Testspiel SB DJK Rosenheim - SV DJK Kolbermoor 1:1

Solide Abwehrreihen im Test zwischen Sportbund und Kolbermoor

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Rosenheims Aktivposten auf dem linken Flügel Shptim Sulimani schirmt den Ball ab. Im Hintergrund lauert Kolbermoors Offensivkraft Tobias Hotter.
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Rosenheim - In einem umkämpften Testspiel am Dienstagabend trennten sich der SB DJK Rosenheim und der SV DJK Kolbermoor letzten Endes mit einem gerechten Unentschieden. Einen Platzverweis für die Gastgeber konnten die Gäste zum sofortigen Führungstreffer nutzen - mussten allerdings postwendend den Ausgleich hinnehmen. Nach dem Spiel, welches von beiden Defensivabteilungen dominiert wurde, zeigten sich beide Trainer trotz der unspektakulären und phasenweise zähen Partie mit typischem Testspielcharakter zufrieden.

Bezirksligist SV DJK Kolbermoor begann sein erstes nachwinterliches Testspiel beim Sportbund Rosenheim - für den es bereits das dritte war - forsch und versteckte sich beim Landesligisten keineswegs. Das Gleiche galt allerdings auch für den Sportbund, der ohne besonders zu glänzen in der Anfangsphase durchaus als Favorit erkennbar war und mehrmals gefährlich vor dem Tor der Gäste auftauchte - jedoch keine seiner drei, vier guten Möglichkeiten verwerten konnte.

SBR zu Beginn mit leichten Vorteilen

Spielinitiative und Dominanz lagen also eher bei den Hausherren, bei denen erneut die vielversprechenden A-Jugendlichen Maximilian Biegel und Alexander Lallinger von Anfang an aufliefen - auch wenn die Kolbermoorer immer wieder versuchten, sich zu befreien, hinten heraus zu spielen und ihr Spiel nach vorne zu tragen. Nach einer guten halben Stunde war es mit den Vorteilen des SBR aber vorbei. Grund war eine gelb-rote Karte für den Kapitän des Sportbunds Yasin Temel nach einer eklatanten Undiszipliniertheit:

In einem der vielen robusten Zweikämpfe im Mittelfeld, war Temel mit seinem Gegenspieler aus Kolbermoor aneinandergeraten, löste ein Gerangel aus, bei dem er sich an der Grenze zwischen sich unbeherrscht Losreißen und Nachschlagen bewegte, und ging direkt in ein von ihm begonnenes Verbalduell über (28.). Dafür erhielt er von Schiedsrichter Florian Schäfer zunächst den gelben Karton. Da er aber auch danach keine Ruhe gab, schickte ihn der Referee mit Gelb-Rot vom Platz. Das Testspiel war damit relativ früh seiner ursprünglichen Ausgangslage beraubt - beide Mannschaften mussten nun das Beste daraus machen.

Zwei Tore in drei Minuten

Die veränderte Statik des Geschehens auf dem Kunstrasen am Sportbund-Campus machte sich umgehend bemerkbar. Der SV DJK legte gegen die dezimierten Rosenheimer sofort den Vorwärtsgang ein - war mehr und hartnäckiger in des Gegners Hälfte zugegen als zuvor. Und rund um dessen Sechzehner.

Erzielte die Führung für die Gäste: Ludwig Peetz.

In einer dieser Situationen bekamen die nun kurzzeitig etwas zurückgedrängten SBR-Akteure nach einem hektischen Gewühl im Strafraum den Ball nicht vernünftig geklärt. Das Leder landete 18 Meter vor dem Gehäuse von Marinus Fazekas vor den Füßen von Kolbermoors Ludwig Peetz - der freie Schussbahn hatte, sofort abzog und das 0:1 erzielte (33.).

Der Sportbund schüttelte sich allerdings nur kurz, ließ sich nicht länger anhaltend zurückdrängen und Kolbermoor wichtige Spielanteile übernehmen - sondern schlug sofort zurück. SBR-Abwehrspieler Sahin Karayün packte einen fulminanten Hammer aus: Einen direkten Freistoß von halbrechts aus über 30 Metern verwandelte er per flachem Aufsetzer ins rechte untere Eck zum 1:1 (35.). Kolbermoors Torhüter Marcel Feret sah in dieser Situation - vor allem aufgrund der Distanz - eher unglücklich aus.

Defensivarbeit prägt das Geschehen

Mit diesem ausgeglichenen Ergebnis ging es nach einer mehr oder weniger auch ausgeglichenen ersten Halbzeit in die Pause. In dieser wurde vor allem auf Seiten der Gäste aus Kolbermoor kräftig gewechselt - ehe es auf dem vom Flutlicht erhellten Kunstrasen weiterging. Und es im zweiten Durchgang nicht mehr allzuviel zu sehen gab. Es war hauptsächlich kalt - und beide Teams lieferten sich einen wenig ansehnlichen Abnutzungskampf rund um die Mittellinie.

