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Abschlusspiel am kommenden Dienstag gegen Unterföhring

„Eine Entscheidung der Vernunft“: SBR-Legende Börtschök beendet seine Karriere

Eine Legende tritt ab: Nach 29 Jahren beim Sportbund Rosenheim bestreitet Christoph Börtschök am kommenden Dienstag sein letztes Spiel in seiner Karriere.
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Eine Legende tritt ab: Nach 29 Jahren beim Sportbund Rosenheim bestreitet Christoph Börtschök am kommenden Dienstag sein letztes Spiel in seiner Karriere.

Christoph Börtschök spielt seit 29 Jahren beim Sportbund Rosenheim, davon 15 Jahre lang im Herrenbereich. Der mittlerweile 34-Jährige ist eine Legende beim Landesligisten und erlebte die Aufstiege in die Landes- und Bayernliga mit. Nach dem Spiel gegen Bruckmühl am Freitag wird das Heimspiel am kommenden Dienstag (27. Juli) sein letztes Spiel werden. Danach hängt der Mittelfeldspieler seine Fußballschuhe an den Nagel. beinschuss.de hat mit Börtschök über das Karriereende, die Hintergründe und sein Abschiedsspiel gesprochen.

Rosenheim - Eine Legende tritt ab. Am kommenden Dienstag im Heimspiel gegen den FC Unterföhring wird Christoph Börtschök zum letzten Mal das Trikot des Sportbund Rosenheims tragen Seit 29 Jahren schnürt der Mittelfeldspieler die Fußballschuhe für den Landesligisten, seit 15 Jahren spielt er ununterbrochen beim Sportbund.

„Der Hauptgrund ist meine körperliche Verfassung“

Drei Kreuzbandrisse erlitt der mittlerweile 34-Jährige in seiner Karriere, die Folgen machen sich bemerkbar. Auch wenn ihm die Entscheidung schwer gefallen sei, wie Börtschök im Gespräch mit beinschuss.de betont, sei es eine Vernunftsentscheidung für seine Gesundheit gewesen.

Im Interview mit beinschuss.de erzählt Börtschök, wie schwer ihm die Entscheidung gefallen ist und welche Gründe für ihn ausschlaggebend waren. Er verrät, dass die Corona-Pandemie einen entscheidenden Anteil hatte. Zudem spricht er über sein Abschiedsspiel, seine Higlights mit dem SBR und was der Verein für ihn bedeutet.

Servus Christoph, nach 29 Jahren beim Sportbund Rosenheim, davon 15 Jahren im Herrenbereich, wirst du am kommenden Dienstag gegen Unterföhring deine Fußballschuhe an den Nagel hängen. Was waren die Gründe für diese Entscheidung? 

Christoph Börtschök: Der Hauptgrund ist vor allem meine körperliche Verfassung. Ich hatte in meiner Karriere drei Kreuzbandrisse, davon einer im linken und zwei im rechten Knie. Das wurde jetzt über die Jahre nicht besser und auch im Kernspint sieht man bereits die Folgen. Von den Ärzten wurde mir dringendst abgeraten, mit dieser Intensität weiterzumachen, um  schwerwiegendere Folgenschäden möglichst lang hinauszuziehen. 

Wie schwer ist dir diese Entscheidung gefallen? 

Börtschök: Sehr schwer, weil ich natürlich immer noch Lust auf Fußballspielen habe. Am Ende war es aber eine Vernunftsentscheidung. Ich kann einschätzen, was ich meinem Knie zumuten kann und was nicht. 

Hat die lange Pause durch die Corona-Pandemie auch eine Rolle gespielt? 

Börtschök: Ja diese lange Phase ohne Fußball war letztendlich entscheidend. Davor war ich immer in einer Belastungsphase und war jede Woche 4-5 Mal auf dem Fußballplatz. Daran hat sich auch mein Knie gewohnt und hat das alles mitgemacht. Jetzt ist es so, dass ich  nach einem Training tagelang Beschwerden habe, das ist für mich kein Zustand. Deshalb war die Corona-Pandemie ausschlaggebend beteiligt 

Hast du in dieser Fußballfreien Zeit auch andere Sportarten für dich entdeckt? 

Börtschök: Ich spiel jetzt öfter Tennis, auch wenn dies für mein Knie auch nicht optimal ist (lacht). Ansonsten gehe ich viel Bouldern. 

Ich wollte nicht im Stillschweigen so abtreten.

Börtschök über sein Abschiedsspiel

Wie haben die Verantwortlichen des Sportbunds auf deine Entscheidung reagiert? 

Börtschök: Die Entscheidung habe ich den Verantwortlichen im März oder April mitgeteilt. Sie  haben natürlich versucht mich zu überreden, dass ich noch ein Jahr dranhänge. Aber letztlich wissen sie auch, dass ich eine solche Entscheidung nicht von heute auf morgen treffe, sondern diese mir reiflich überlegt habe. Alle konnten es aber nachvollziehen. 

