Beinschuss-Classics: Die Renaissance der Leistungsträger!

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Wir haben für Euch unser Archiv durchstöbert und die alten Beinschuss-Hefte ausgegraben. Während der Winterpause präsentieren wir Euch einige Highlights aus vergangenen Tagen.

Wir haben für Euch unser Archiv durchstöbert und die alten Beinschuss-Hefte ausgegraben. Während der Winterpause präsentieren wir Euch einige Highlights aus vergangenen Tagen.

Nach Andi Schunko zeigt bei 1860 auch Stefan Kurz Führungsqualitäten

Sieben von 34 Spielen sind in der Bayernliga, Saison 97/98, absolviert. Knapp ein Fünftel also. Frage: Wo steht der TSV 1860? Antwort: Nach Punkten bemessen noch immer in der Abstiegsbedrohten Zone. Daran hat auch das 3:3 in Feucht nicht viel geändert. Aber es gibt Dinge, die kann man nicht mit Zahlen und Punkten messen. Beispielsweise die Überzeugung, in der Bayernliga mithalten zu können. Diese Überzeugung hat die nicht nur aufopferungsvoll kämpfende, sondern auch spielerisch überzeugende Sechziger-Mannschaft aus Feucht mitgebracht.

Die Zuschauer waren sich einig, ein so niveauvolles, temporeiches Spiel schon lange nicht mehr gesehen zu haben. Feuchts Trainer Nüssing verteilte auch Komplimente: "1860 war bislang die beste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben."

Mannschaft zeigt Nehmerqualitäten

Fakt ist: Die Mannschaft ist nach dem siebten Spieltag mental schon viel weiter als vor ein paar Wochen. Die erste allgemeine Verunsicherung nach dem mageren Start ist passé. Da beschworen Kritiker schon den Sturz ins Bodenlose, weil Leistungsträger (Rothstein, Parstorfer, Wimmer, Klapan) abwanderten.

Aber die Mannschaft, auch von Trainer Reinhald Mathy ("da kommt zu wenig") unter Druck gesetzt, zeigte Nehmerqualitäten. Und reagierte: Zog Andi Schunko mit vier Treffern gegen Landshut und Aindling den Karren aus dem Dreck, so wartete in Feucht mit Stefan Kurz ein weiterer altgedienter, erfahrener Akteur mit einer ungeahnten Leistungsexplosion auf. Keine Frage: Die Renaissance der Team-Stützen reißt die anderen mit. 

"Dann kämen auch bei uns 700 Zuschauer ..."

"Stefan, lach mal wieder", klappste Technischer Leiter Günther Schmitt seinem Torjäger Kurz nach der grandiosen Partie in Feucht auf die Schulter, als sich Kurz in einer Ecke im Bus verkroch. "Ich bin zu kaputt, um zu lachen. Freuen tue ich mich später", so die Antwort. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben - so das Motto von Kurz. Und so soll auch das Motto in Sachen "Siege" lauten. Wenn 1860 die Leistung von Feucht in den kommenden Wochen auch nur annähernd bringen kann, dann kommen auch die Punkte.

"Solche Spiele müssten wir mal zu Hause liefern. Dann kämen auch bei uns 700 Zuschauer", hofft Technischer Leiter Schmitt nun auf eine weitere Top-Leistung am kommenden Samstag gegen den Tabellennachbarn VfL Frohnlach. Aber Reinhold Mathy wird auch die Defizite nicht übersehen haben. Wer auswärts als Aufsteiger drei Tore schießt, muss normalerweise gewinnen. Noch dazu, wenn die Manndecker Brandl (gegen Zettl) und Pletzer (gegen Ziegler) ordentliche Arbeit abliefern, und auch der Abräumer vor der Abwehr, Rudi Schlosser (gegen Spielmacher Auernhammer), stark spielt. Wer weiß wie es gelaufen wäre, wenn Keeper Mühlholm beim Flanken vorm 2:2 und 3:2 für Feucht energisch aus seinem Kasten gegangen wäre, statt auf der Linie zu bleiben.

Es ging drunter und drüber

Dass es beim Krimi in Feucht bei einem Punkt blieb, lag aber auch an der Abteilung Offensive. Denn 1860 hatte bei ausgeglichenen Spielanteilen die klar besseren Chancen. Rohner vergab bei seinem ersten Bayernligaspiel von Beginn an zweimal aus halbrechter Position, Kurz grätschte nach einem Querpass von Andi Schunko um Haaresbreite am Ball vorbei. Und im Finish (zwischen der 88. und 93. Minute ging es drunter und drüber) hatten Kurz, Höhensteiger und Schunko (mit den Kräften am Ende) noch Großchancen zum 3:4. Ärgerlich für 1860 auch das Tor zum 3:2. Da wollte Mathy auswechseln und die Defensive stärken, aber der Schiedsrichter bekam davon nichts mit - prompt traf "Joker" Nüssing zum 3:2.

"Vor, zurück, vor, zurück. Wir haben gespielt wie die Roboter", freute sich Mittelfeldspieler Rudi Schlosser. Mario Brandl blieb etwas nüchterner. "Das war ein Klasse-Spiel von beiden Mannschaften. Aber jetzt müssen wir gegen Frohnlach drei Punkte einfahren. Dann geht es aufwärts."

Die Daten zum Spiel

Tore

1:0 (64.) Robert Ziegler, Zettl geht mit einem langen Pass von Kocak an die Grundlinie, den Rückpass verwertet Ziegler aus acht Metern.

1:1 (64.) Stefan Kurz schießt nach feinem Pass von Thomas Rohner in die Gasse aus Mittelstürmerposition halbhoch am herausstürzenden Lehneis vorbei ein.

1:2 (70.) Stefan Kurz - ein kurioses Tor. Höhensteiger zieht ab, dann läuft Stefan Kurz ins Abseits, bekommt die Kugel aber nach einer Karambolage von einem Feuchter serviert und lupft sie aus 14 Metern gefühlvoll über den am Fünfer postierten Lehneis ins Tor

2:2 (81.) Daniel Müller, erst zwei Minuten im Spiel, trifft im Anschluss an ein Getümmel aus 18 Metern.

3:2 (87.) Stefan Nüssing, Mühlholm bleibt auf der Linie, als Kocak von rechts flankt. Metschies legt quer und Nüssing setzt die Kugel aus 19 Metern hoch ins Eck

3:3 (88.) Rudi Schlosser, Höhensteiger flankt, den Kopfball von Kurz kratzt Lehneis noch von der Linie, aber Schlosser ist zur Stelle.

Zuschauer: 650

Quelle: regional beinschuss, ls

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