SB Chiemgau und TSV Buchbach rangeln um Stürmer

Mauerkirchner zurück? Gezerre zwischen Buchbach und Traunstein

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Gerangel gibt es derzeit zwischen dem SB Chiemgau und Regionalligist TSV Buchbach um eine etwaige Rückkehr von Stefan Mauerkirchner an die Traun. Der Stürmer möchte zurück. Die Buchbacher schätzen seine Qualitäten im Luftkampf und hoffen, dass er im Frühjahr noch mal anpackt.
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Traunstein/Buchbach - Spielt Stefan Mauerkirchner auch in der Frühjahrsrunde für den TSV Buchbach oder nicht? Der Angreifer, der im August vom Landesligisten SB Chiemgau Traunstein gekommen ist und es bislang auf fünf Einsätze gebracht hat, will seine Zelte aus zeitlichen Gründen schon wieder abbrechen. Es sieht alles nach einem etwas "verunglückten" Ausflug des Stürmers in die Regionalliga aus. Mauerkirchner will zurück nach Traunstein - das Thema sorgt für Verstimmung zwischen seinem Ex-Klub SB Chiemgau und den Buchbachern. Gerangel wegen einer fehlenden Freigabe beschäftigt die Chiemgauer auch in einem anderen Fall.

War der 23-Jährige nach dem 2:1-Erfolg gegen den FC Augsburg II im letzten Heimspiel vor der Winterpause noch voller Tatendrang, so teilte er dem TSV Buchbach Mitte Dezember mit, dass er aufgrund einer beruflichen Veränderung innerhalb seiner Firma keine Möglichkeiten mehr sähe, die Trainingseinheiten beim Regionalligisten wahrzunehmen.

Buchbach will Mauerkirchner nicht ziehen lassen

„Wir waren mit den Leistungen, die Stefan abgeliefert hat, hoch zufrieden und hoffen, dass er uns in der Frühjahrsrunde doch noch helfen kann“, erklärt der neue Sportliche Leiter des TSV Georg Hanslmaier. Der SB Chiemgau Traunstein würde den Angreifer, der in Inzell wohnt und in Siegsdorf arbeitet, gerne wieder zurückhaben - doch der personell knapp aufgestellte TSV Buchbach will jetzt keine Freigabe erteilen.

„Vielleicht packt ihn ja doch noch der Ehrgeiz. Wenn es in nächster Zeit aus beruflichen Gründen nicht geht, kann er sich ja in der Zwischenzeit fit halten und zu einem späteren Zeitpunkt wieder bei uns ins Training einsteigen“, will Hanslmaier die Türe offen halten.

Dem TSV fehlt der Stürmer - dem wird es zu viel

Weil sich Lukas Dotzler in Buchbach nicht durchsetzen konnte und zum SV Pullach abgewandert ist und Stefan Denk nach einem Kreuzbandriss die gesamte Saison ausfällt, sind die Buchbacher, die am Mittwoch wieder ins Training einsteigen, im Angriff nicht gerade auf Rosen gebettet. Die drei verbleibenden Angreifer Maximilian Bauer, Thomas Breu und Patrick Drofa sind eher auf den Außenpositionen beheimatet, Mauerkirchner wäre der einzige echte Zentrumsstürmer. Hanslmaier: „Er hat in den fünf Spielen, die er nach seiner Verletzung absolviert hat, die Bälle gut gehalten. Auch wenn er selber noch nicht getroffen hat, war er für uns wichtig. Deswegen werden wir seinen Vertrag nicht auflösen, sondern erst einmal ruhen lassen.“

Zur beruflichen Komponente mit längerer Arbeitszeit kommt bei Mauerkirchner, der am vergangenen Donnerstag Vater geworden ist, auch noch die private Seite, die ihn jetzt fordert: „Wenn ich nicht richtig trainieren kann, kann ich Buchbach auch nicht helfen. Die beruflichen Veränderungen waren bei meinem Wechsel im Sommer noch nicht absehbar. Ich komme kaum mehr vor 17:30 Uhr aus der Arbeit raus, schaffe es dann auch nicht mehr ins Training und muss auch noch Fortbildungen machen. Dazu die Familie. Das kriege ich einfach nicht mehr alles unter einen Hut.“

Ohne Einigung muss Mauerkirchner pausieren

Mit seinem Wunsch ab dem Frühjahr wieder in Traunstein zu Kicken beißt Mauerkirchner bei den Buchbacher Verantwortlichen bislang auf Granit. Der Stürmer teilte dem TSV indes mit, dass er nicht mehr für den Verein spielen werde. Bleiben alle Seiten bei ihrer Haltung, wird der Angreifer wohl oder übel ein halbes Jahr warten müssen, bis er wieder aktiv ins Spielgeschehen eingreifen kann. Denn sein gültiger Vertrag in Buchbach läuft erst im Sommer aus - und erst danach, also zur nächsten Saison, wäre er wieder für den SB Chiemgau spielberechtigt.

