Testspiel SV Heimstetten - TSV Kastl 5:1

Kastl ohne Fortune - Klatsche in Heimstetten

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Hatte sich im schweren Test beim SV Heimstetten meist mit mehreren Gegenspielern auseinanderzusetzen - Kastls Torschütze Timo Pagler (grau). Hier bedrängt vom Heimstettener Kapitän Dominik Schmitt (m.) und Clemens Kubina (l.), der das 3:0 erzielte.
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Heimstetten - In einem Testspiel am Samstagnachmittag holte sich Landesligist TSV Kastl beim Bayernliga-Spitzenteam SV Heimstetten eine saftige Niederlage ab. In der Höhe äußerst ungewohnt für die Kastler, die aber mit eigenen Fehlern dazu beitrugen, dass das Resultat letztlich so deutlich ausfiel. Vielleicht zu deutlich, denn der TSV zeigte in seinem zweiten Testspiel auch den ein oder anderen gelungenen Ansatz - blieb allerdings weit hinter der gegen Wacker Burghausen gezeigten Leistung zurück.

Die Kastler probierten sich in der ersten Halbzeit dieses Tests in Heimstetten an einer alternativen Formation in der Abwehr, operierten hinten und in der Spieleröffnung mit einer Dreierkette. Dafür, dass sie dies in einem Spiel bei einem höherklassigen Gegner, einer guten Bayernliga-Mannschaft wie dem SVH taten, der während der Woche nur knapp mit 2:3 gegen den starken Regionalligisten VfR Garching unterlegen war, sah das defensiv nicht einmal so besonders anfällig aus.

Heimstetten demonstriert Bayernliga-Niveau

Trotzdem war der SV Heimstetten von Beginn an klar überlegen und trat - wenn auch ohne großen Gala-Fußball - bestimmend und dominant auf. Einen ersten Wermutstropfen für die Kastler gab es bereits nach sechs Minuten: Nach einem Schlag aufs Knie musste Michael Langenecker verletzungsbedingt ausgewechselt werden, bevor das Spiel richtig begonnen hatte.

Kurz drauf folgte dann der frühe Führungstreffer der Gastgeber, die zwar aus einer kontrollierten Offensive heraus agierten - aber dennoch gleich zu Anfang die richtigen Signale setzen wollten, dass sie nicht gewillt waren, hier irgendetwas anbrennen zu lassen. Nachdem sie auf rechts die Lücke in der Kastler Abwehr fanden und sich entscheidend, aber dennoch zu einfach, durchsetzen konnten, kam die präzise Hereingabe - und Sebastiano Nappo stand ungedeckt am langen Fünfereck und jagte die Kugel unter die Latte (9.).

Torwartpatzer geben Spiel die entscheidende Wendung

Keine zehn Minuten später fiel das zweite Tor. Wieder war es Nappo, der traf. Diesmal allerdings nach einem groben Schnitzer auf Seiten des TSV: Einen Freistoß aus nicht direkt torgefährlicher Position in Nähe der linken Eckfahne zog Nappo frech flach auf die kurze Ecke. Kastls sonst oft so sicherer Rückhalt Egon Weber, der keinen Mann zur Absicherung des Ecks zwischen Tor und Ball gestellt hatte, kam nicht mehr rechtzeitig hinunter ins Eck, machte keine gute Figur - und das Ding zappelte im Netz (17.). Klarer Torwartfehler.

Ansonsten plätscherte das Spiel dahin, war ein eher unspektakuläres, gemütliches Testspiel, fast typisch für ein Vorbereitungsspiel, in dem beide Mannschaften harte Trainingseinheiten in den Knochen haben. Will heißen - keine Aufreger, geringes Tempo auf beiden Seiten, gebremste Intensität in den Zweikämpfen. Bei den Kastlern passierten unter dem Strich gerade im eigenen Ballbesitz zuviele einfache Fehler, fanden zu oft eigentlich simple Pässe den Mann nicht so, wie sie sollten. Von den Spielanteilen her daher deutliche Vorteile für das klassenhöhere Team, das eben auf dieser Ebene sein mehr an Potential ausspielen konnte.

Dass es manchmal solche Tage gibt, an denen einzelne Spieler nicht an ihr selbiges herankommen oder einfach Pech an den Schuhen kleben haben, bewies sich gegen Ende des ersten Durchgangs. Wobei es sich in diesem Fall eher um Torwarthandschuhe handelte. Denn auch das 3:0 für die Hausherren fiel aus einer nicht wirklich gefährlichen Situation - und ging klar auf Webers Kappe. Heimstettens Clemens Kubina zog aus einiger Distanz aus dem linken Halbfeld ab und ließ dabei einen Schuss vom Stapel, der auch hätte als verunglückter Ball in die Spitze durchgehen können. Weber wollte das Leder herunter fangen, ließ es aber durch die auffangbereiten Hände gleiten (36.).

Deutlicher Rückstand zur Pause

Nach einer ersten Hälfte mit wenig Spannungsmomenten, ging es für die doch deutlich unterlegenen Kastler, denen nach vorne kaum etwas Erwähnenswertes gelang, also mit einem bitteren 0:3 Rückstand in die Pause. Sicherlich zu hoch, denn der TSV war hinten keinesfalls so offen, wie es das Zwischenergebnis hätte vermuten lassen können - hatte aber zwei Gegentreffer leichtfertig hergeschenkt.

