Bei einem Saison-Abbruch in der Landesliga Südost

Erlbach würden 0.05 Punkte zum Aufstieg fehlen: „Die Quotientenregel ist ungerecht“

Die Mannschaft des SV Erlbach steht im Kreis.
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Der SV Erlbach würde nach der aktuellen Regelung auch in der kommenden Saison in der Landesliga Südost spielen.

Bei einem Saison-Abbruch und der Anwendung der Quotienten-Regel würde der SV Erlbach mit einem Rückkstand von 0.05 Punkten auf den VfB Halbergmoos denkbar knapp den Aufstieg in der Bayernliga verpassen. beinschuss.de hat bei Abteilungsleiter Ralf Peiß nachgefragt, wie er zu dieser Regelung steht und ob er einen anderen Vorschlag hätte.

Erlbach - Der Saison-Abbruch im bayerischen Amateurfußball ist unausweichlich. Da der Lockdown im Freistaat verlängert wurde und bis zum 3. Mai kein flächendeckender Trainingsbetrieb möglich ist, kann die Saison 2019/21 nicht mehr bis zum 30. Juni zum Abschluss gebracht werden. Der BFV, der eine endgültige Entscheidung aufgrund offener Rechtsfragen noch nicht formell beschlossen hat, will sich aber noch ein Meinungsbild der Vereine einholen.

Der SV Erlbach würden 0.05 Punkte auf den Tabellenführer Halbergmoos fehlen

In der Landesliga Südost wäre der Kampf um den Aufstieg mit Sicherheit noch spannend geworden und mittendrin wäre auch der SV Erlbach gewesen. Aktuell führt mit 28 gespielten Spielen der TSV Karlsfeld die Tabelle mit 52 Punkten an. Doch der VfB Halbergmoos ist punktgleich, hat aber eine Partie weniger auf dem Konto. Dritter ist der SVE, der sogar drei Spiele weniger hat als Karlsfeld bei einem Rückstand von fünf Punkten.

Um Auf- und Absteiger bei einem Saison-Abbruch zu ermitteln, wird nach Paragraf 93, der im vergangenen Jahr neu eingeführt wurde, die Quotientenregel herangeführt. Dies hätte zur Folge, dass der SVE einer der Verlierer wäre. Das Holzlandteam hätte einen Quotienten von 1.88 und auf den Meister Halbergmoos (1.93) würden nur 0.05 Punkte fehlen. Der TSV Karlsfeld wäre mit einem Quotienten von 1.86 am Ende nur noch Dritter. Da keine Relegationsspiele stattfinden sollen, würde damit der SV Erlbach leer ausgehen und und den Aufstieg in die Bayernliga verpassen.

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Abteilungsleiter Peiß: „Die Quotientenregel ist sehr ungerecht“

beinschuss.de hat bei Erlbachs Abteilungsleiter Ralf Peiß nachgefragt, wie er zu einem Saison-Abbruch mit Anwendung der Quotientenregel steht und ob er eine Alternativ-Vorschlag hätte.

“Aus unserer Sicht ist der Abbruch richtig, weil die Saison nicht mehr zu Ende gespielt werden kann“, sagt Peiß im Gespräch mit beinschuss.de, fügt aber direkt hinzu: „Die Quotientenregel ist allerdings sehr ungerecht.“

Der Abteilungsleiter bezieht sich darauf, dass im vergangenen Herbst nach dem Re-Start Spiele sehr leicht abgesagt werden konnten, beispielsweise durch einen Corona-Verdachtsfall innerhalb der Mannschaft. „Das hat auch uns betroffen und fällt uns jetzt etwas auf die Fuße. Hätten wir zwei Begegnungen, die abgesagt wurden, ausspielen können und hätten eines davon gewonnen, dann wären wir jetzt Erster“, so Peiß.

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„Wir würden die Meinung der Mehrheit respektieren“

Ginge es nach dem Erlbacher Abteilungsleiter, dann sollte niemand von einem Abbruch der Saison benachteiligt werden. „Deshalb bin ich dafür, dass es keine Absteiger und zwei Aufsteiger, da die Relegationsspiele ausfallen, geben sollte.“

Trotz der Enttäuschung will der Landesligist aber keine rechtlichen Schritte gegen den Verband einleiten. „Wir würden die Meinung der Mehrheit respektieren und drohen jetzt hier nicht mit einer Klage“, betont Peiß gegenüber beinschuss.de.

ma

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