit. Das sah oft besser aus als der Sportbund der vergangenen Saison. Die Umstrukturierungen im Kader und die Arbeit von Seidel scheinen Früchte zu tragen. Mittlerweile lagen die leichten Vorteile auf Seiten der Rosenheimer.

Dominik Reichmacher, für seine gefährlichen Distanzschüsse bekannt, fasste sich ein Herz und versuchte es aus etwa 25 Metern halbrechter Position mit einem selbstbewussten Schlenzer aufs lange Eck. TSV-Keeper Brunner wäre nicht mehr hingekommen – der Ball klatschte nur knapp über der Latte von oben aufs Tornetz (35.).

Von den Moosachern war offensiv in dieser Phase gar nichts mehr zu sehen. Auch die letzte Gelegenheit des ersten Durchgangs gehörte den Grünen – und wieder war sie riesig: Nach einer Temel-Ecke von rechts, die mit Schnitt ans kurze Fünfereck geschlagen war, nahm Wolfrum dort das Leder wieder volley mit der Innenseite – diesmal ging der Ball ganz knapp rechts vorbei (42.).

Nullnummer zur Halbzeit - SBR geht verdient in Führung

Nachdem der SB Rosenheim hier zunehmend die Kontrolle über das Spiel gewonnen hatte - und damit die Oberhand – hätte er hier auch gut und gerne führen können, wenn nicht müssen. Die Möglichkeiten dazu waren da. Ein klares Plus an Großchancen auf Seiten der Hausherren sprach eine deutliche Sprache: Der SBR hatte eine Hundertprozentige und mehrere richtig dicke Dinger – Moosach lediglich ein paar Halbchancen in der Anfangsphase des Spiels. Trotzdem ging es in einer unterhaltsamen Partie ohne Tore in die Kabinen.

Doch das korrigierten die Rosenheimer unmittelbar nach Wiederanpfiff. Sie machten genau da weiter, wo sie aufgehört hatten – spielten sogar noch ein wenig druckvoller und zielstrebiger nach vorne. Und das machte sich bezahlt: Nach einem schönen Angriff über die rechte Seite gab es Freistoß – fast auf Höhe der Torauslinie. Reichmacher brachte den Standard überlegt in den Rückraum an die Strafraumgrenze, Moosachs Abwehr war überrumpelt – und in zentraler Position nahm SBR-Kapitän und Leitwolf Christoph Börtschök den Ball herrlich ab und traf unhaltbar ins rechte Eck (48.)! Eine tolle Variante, ein wunderschöner Treffer – und die verdiente Führung für den Sportbund.

Rosenheim verpasst den Doppelschlag - und kassiert den Ausgleich

Kurz darauf fast der Doppelschlag für die weiter nachsetzenden Grünen: Nach einem feinen Steckpass von Wolfrum durch die Schnittstelle der Moosacher Defensivreihe war Barthuber halbrechts alleine durch, wollte ins lange Eck einschieben – scheiterte aber aus zwölf Metern am langen Bein von Torwart Brunner (52.).

Dann ereilte die eigentlich gut aufspielenden, vielleicht aber zu leichtfertigen Rosenheimer ein ebenso plötzlicher wie folgenschwerer Rückschlag: Bei einem langen Diagonalball der Gäste aus dem zentralen Mittelfeld pennte die unerfahrene rechte Abwehrseite des SBR, Moosachs Matthias Schuster war über links durch, konnte alleine in Richtung Kasten ziehen – und traf mit einem satten Schuss ins lange Eck (54.)! Das saß – und das Spiel war doch etwas auf den Kopf gestellt. Ein bitterer Ausgleich – dabei hatte es doch so gut ausgesehen beim Sportbund. Vielleicht so gut, dass die Akteure in Grün ein wenig die Vorsicht vermissen ließen.

Gute zehn Minuten darauf kam es noch schlimmer - und doppelt dick für die Sportbündler: Nach einem groben Foulspiel mit gestrecktem Fuß, mit dem Moosachs Regisseur Florian De Prato einen Angriff der Rosenheimer im allerletzten Moment unterband, musste SBR-Angreifer Barthuber verletzt ausgewechselt werden (64.). De Prato sah Gelb.

