ASV Dachau - SB DJK Rosenheim 2:0

Engagierter Sportbund in Dachau ohne Fortune

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Am Ende reichte es für die jungen Grünen von Gästecoach Klaus Seidel trotz Bemühens nicht für Zählbares beim ASV Dachau.
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Dachau - Trotz eines über die komplette Spielzeit energischen und bemühten Auftretens reichte es für einen glücklosen, was seine spielerischen Mittel angeht allerdings auch begrenzten, Sportbund aus Rosenheim nicht zu Punkten in Dachau. Nachdem der heimische ASV nach einem Eckball in Führung gegangen war, liefen die Rosenheimer einem Rückstand hinterher, den sie in einer ausgeglichenen Partie letztlich nicht mehr aufholen konnten.

Nachdem die grünen Rosenheimer seit mittlerweile vier Ligaspielen nicht mehr gewinnen konnten, standen sie im schweren Auswärtsmatch beim favorisierten ASV Dachau durchaus unter Druck. Auch wenn die Sportbündler mit einer ganz jungen Truppe und, bis auf ganz wenige Ausnahmen, fast ohne Routiniers die Kohlen aus dem Feuer holen müssen – nur einen einen Zähler vor einem Abstiegs-Relegationsplatz rangiert es sich eben nicht sonderlich komfortabel. Das machte die Aufgabe beim im oberen Drittel beheimateten ASV nicht leichter.

Beiden Teams fehlten zuletzt die Ergebnisse

Auch die Dachauer konnten vor der Partie mit ihrer bisherigen Bilanz im Jahr 2018 nicht wirklich zufrieden sein. Lediglich einen von sechs möglichen Punkten konnten sie einfahren. Kein Grund zur Sorge, aber bei doch teilweise etwas höher angesiedelten Ambitionen auch kein Traumstart. Und angesichts des Tabellenstandes vielleicht auch ein kleiner Wink, nicht bloß nach vorne zu schauen, sondern sich auch gewissenhaft nach hinten abzusichern. Eine Niederlage gegen den Gast vom Inn sollte also tunlichst vermieden werden. Denn das Hinspiel auf dem heimischen Campus konnte der SBR mit 1:0 für sich entscheiden.

Ausgetragen wurde das Match nicht im Dachauer Sepp-Helfer-Stadion, sondern nebenan auf dem windigen und daher noch kälteren Kunstrasenplatz. Grund dafür war das wiederum garstiger geworden Wetter in Form eines erneuten Wintereinbruchs. Die Gastgeber wollten ihren Naturrasen nur zwei Wochen vor einem Heimspielmarathon mit drei Partien in einer Woche nicht gefährden.

Enger Kunstrasen kommt keiner Mannschaft entgegen

Entgegenzukommen schien das an diesem Tag keiner von beiden Mannschaften. Auf dem engen Feld schenkten sie sich zwar nichts – schönen Kombinationsfußball bekamen die frierenden Zuschauer aber nicht zu sehen. Die äußerst ausgeglichene Begegnung, in der kaum Klassenunterschiede zu erkennen waren, kam eindeutig über den Kampf – wurde dafür aber unter dem Strich von beiden Seiten bemerkenswert fair ausgetragen. Die Heimelf war vielleicht in Sachen Technik und Ballgewandtheit einen Tick gefälliger, die Rosenheimer schienen dafür in Durchgang Zwei konditionell den ein oder anderen Meter mehr gehen zu können.

Service:

Eigentlich lieferten sich beide Teams über neunzig Minuten einen Abnutzungskampf auf Augenhöhe, der letztlich nicht durch spielerisches Niveau, sondern durch Nuancen entschieden wurde. In der ersten Halbzeit gab es aus Gästesicht eigentlich wenige erwähnenswerte Momente.

Glanzloses Spiel - Standard bringt ASV die Führung

Nach einer gespielten Viertelstunde hatten die Rosenheimer einmal entscheidend das Nachsehen. Zum einen passten sie nicht auf, zum anderen hatten sie auch kein Ballglück. Nach einer Ecke von Dachaus agilem Angreifer Maximilian Bergner von links kam dessen Teamkollege Zvonimir Kulic auf Höhe des ersten Pfostens am Fünfer zum Kopfball – und markierte unter Zuhilfenahme des Körpers eines Abwehrspielers das frühe 1:0 für den ASV.

ASV Dachau - SB Rosenheim

Aufgrund der Ausgeglichenheit der Partie auf niedrigem spielerischen Level, in der auf beiden Seiten wenig Konstruktives zusammenlief, hatte dieser Treffer quasi bereits vorentscheidenden Charakter – zumindest lenkte er das Match aus Sicht der Hausherren in die richtigen Bahnen. Die Rosenheimer mühten sich redlich – konnten aber nicht wirklich für Gefahr vor dem Dachauer Kasten sorgen. Auch die Gastgeber hatten eigentlich nur eine konkrete weitere Möglichkeit – machten aber nichts daraus: Bergner zog aus guter Ausgangsposition von halblinks deutlich über das Tor (34.).