SV Heimstetten - TSV Kastl

Im zweiten Durchgang durfte dann der in der Winterpause vom Lokalrivalen FC Töging gekommene Neuzugang Anton Schreiner zwischen die Kastler Pfosten. Mit den beiden Aussetzern Webers hatte das aber nichts zu tun - es war von vorneherein abgesprochen, dass beide Keeper je eine Halbzeit halten sollten. Taktisch wurde wieder auf das gewohnte System mit vier Abwehrspielern umgestellt.

Blitzstart Kastl - Thiel trifft den Pfosten!

Unmittelbar nach Wiederanpfiff hätten die Dorfkicker, die sich nun offensiv etwas mehr zutrauten, beziehungsweise etwas spielfreudiger wurden und das Spiel zumindest etwas offener gestalten konnten, fast den Blitz-Anschlusstreffer erzielt: Nachdem Sebastian Spinner, einer der stärksten Kastler am heutigen Tag, am linken Flügel freigespielt worden war, spritzte in der Mitte Leonhard Thiel in dessen Hereingabe, brachte die Fußspitze an den Ball - und das Leder klatschte im kurzen Eck an den Pfosten (48.)! Marjan Krasnic, der das Tor der Hausherren hütete, wäre ohne Chance gewesen.

Die Heimstettener präsentierten sich aber weiterhin souverän, verhielten sich vor allem im Spielaufbau geschickt, ließen die Kugel laufen. Auch ihre Tempowechsel stimmten immer wieder - auch wenn sie sich nun Phasen gönnten, in denen sie es noch eine Spur ruhiger angehen ließen als in Halbzeit Eins. Immer dann, wenn sie aufdrehten und in Spiellaune waren, konnte sich das schon sehen lassen. Dann gab es technische Finessen und Ballgewandtheit zu sehen - und der Klassenunterschied zwischen Bayernliga- und Landesligaspitze wurde deutlich.

Trotzdem machten die Kastler ihrerseits nach dem Seitenwechsel ihre Sache merklich besser - vor allem in der ersten 25 Minuten der zweiten Hälfte. Sie bekamen zumindest abschnittsweise mehr Zugriff im Mittelfeld und damit auf die Partie und konnten auch einmal eigene Angriffe zu Ende spielen.

Pagler nach tollem Spinner-Pass eiskalt

Nach 69 Minuten belohnten sie sich dafür selbst: Spinner spielte aus dem zentralen Mittelfeld heraus einen tödlichen Pass durch die Schnittstelle optimal in den Lauf von Timo Pagler. Der ging auf und davon, stürmte alleine aufs Tor - und blieb dabei ganz cool und schoss am herauslaufenden Krasnic vorbei zum 3:1 ein! Jetzt las sich das Ganze hier vom Ergebnis her schon etwas besser.

Damit war es aber nur kurze Zeit später schon wieder vorbei - und wieder waren es fatale eigene Fehler der Kastler, die dafür sorgten. Zum einen häuften sich nun wieder die einfachen Fehler in Form von Fehlpässen, ungenauen Zuspielen oder schlicht Unkonzentriertheiten. Zum anderen streuten die Kicker aus dem Landkreis Altötting eben immer wieder eklatante Böcke ein.

Der nächste Bock - Akkurt sagt Danke

Nur wenige Minuten nach dem Anschlusstreffer verunglückte Andreas Lahner ein Rückpass völlig und geriet so zur perfekten Vorlage für Heimstettens Torjäger Orhan Akkurt, der nur noch Torhüter Schreiner umkurven und kurz vor dem rechten Torpfosten einschieben musste (72.).

Denn Schlusspunkt hinter eine hoch verdiente, aber dennoch zu hoch ausgefallene Niederlage des TSV Kastl beim SV Heimstetten - bei der beim Landesliga-Überraschungsteam beileibe nicht alles schlecht gewesen war, aber dennoch einige Akteure einen gebrauchten Tag erwischt hatten - setzte dann erneut Nappo, der auffälligste Spieler dieser Begegnung. Mit seinem dritten Treffer in diesem Match und seinem zweiten per Freistoß. Aus etwa zwanzig Metern zentraler Position zirkelte er das Leder halbhoch zum 5:1 ins rechte Eck (84.). Auch dieser Ball erschien nicht gänzlich unhaltbar.

TSV-Coach Vetter nimmt's gelassen

Kastls Erfolgscoach Sven Vetter nahm die am Ende doch deutlich ausgefallene Schlappe relativ locker: "Dafür sind es Testspiele. Wir wollten einfach etwas ausprobieren, gerade in Halbzeit Eins. Mit Licht und Schatten. Aber alles in allem hat das - gegen so einen guten Gegner - gar nicht so schlecht funktioniert. Man muss das auch einzuordnen wissen: wir haben ja keinen Kunstrasen - und daher bisher kaum die Möglichkeit draußen richtig zu trainieren. Dann legst Du hauptsächlich die physischen Grundlagen. Die Jungs hatten diese Woche ein schönes Programm mit vielen Einheiten - das merkst Du natürlich auch."

"Das Knick gebrochen haben uns natürlich die krassen individuellen Fehler, sonst gehst Du hier vielleicht auch mit etwas Glück nur mit 0:1 in die Halbzeit und machst nach der Pause das 1:1. In der zweiten Hälfte haben wir dann nochmal umgestellt - dann sah das vielfach ganz ordentlich aus. Wie gesagt - immer mit den Abstrichen, wo wir bereits sein können zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung. Aber vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn wir so ein Spiel mal etwas höher verlieren. Dann hebt mir zumindest keiner ab - und wir wissen alle wo die Schwächen liegen, woran wir arbeiten müssen und dass wir als Team nur dann erfolgreich sein können, wenn wir hundert Prozent auf unsere Sache konzentriert sind!", rang Vetter dem Resultat auch etwas Positives ab.

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