Dass ihm die Buchbacher eventuell keine Freigabe erteilen, ist für Mauerkirchner kein Weltuntergang: „Dann mache ich eben eine Pause. Ich habe ja auch den Traunsteinern gesagt, dass ich im Falle einer Freigabe nur bedingt zur Verfügung stehen würde. Und nur dann trainieren oder spielen könnte, wenn es zeitlich passt.“

Buchbach sauer auf Jochen Reil 

Angesäuert sind die Buchbacher indes über Traunsteins Trainer Jochen Reil, der aus ihrer Sicht dem Regionalligisten den schwarzen Peter zuschiebt. "Ich gebe aber die Hoffnung noch nicht auf - und zähle noch auf eine positive Entscheidung der Buchbacher!" zitiert das Traunsteiner Tagblatt den SBC-Coach, der keinen Hehl daraus macht, dass er eine solche Entscheidung für die einzig vernünftige hält. „Ein Reil hat nie mit uns gesprochen. Ich hatte lediglich mit Peter Mallmann Kontakt. Er hat auch unsere Beweggründe verstanden“, erklärt hingegen Hanslmaier.

Der Traunsteiner Pressesprecher bestätigt das: „Ich kann das auch Buchbacher Sicht nachvollziehen. Trotzdem würde wir uns natürlich freuen, wenn Stefan noch die Freigabe erhält. Der Verein ist ja auch nicht auf Stefan zugegangen, das hat sich durch die Situation so ergeben. Wir sind erst einmal davon ausgegangen, dass Stefan bis zum Sommer in Buchbach bleibt und dann wieder zu uns kommt.“

Auch mit dem SB Rosenheim gibt es Ärger - um Eyrainer

Derzeit liegen die Verantwortlichen des SB Chiemgau und ihr Trainer noch mit einem weiteren Verein im Clinch: Bekanntlich hat ja auch SBR-Haudegen Franz Eyrainer nach langen Jahren dem Sportbund-Campus den Rücken gekehrt und sich dem Ligakonkurrenten aus Traunstein angeschlossen. Doch auch hier fehlt bislang die Freigabe - auch Eyrainer wird vorläufig nur mittrainieren können. Der SB DJK Rosenheim und der Sportbund aus Traunstein haben sich bis dato nicht über die Ablösemodalitäten einigen können. "Ich verstehe das einfach nicht! Meiner Meinung nach ist das alles vernünftig abgelaufen.", zeigt sich Reil erbost und ohne Verständnis für die Verhandlungsführung der Rosenheimer.

Pikantes Detail am Rande: In der Vorbereitung der Traunsteiner auf die Frühjahrsrunde ist für den 1. Februar (19:30 Uhr) ein Sportbund-Duell als Testspiel anberaumt. Ob sich die Missstimmung zwischen SBC und SBR bis dahin in Wohlgefallen aufgelöst hat, erscheint fraglich. In der Liga würde Eyrainer in dieser Saison nicht mehr auf seinen Heimatclub treffen, da beide Partien bereits gespielt sind - ein Aufeinandertreffen ging 1:1 Unentschieden aus, das andere gewann der SB Chiemgau knapp mit 1:0.

Müller und Zeric - zwei weitere Neue in Traunstein

Keine Probleme gibt es dagegen bei zwei weiteren Traunsteiner Neuzugängen: Die Transfers von Mittelfeldakteur Marco Müller vom TSV Altenmarkt und Abwehrspieler Faruk Zeric vom österreichischen SC Wolkersdorf sind fix - und ohne Schwierigkeiten über die Bühne gegangen.

Darüber hinaus will Traunsteins Übungsleiter Reil auch wieder zwei Jugendliche aus der vereinseigenen U19 in die Herrenmannschaft hinaufziehen. Manuel Freutsmiedel und Forian Mayer sollen den Kader verstärken - und zu diesem Zwecke in der Vorbereitung schon einmal Landesliga-Luft schnuppern. Letzterem fehlt allerdings aufgrund seines Alters noch die Spielberechtigung für die Herren.

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Michael Buchholz / cs

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