Kooperation zwischen Deutschen Fußball Internat und beinschuss.de

DFI-Trainer Jannik Schleelein: "Die Arbeit mit Jugendlichen ist so facettenreich"

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Bad Aibling - Jannik Schleelein ist Trainer am Deutschen Fußball Internat. Im Gespräch mit Beinschuss.de erzählt Schleelein, wie er zum Trainer wurde, was ihn daran begeistert und was die Leser bei den Übungsvideos in den kommenden Tagen erwartet.

Zusammen mit dem Deutschen Fußball Internat (DFI) zeigt euch beinschuss.de in den kommenden Wochen Trainingsvideos, in denen gezeigt wird, welche Übungen ihr mit eurem Team in Kleingruppen bewältigen könnt. Mitverantwortlich für die Videos ist Jannik Schleelein. Der 22-Jährige ist Trainer am DFI und war die letzten beiden Jahre für die Planung und Organisation der täglichen Trainingseinheiten zuständig und Co-Trainer bei der U15-Regionalliga Mannschaft. Aufgrund der aktuellen Lage ist Schleelein nun auch „Corona-Beauftragter". Im Gespräch mit Beinschuss.de erzählt Schleelein, wie er zum Trainer wurde, was ihn daran begeistert und was die Leser bei den Übungsvideos in den kommenden Tagen erwartet.


Hallo Herr Schleelein, vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben. Seit wann sind Sie Trainer?

Schleelein: "Ich bin nun seit knapp sechs Jahren Trainer."


Wie sind Sie in das Trainer-Geschäft gekommen?

Schleelein: "Fußball ist für mich einfach etwas besonders. Auch wenn ich jetzt persönlich nie davon träumen konnte, Profi zu werden, habe ich immer versucht, den Fußball als Spieler leistungsbezogen wahrzunehmen und stets mein Bestes zu geben. Gereicht hat es zumindest für ein paar Minuten Bayernliga (lacht.) Ich komme ursprünglich aus einem Dorf in Unterfranken. Strukturschwache Gegend was den Juniorenfußball angeht - deswegen gab es auch immer wieder Probleme, wer bei einem kleinen Dorfverein die Jugendmannschaften besetzt. Ich bin über meinen kleinen Bruder dann dazu gekommen, mal die Rollen zu tauschen und vom Spieler zum Trainer zu werden. Ich habe dann stellvertretend immer mal wieder eine Trainingseinheit geleitet, wenn der eigentliche Trainer verhindert war. Das war im Nachhinein wohl ein ausschlaggebender Punkt."

Wie sind Sie zum DFI gekommen?

Schleelein: "Eigentlich ziemlich zufällig. Ich wollte nach meinem Abitur nicht gleich studieren, sondern erst was praktisches machen und damit Erfahrungen sammeln. Ich habe mich dann dazu entschieden ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu machen und bin zufällig im Internet auf das DFI gestoßen. Das hat dann relativ schnell von beiden Seiten gepasst und so bin ich von der Heimat nach Bad Aibling gezogen. Jetzt im Sommer werden es bereits vier Jahre, in denen ich nebenbei zusätzlich ein Bachelorstudium absolviere."

Für was sind Sie beim DFI zuständig beziehungsweise was sind Ihre Aufgaben?

Schleelein: "Am DFI ist es allgemein so geregelt, das jedem mehrere Aufgaben zugeordnet sind. Die letzten zwei Jahre war ich einerseits für die Planung und Organisation der täglichen Trainingseinheiten zuständig, andererseits Co-Trainer bei der unserer U15-Regionalliga Mannschaft. Zudem stehe ich auch immer wieder selbst auf dem Platz und führe ein Individualtraining durch. Meine momentane Aufgabe ist die Koordination der Trainingseinheiten nach den Hygieneregeln. Nach den aktuelle Bestimmungen braucht jeder Verein einen sogenannten „Corona-Beauftragten“, der beispielsweise verantwortlich für die Kontrolle und Aufbewahrung der Anwesenheitslisten ist. Bei jedem Kleingruppentraining muss die Trainingsgruppe nach Symptomen abgefragt und dann per Namen dokumentiert werden, sodass bei einer möglichen Ansteckung die Infektionsketten nachzuvollziehen sind. Ab Sommer bin ich dann verantwortlich für den kompletten Bereich Feriencamps und Trainingslager am DFI. Darunter fallen beispielsweise auch Aufenthalte von internationalen Gruppen."

Warum macht Ihnen die Arbeit mit den Jugendlichen Spaß? Was ist das besondere?

Schleelein: "Es wird definitiv nie langweilig. Die Arbeit ist so facettenreich, weswegen immer neue Herausforderungen auf einen zukommen. Ich mag es allgemein mit Menschen zu arbeiten und der Impact auf den einzelnen Jugendlichen, den ich leisten kann, ist natürlich nochmal größer."

Was vermitteln Sie den Jungs?

Schleelein: "Ich versuche, dass die Jungs immer mit dem Herzen bei der Sache sind. Das lebe ich auch vor. Dazu gehören natürlich auch beide Seiten – Freude bei Erfolgen aber auch Ärger und Frust bei Niederlagen. Solche Emotionen machen für mich den Sport aus und letztendlich freue ich mich – wie wahrscheinlich jeder – lieber, als ich mich ärgere. Dabei ist Erfolg nicht über einen Sieg am Wochenende definiert, sondern eher an das Abrufen der persönlichen Bestleistung geknüpft."

Welche Eigenschaften muss Ihrer Meinung nach ein guter Trainer haben?

Schleelein: "Meine persönliche Einschätzung dazu ist vor allem auf das menschliche ausgelegt. Den perfekten Trainer würde ich als vielseitig und wandelbar beschreiben. Was ich damit meine ist, das Trainer und Spieler ein besondere Beziehung zueinander haben und situationsweise eine andere Ansprache notwendig ist. Die Jungs müssen zum Beispiel auch mal in den Arm genommen werden. Andere brauchen salopp gesagt einen Arschtritt. Eine Mannschaft umfasst circa 20 Menschen, die alle einen unterschiedlichen Charakter aufweisen. Als Trainer muss man diese Gruppe an Personen (zusammen-)führen und dabei versuchen jedem einzelnen gerecht zu werden. Vor allem den letzten Punkt, erachte ich als einer der schwierigsten Aufgaben."

Was erwartet die Leser bei den Übungsvideos in den kommenden Tagen?

Schleelein: "Ich hoffe natürlich wir können den Lesern ein Gefühl geben, dass es langsam aber sicher auch im Sport wieder ein Zurück in die Normalität gibt. Klar haben die Trainingseinheiten unter Berücksichtigung der Hygiene-Regeln nichts mit einem normalen Mannschaftstraining zu tun. Aber die Einheiten bieten eine super Möglichkeit den Kindern die Chance zu geben auf dem Fußballplatz zusammen zukommen und gemeinsam ihrer Leidenschaft nachzugehen. Die Übungen sind aber genauso auch auf den Erwachsenenbereich ummünzbar. Wir wollen den anderen Vereinen Beispiele zeigen, was aktuell möglich ist und so auch die Angst bei der Umsetzung dieses besonderen Trainings vieler Vereine minimieren. Jeder kann somit ein klareren Eindruck von der momentanen Trainingssituation unter Einbehaltung der Sicherheitsabstände gewinnen."

ma



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