Barthuber muss verletzt vom Feld - Moosach geht eiskalt in Front

Nur Gelb – denn nach einem noch übleren Foulspiel Mitte der ersten Hälfte, als der kompakte Spielgestalter auf Höhe der Spielfeldmitte einen Rosenheimer auf der Außenbahn mit beiden gestreckten Beinen in den Mann fliegend zu Fall brachte, hätte er eigentlich zwingend mindestens dunkelgelb verwarnt werden müssen. Folge wäre spätestens jetzt Gelb-Rot – und eine halbe Stunde in Überzahl für die Gastgeber gewesen. So aber blieb es beim numerischen Gleichstand – und die Rosenheimer hatten einen Verletzten zu beklagen. Wahrlich keine gute Figur, die Schiedsrichter Florian Böhm aus Wolfratshausen da in seinen Beurteilungen abgab.

Ähnlich wie Momente darauf die erneut zu sorglose Defensive des SBR: Wieder ging es zu einfach und wieder ganz schnell. Erneut stimmte das Abwehrverhalten auf der rechten Seite nicht, Moosachs Spielertrainer Markus De Prato erkannte das - und hebelte mit einem klasse Flachpass aus dem zentralen Mittelfeld die gesamte Verteidigung aus. Alexander Rojek war auf und davon, behielt die Ruhe – und traf humorlos zum 1:2 (68.)!

SBR wirft alles in die Waagschale - aber schafft kein Comeback

Danach versuchte der SB Rosenheim zwar noch einmal alles, investierte viel, zeigte die Krallen und entdeckte sein Kämpferherz – um zurückzukommen sollte es aber nicht mehr reichen. Denn die zwei, drei wenigen sich noch bietenden Möglichkeiten wurden allesamt vergeben. Trotz klarer Feldvorteile der drückenden Gastgeber – die allerdings aufgrund fehlender Alternativen im Sturm die Durchschlagskraft vermissen ließen und nicht gefährlich genug werden konnten. Da auch die Moosacher, die sich nun natürlich bequem komplett aufs Konterspiel verlegen konnten und auch nichts anderes machten, keinen Gegenstöße erfolgreich zu Ende spielen konnten, blieb es beim knappen Auswärstssieg des Aufsteigers.

Ein durchaus schmeichelhaftes Resultat für die Gäste. Denn für die Rosenheimer wäre hier viel mehr drin gewesen. Wie sich am Ende zeigte, mussten sie schließlich doch den vergebenen Großchancen aus der ersten Halbzeit hinterher trauern – und wurden für ihre wenigen vorhandenen Abwehrmängel und Unkonzentriertheiten bitter bestraft. Was man den Moosachern aber definitiv zubilligen muss: Sie verloren nie den Kopf, blieben immer latent gefährlich – und schlugen in den entscheidenden Momenten mit eiskalter Effizienz und technisch toll vorbereitet zu. Auch eine Qualität die Spiele gewinnt – wenn der Gegner seine Chancen nicht macht.

Sportbund ohne Punkte - Seidel sah Licht und Schatten

So sah es auch SBR-Coach Seidel nach dem Spiel: „Wir hatten so viele Junge auf dem Feld, Neue, Spieler die im letzten Jahr noch bei den A-Junioren gespielt haben – und zusätzlich eine improvisierte, zusammengewürfelte Abwehrformation. Da haben wir uns in manchen Situationen viel zu naiv angestellt. Da fehlt halt einfach die berühmte Cleverness. Und das macht im Fußball eben viel aus. Das kann man den Jungs aber nur bedingt vorwerfen.“

„An sich haben sie ihre Sache ganz gut gemacht – auch wenn mir das in Teilen der ersten Halbzeit noch nicht kampfbetont, nicht bissig genug war. Da hätten sie sich mehr zutrauen müssen. Trotzdem haben wir anschließend tolle Möglichkeiten rausgespielt – nur eben leider nicht gemacht. Und nachdem wir dann verdient in Führung gehen, reißen wir es uns selber wieder ein. Offensiv hat mir das teilweise gefallen – defensiv haben wir noch viel Arbeit vor uns.“, so Seidel.

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