Vor den Toren tat sich kaum noch etwas, beide Offensiven taten sich sehr schwer ins Spiel zu kommen. Dazu zeigten sie sich allerdings, wie auch schon in der ersten Hälfte, auch etwas zu unbeweglich und zu wenig lauffreudig. Der rutschige und schnelle Platz tat sein Übriges. So war es oftmals ein hektisches und hart umkämpftes Hin und Her im Mitteldrittel des Spielfelds. Was bei beiden Kontrahenten gut klappte, war das Verschieben und die Arbeit gegen den Ball. Hier arbeiteten beide Abwehrreihen konzentriert und geschlossen. Was die Defensive anging, überzeugten über weite Strecken des Spiels sowohl die Rosenheimer als auch die Kolbermoorer.

Und so hielten auch beide bis zum Ende die Schotten dicht. Denn sich entscheidend durchzusetzen gelang, in einer Partie in der sich gegen Ende mit nachlassenden Kräften auf schwer zu bespielendem Untergrund die Abspielfehler häuften, keiner der beiden Mannschaften. Wenn es überhaupt zu Torabschlüssen kam resultierten diese aus individuellen Fehlern. Die dickste Chance vergab kurz vor Schluss Kolbermoors in der 77. Minute eingewechselter Angreifer Christian Yagouibou, der es bei einer Nachschuss-Möglichkeit aus etwa zehn Metern nicht schaffte, den Ball im Netz unterzubringen.

Beide Trainer mit Test ohne Höhepunkte zufrieden

Eine realistische Einschätzung des Dargebotenen lieferten nach diesem typischen Testkick zu Anfang der Vorbereitung auch beide Trainer. "Am Anfang hatten wir drei, vier gute Gelegenheiten. Da hätten wir in Führung gehen können. Das haben wir leider nicht gemacht - und dann hat uns natürlich die gelb-rote Karte das Spiel durcheinander gebracht. Wir wollten ja schließlich elf gegen elf spielen. Damit war der Sinn dieses Tests ein wenig hinfällig - und es wurde mit einem Mann weniger eher zu einer intensiven Laufeinheit.", sagte SBR-Coach Werner Wirkner nach dem Schlusspfiff.

"Die Tendenz in diese Richtung wurde natürlich auch noch durch die Platzverhältnisse verstärkt. Mit spielerischen Mitteln war da nicht viel. Wobei wir ja froh sein müssen, überhaupt so einen guten Kunstrasen zu haben und spielen zu können. Nach vorne ging wenig, wir haben uns da kaum einmal entscheidend durchsetzen können.", so Wirkner.

Wirkner erkennt eine verbesserte Grundordnung

Auf die Frage nach möglichen Erkenntnissen aus diesem Testspiel antwortete er: "Ich will eine bestimmte Grundordnung etablieren - das wird langsam besser. Es haben sich heute eher beide Defensivreihen hervorgetan. Die haben beiderseits gut gearbeitet. Sonst kann man aus diesem Spiel nicht allzuviel ziehen. Wir haben aber auch gerade erst wieder angefangen. Das muss noch kommen. Jetzt fahren wir ins Trainingslager und versuchen uns bestmöglich vorzubereiten - damit wir dann pünktlich zum Punktspielstart topfit sind. Wie gesagt, es war eine bessere Laufeinheit - gerade zu zehnt nach dem Platzverweis.".

Sein Gegenüber Nenad Grizelj pflichtete dem bei: "Ich sehe das ähnlich. Es war wirklich eher eine Laufeinheit mit Spielelementen - auch für uns. Große Erkenntnisse habe ich da jetzt kaum gewonnen - das aber auch nicht erwartet. Wir haben ja gerade erst wieder mit dem Training begonnen. Ohne Auswärtsspiele auf Kunstrasen könnten wir noch gar nicht spielen. Von daher sind wir froh drum."

Grizelj: "gelungene weitere Trainingseinheit"

"Die Partie hat sich hauptsächlich im Mittelfeld abgespielt. Da haben sich beide Teams auf zwanzig, dreißig Metern einen Fight geliefert - ohne dass sich eines von beiden nach vorne durchsetzen konnte. Allerdings sehe ich es auch so, dass beide in der Defensive wirklich gut gestanden sind, gut gearbeitet haben. Das ist etwas, das man mitnehmen kann.", so die Analyse des Trainers der Kolbermoorer.

Der andere Verlauf, den die Partie ohne einen Feldverweis möglicherweise genommen hätte, spielte für ihn keine große Rolle: "In der ersten Halbzeit hatten wir auch die ein oder andere Chance. Hinten raus dann eigentlich nur die eine. Mir war es relativ egal, dass wir eine Stunde elf gegen zehn gespielt haben. Für das, worauf es mir ankam, war das nicht wirklich entscheidend. Und wir haben es ja in der zweiten Hälfte gegen zehn Mann nicht unbedingt besser gemacht oder uns leichter getan. Auch da hatten die Rosenheimer leichte Vorteile und mehr Ballbesitz. Aber es war das erste Testspiel - und daher ohnehin hauptsächlich wichtig für die Physis. Ich betrachte es einfach als gelungene weitere Trainingseinheit.".

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