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Exklusivinterview mit Alexander Blessin

Burghausen-Legende will mit Genua aufsteigen: „Es macht Spaß, aber der Druck ist da“

Alexander Blessin als Angreifer vor 20 Jahren im Dress von Wacker Burghausen.
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Alexander Blessin als Angreifer vor 20 Jahren im Dress von Wacker Burghausen.

Vor 20 Jahren feierte Alexander Blessin als Spieler von Wacker Burghausen den Aufstieg in die 2. Bundesliga. 20 Jahre später trainiert der Schwabe den italienischen Zweitligisten Genua CFC und hat ein klares Ziel. Im Interview erinnert sich der 49-Jährige an seine Zeit in Burghausen.

Grassau – Es dauerte 20 Jahre, bis Alexander Blessin mal wieder in Südostoberbayern aufkreuzte. Der Schwabe war als Trainer des italienischen Traditionsclubs Genua CFC für ein Testspiel gegen Lazio Rom in Grassau. Die OVB-Sportredaktion hatte die Gelegenheit für ein Gespräch mit Blessin genutzt – und gleich dessen Erinnerungen an die Zeit mit Wacker Burghausen aufgefrischt. Vor 20 Jahren stürmte der 49-Jährige für die Salzachstädter und feierte mit dem Team den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit in Burghausen?

Alexander Blessin: Es war ja eigentlich nur sehr, sehr kurz. Ich bin damals aus Antalya gekommen und ging auch schnell wieder weiter für mich. Es war von den Jungs her eine schöne Zeit. Aber wenn man den ersten Teil nicht miterlebt hat, ist es schwierig, da gleich reinzukommen. Zumal die Mannschaft auch sehr eingespielt war. Zum Ende hin waren es zehn Spiele. Es war schön, die Gegend war auch schön, und den Aufstieg nimmt man gerne mit. Letztlich hat es nicht so gepasst, aber ich habe dennoch positive Erinnerungen an Burghausen und die Zeit damals.

„Mein Gott, sieht der aber fesch aus!“

Haben Sie noch irgendwelche Kontakte?

Blessin: Den Roland Bonimeier seh ich ab und zu auf Instagram, da hat er immer einen Anzug an und ich denk mir: Mein Gott, sieht der aber fesch aus! Das war von der Mannschaft her ein guter Zusammenhalt, da waren super Typen dabei und es war echt witzig. Vielleicht waren wir damals nicht individuell so stark, aber man hatte eine brutale mannschaftliche Geschlossenheit – und deshalb sind wir auch verdient aufgestiegen.

Nun sind Sie Trainer in Genua und waren wieder in der Region. Wie ist denn die Vorbereitung verlaufen?

Blessin: Mir war wichtig, dass wir in die Berge gehen konnten. In Genua war es unglaublich heiß, da konnte man nicht trainieren. Man kriegt ja auch mit, wie groß dort der Wassermangel ist. Wir haben überall das Problem, aber dort ist es halt auch extrem. Ich war froh, dass wir in Bad Häring super Bedingungen hatten. Wir sind immer noch in der Findungsphase, sind auch mit dem Kader noch nicht fertig. Aber ich bin guter Dinge, dass wir die Mannschaft finden, die für den Club und die Fans den direkten Wiederaufstieg schaffen soll. Das ist eine große Aufgabe, weil sieben, acht Mannschaften aufsteigen wollten. Das ist hammerhart, aber dessen sind wir uns bewusst.

Sie sind bei einem Verein mit unglaublicher Tradition. Wie groß ist der Druck?

Blessin: Letztendlich mache ich mir selbst am meisten Druck, denn ich will ja die Spiele gewinnen. Als wir damals im Januar gekommen sind, herrschte eine Totengräberstimmung. Man hatte eigentlich gar nicht mehr gerechnet, dass wir irgendeine Chance haben. Wir haben dann versucht, der Mannschaft ein paar Änderungen in der Art und Weise, wie wir spielen wollen mitzugeben, und das hat ganz gut geklappt. Wir haben dann einen Rekord eingestellt mit sieben Unentschieden hintereinander – und die waren entscheidend, weil wir drei, vier Spiele hätten gewinnen müssen, in denen wir die bessere Mannschaft waren. Die acht Punkte Rückstand haben wir auf drei reduziert, aber es hat nicht geklappt. Jetzt müssen wir die Serie B annehmen. Wir haben über 14 000 Dauerkarten abgesetzt und unsere Ultras sind unglaublich, so etwas habe ich noch nie erlebt. Insofern macht es riesig Spaß, aber der Druck ist da, das ist klar.

„Die Kombination ist wichtig“

Sie haben mit Stefan Ilsanker einen amtierenden Europa-League-Sieger aus Frankfurt geholt. Soll er diese Siegermentalität einbringen, die man für den Aufstieg braucht?

Blessin: Wir haben in der Transferperiode im Winter umstrukturiert, ältere Spieler ziehen lassen und auf Jugend gesetzt. Das war wichtig für den Prozess. Wir sind uns aber alle einig, dass in der Serie B die Kombination aus alten, erfahrenen und jungen, hungrigen Spielern extrem wichtig ist. Insofern war es wichtig, dass wir ihn dazu holen. Ich kenne Stefan ja schon aus Leipzig. Wenn die Jungs alle merken, dass er das in seiner DNA hat, dann orientieren sich die jungen Spieler alle daran.

Genua-93-Cheftrainer Alexander Blessin im Gespräch mit OVB-Sportredakteur Thomas Neumeier.

Sie waren Nachwuchstrainer in Leipzig und werden damit automatisch mit diesem schwungvollen Red-Bull-Spielstil verbunden. Kann man diesen in die zweite italienische Liga implementieren?

Blessin: Ich bin so ausgebildet worden, habe aber natürlich meine eigenen Vorstellungen. Ich habe es mal so gesagt: 50 bis 60 Prozent von der RB-DNA, aber jeder hat dann so seine eigene Vorstellung von Fußball, was das Spiel mit dem Ball und die Feinheiten anbelangt. Diese 40 Prozent nehme ich mir einfach, da will ich auch frei sein. Um auf die Frage zurückzukommen, ob dieser Stil in die Serie B passt: Das wird man sehen. Wir hatten in der Serie A weniger Ballbesitz, das wird in der Serie B nun anders sein und heißt, dass wir da wieder andere Lösungen und Lösungswege brauchen. Wir werden wohl nicht so viele Pressingsituationen herstellen können, weil dann eher der lange Ball gesucht wird.

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