Gegen Unterföhring ist dein Abschlussspiel. Hast du dir so deinen Abschied vorgestellt? 

Börtschök: Ich wollte nicht im Stillschweigen so abtreten. Ich wollten einen richtigen Abschluss, das habe ich den Verantwortlichen damals auch mitgeteilt. Jetzt bin ich sehr froh, dass ich mich von den Verantwortlichen, Spielern und den Fans verabschieden kann. 

„Von den Ärzten wurde mir dringendst abgeraten, mit dieser Intensität weiterzumachen“: Börtschök traf mit dem Karrierende eine Verunftsentscheidung für seinen Körper.

Hast du dich schon auf diesen Moment vorbereitet, wenn du ausgewechselt wirst? 

Börtschök: Man schiebt es noch auf, aber man denkt natürlich ab und zu darüber nach. Ich  kann noch überhaupt nicht sagen, wie das ablaufen wird und wie ich reagieren werde. Diesen Moment kann man nicht planen. Ich hoffe einfach, dass das Wetter und die  Kulisse passt und ich mich mit einem Sieg verabschieden kann. 

Viele bezeichnen dich als Legende. Wie geht es dir dabei, wenn du dieses Wort hörst? 

Börtschök: Ich würde mich selbst nicht so bezeichnen (lacht). Aber es schmeichelt mir natürlich, ich war ja eben nur bei einem Verein und das kommt heute nicht mehr so oft vor. 

Ohne dich fehlt der Mannschaft Erfahrung. Was wünscht dem Team für die Zukunft? 

Börtschök: Das stimmt, aber wir haben viele junge und hungrige Spieler im Kader. Die müssen jetzt in diese Rolle reinwachsen und das Kommando übernehmen. Das Potential der Spieler ist auf alle Fälle da. Ich hoffe, dass sie die Liga halten, meine Lücke gefüllt wird und sich das Team weiterentwickelt. 

 Ich werde dem Verein mit Sicherheit auf irgendeiner Weise erhalten bleiben.

Börtschök über seine Zeit nach der Fußballkarriere

In 15 Jahren im Herrenbereich beim Sportbund Rosenheim hast du mit Sicherheit einige Highlights erlebt. Welche bleiben dir am meisten in Erinnerung. 

Börtschök: Die Aufstiege in die Landes- und Bayernliga sind natürlich was ganz Besonderes gewesen. Aber auch die Abstiegs-Relegation 2017. Damals fand das entscheidende Spiel genau an meinem 30. Geburtstag statt. Ich habe an diesem Tag zwei Tore erzielt und so haben wir den Klassenerhalt geschafft. Es gab aber auch schmerzhafte Momente. Nach acht Monaten Verletzungspause habe ich mir beim ersten Spiel erneut das Kreuzband gerissen. Das war ein herber Tiefschlag damals. 

Was bedeutet der Sportbund Rosenheim für dich? 

Börtschök: Der Verein hat mich meine ganze Karriere über begleitet und unterstützt. Das Umfeld hat immer gepasst und ich habe stets das Vertrauen gespürt. Der Verein ist sehr familiär, ich habe dort viele Freundschaften geschlossen und mich immer wohlgefühlt. Deshalb wurde ein Wechsel zu einem anderen Klub auch nie konkret. 

Hast du schon Pläne für die Zeit nach dem Karriereende? 

Börtschök: Ich werde jetzt erst einmal einen Cut vollziehen, denn ich will erstmal Abstand gewinnen. Nach dem Spiel gegen Unterföhring geht es in den Urlaub. Natürlich werde ich mir die Spiele noch anschauen, denn ich will auch auf dem Laufenden bleiben. Ich werde dem Verein mit Sicherheit auf irgendeiner Weise erhalten bleiben. Wann und wie ist aber noch nicht geplant, ich lasse das alles auf mich zukommen. 

Neben deinem Abschiedsspiel am Dienstag gegen Unterföhring wirst du auch beim Landesliga-Auftakt gegen Aufsteiger Bruckmühl dabei sein. Wie läuft die Vorbereitung für dich und ist das nochmal ein Highlight für dich? 

Börtschök: Ich bin ein bis zweimal die Woche im Training. Das muss ich, weil ich niemandem im Kader einfach so seinen Platz wegnehmen will. Da ist bei mir der sportliche Gedanke schon sehr wichtig. Und natürlich ist das für mich noch einmal ein besonderes  Spiel. Ein Auftaktspiel hat man nicht jedes Jahr und dazu noch ein Derby. Besser geht es  nicht. 

Christoph Börtschök, vielen Dank für das Interview. 

ma

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