Bundeseinheitliche Regelungen treten in Kraft

Koch verärgert über die Bundesnotbremse: „Keineswegs der erhoffte Schritt“

Dr. Rainer Koch hält eine Rede auf dem Verbandstag
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BFV-Präsident Dr. Rainer Koch.

„Das ist keineswegs der erhoffte und in unseren Augen längst überfällige Schritt in die richtige Richtung“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch zur beschlossenen „Bundesnotbremse“. Was das für den Amateurfußball in Bayern zur Folge hat, ist aktuell noch offen.

Das erweiterte Infektionsschutzgesetz tritt ab Samstag in Kraft. Nachdem die sogenannte Bundesnotbremse zuerst den Bundestag und dann auch den Bundesrat passiert hat, hat am Donnerstag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Gesetz unterzeichnet. Dies sieht vor, dass ab einer 7-Tages-Inzidenz von über 100 auf drei aufeinander folgenden Tagen bundeseinheitliche Regelungen in Kraft treten.

„Der Amateur- und Jugendfußball stellt kein pandemisches Problem dar“

„Das ist keineswegs der erhoffte und in unseren Augen längst überfällige Schritt in die richtige Richtung. Das Gegenteil ist der Fall“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch. „Nahezu alle Expert*innen-Meinungen und harten Fakten wurden erneut negiert. Ich bleibe dabei und wiederhole mich ausdrücklich: Der Amateur- und Jugendfußball stellt kein pandemisches Problem dar, sondern ist vielmehr fixer Teil der Lösung.“ Koch betont noch erneut, wie wichtig der Sport für die Gesellschaft und Gesundheit der Bürger ist.

Vor allem bei Kinder und Jugendliche kann der BFV-Präsident nicht verstehen, warum es keine Lockerungen gibt: „Bis heute kann niemand erklären, warum in der Schule getestete Kinder nicht auch am Nachmittag gemeinsam unter Aufsicht und unter Einhaltung der etablierten Hygienekonzepte trainieren dürfen. Das bleibt ihnen mit dieser Regelung, von der wir im Moment nicht wissen, ob sie in Bayern überhaupt gilt, faktisch verwehrt und hat drastische Folgen – für Körper und Psyche, aber auch für den Unterbau in unseren Vereinen.“

„Die Politik sollte jede Entscheidung auf der Basis von Fakten treffen“

Auch DFB-Präsident Fritz Keller äußerte sich zur neu beschlossenen „Bundes-Notbremse“ und forderte von der Politik mehr Vertrauen in den Amateursport: „Die Politik sollte jede Entscheidung auf der Basis von Fakten treffen. Immer mehr wissenschaftliche Studien von Aerosolforschern und Epidemiologen belegen das äußerst minimale Infektionsrisiko an der frischen Luft und die wachsenden Gefahren für die Gesundheit aufgrund des Bewegungsmangels. Wer draußen Fußball spielt, gefährdet seine Gesundheit nicht, ganz im Gegenteil: Er stärkt sie. Freiluftsport sollte unter Einhaltung der bewährten Hygienekonzepte endlich wieder umfassender ermöglicht werden. Unsere Amateursportler*innen und Vereine haben mehr Vertrauen und Unterstützung verdient. Sie benötigen klare Perspektiven und keine schwer nachvollziehbaren Entscheidungen allein auf der Basis von Inzidenzwerten.“

ma

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