Fast gelingt mit dem Halbzeitpfiff der Ausgleich

Kurz vor dem Pausenpfiff ergab sich dennoch die Gelegenheit zum Ausgleich für den Sportbund: Nach einer Ecke von der rechten Seite fiel die Kugel zentral im Sechzehner vor die Füße von Rosenheims Simon Baumgartner. Der stocherte sie reflexartig Richtung Gehäuse – doch Dachaus Torwart Artem Bykanov machte sich lang und fischte die Kugel aus dem rechten Winkel (44.). So nahmen die Gastgeber die knappe Führung mit in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel versuchten die wackeren Rosenheimer von Trainer Klaus Seidel noch einmal alles, investierten trotz erkennbarer spielerischer Mängel viel, schafften es aber nicht, sich dafür auch zu belohnen. Letztlich fehlte sicherlich auch etwas das Fortune. Denn in der Phase, in welcher der SBR für gehörig Wind sorgte und die Heimelf in die Defensive drückte, gelang trotz einer Riesenchance nicht der Ausgleich.

SBR macht nochmal Druck - Doppelchance für Rosenheim

Nach einem beinahe fatalen Fehler des ASV beim Versuch weit in der eigenen Hälfte einen Ball abzuwehren, war Rosenheims Thomas Ofenmacher eigentlich durch und hatte halblinks freie Bahn. Doch bereits im Strafraum versagten ihm Kräfte, Nerven oder beides. Jedenfalls fiel er unglücklich über den Ball – und verstolperte so das mögliche 1:1. Das verpasste in einer fast ebenso großen Nachschusschance auch der eingewechselte Daniel Kobel, der anstatt das Leder noch einmal anzunehmen oder überlegt über den bereits herausgeeilten ASV-Torhüter hinweg zu heben, voll abzog – und den Ball weit am Gehäuse vorbei drosch (62.).

In der Folge hatten die Gäste größtenteils ihr Pulver verschossen. Zwar mussten sie immer mehr öffnen, es gelang ihnen aber nicht mehr, noch einmal ähnlich druckvoll zu werden, wie in den ersten etwa zwanzig Minuten der zweiten Halbzeit. Gegen Ende hin konnten sich dann die Dachauer immer öfter befreien – und die Räume für vielversprechende Konter nutzen.

Dachau vergibt Konter um Konter - doch der letzte sitzt

Die wurden allerdings doch eher schlecht als recht ausgespielt, wodurch die Sportbündler bis zum Schluss weiter darauf hoffen durften, vielleicht durch einen Luck Punch hier doch noch einen Punkt mitzunehmen. Der ASV versemmelte 3, 4 gute Kontergelegenheiten sträflich – eher er im allerletzten Gegenangriff dann doch den Sack zu machte:

Nachdem die Rosenheimer in der Abwehr alles aufgelöst hatten, funktionierte in Unterzahl auch der Versuch den Gegner ins Abseits laufen zu lassen nicht mehr: Bergner steckte zentral durch zu David Dworsky, der alleine vor SBR-Keeper Nico Merz ganz cool blieb und noch einmal zu seinem Mitspieler Maximilian Kreitmair quer zu legen – der aus kurzer Distanz nur noch ins leere Tor einschieben musste (90.).

SBR am Ende ohne Punkte - Seidel stellt Positives in den Vordergrund

Das 2:0 war die späte – aber natürlich endgültige Entscheidung. Am Ende war das auch irgendwo verdient. Das minimal bessere Team hatte schließlich den Sieg in einer Partie davon getragen, die der Sportbund keineswegs hätte verlieren müssen. So sah es nach Schlusspfiff auch Gästecoach Seidel: „Wir haben zu oft Spiele, in denen wir sehen, wir können mithalten – aber dann am Ende doch knapp verlieren. Das sind natürlich frustrierende Erlebnisse für die Jungs. Aber daran müssen wir arbeiten und darin müssen wir uns unbedingt verbessern. Denn die liegengelassenen Punkte können uns noch in arge Bedrängnis bringen – man braucht sich die Tabelle ja nur anschauen.“

Seine Schützlinge nahm der Trainer der Grünen in Schutz: „Aber wir haben eben auch nicht die erfahrenen Spieler mit denen vieles vielleicht etwas einfacher für uns laufen würde. Der Kader ist brutal jung – und man muss sich ja ansehen, von wo der Großteil unserer Kicker kommen. Von unten rauf, nicht umgekehrt. Das merkt man natürlich manchmal. Aber ich kann meinen Spielern keine Vorwürfe machen – die wollen alle, die geben Gas, die hängen sich rein für den Verein. Das ist eine gute Truppe. Jetzt müssen wir halt das Heimspiel gewinnen.“

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