Beinschuss-Direkt: Es geht nur Schritt für Schritt

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Erlbach-Trainer Robert Berg (Mitte) hat ein klares Konzept

Der SV Erlbach hat die Landesliga Südost auf einem starken dritten Platz beendet. beinschuss.de hat Erfolgstrainer Robert Berg getroffen und einen detaillierten Einblick hinter die Kulissen erhalten.

Beinschuss-Redakteur Tobias Ruf hat sich in Erlbach mit dem Cheftrainer Robert Berg unterhalten. Der SV Erlbach geht als Dritter der Landesliga Südost in die Winterpause, Berg gibt einen Einblick in das sportliche Innenleben des Vereins und erklärt die Erlbacher Erfolgsgeschichte:

beinschuss.de: Robert, wie fällt dein Fazit zur Winterpause aus?

Robert Berg: Die Ausgangsbedingungen waren sicher nicht einfach. Wir hatten einen ziemlichen Umbruch in der Mannschaft, vor allem im defensiven Bereich. Das hat sich zu Saisonbeginn dann auch auf dem Platz geäußert, das erste Drittel war nicht leicht. Aber dann haben wir die Kurve gekriegt, die vielen Ausfälle gut kompensiert und am Ende auch die entsprechenden Punkte eingefahren.

Zwei Punkte bis zur Relegation. Ist der Aufstieg ein konkretes Thema?

Berg: Die Landesliga ist für einen Verein wie Erlbach etwas Besonderes. Das schlimmste, was man jetzt machen könnte, ist, den Erfolg erzwingen zu wollen und auf Gedeih und Verderb den Aufstieg in die Bayernliga anzuvisieren. Das würde auf Dauer nicht gut gehen, kontinuierliches Wachstum ist die deutlich sinnvollere Variante. Auf lange Sicht sollte man einen Aufstieg aber durchaus im Auge behalten.

Der SV Erlbach ist ein besonderer Verein. Erkläre unseren Lesern doch kurz die Philosophie des SVE

Berg: Es gibt sicherlich viele Vereine auf unserem Niveau, die über wesentlich höhere finanzielle Möglichkeiten verfügen. Wir hingegen setzen auf junge Talente, die hier den nächsten Schritt machen können.

Wie passt Du in dieses Konstrukt?

Berg: Es macht mir unheimlich Spaß, einzelne Spieler und damit eine gesamte Mannschaft weiterentwickeln zu können. Natürlich habe ich auch nichts dagegen, wenn mal der ein oder andere fertige Spieler zu uns kommt, aber unter dem Strich stimmt die Philosophie des SVE mit meiner Arbeitsweise überein.

Worin liegt das sportliche Erfolgsgeheimnis?

Berg: Ich bin lange genug dabei. Der Schlüssel ist sicher, dass man mit Misserfolgen entsprechend umgehen lernt und immer versucht, die nötigen Schlüsse daraus zu ziehen. Es geht darum, insgesamt gute Arbeit abzuliefern. Dann ist auch der ein oder andere kleine Rückschritt drin.

Wie überzeugst du talentierte Spieler, nach Erlbach zu kommen?

Berg: Die Infrastruktur ist sicher das Eine. Wir verfügen über super Trainingsbedingungen und das Waldstadion hat enormen Charme. Die andere Komponente ist die Möglichkeit, die junge Spieler bei uns haben. Hier können sie reifen und sich zu gestandenen Spielern ausbilden lassen. Dabei spielt der Faktor Geduld eine große Rolle. Wir arbeiten Schritt für Schritt, kleinere Rückschläge sind jedem Spieler zugestanden, das ist sichr nicht überall der Fall.

Gibt es besondere Komponenten im sportlichen Bereich?

Berg: Das gesamte Trainerteam arbeitet mit viel Akribie. Wir zeichnen jedes Spiel auf und versuchen dann, an den individuellen Punkten anzusetzen. Zudem passen wir uns den Gegebenheiten beim SV Erlbach an. So bieten wir beispielsweise unseren Studenten im Team die Möglichkeit, Sonderschichten einzulegen, wenn sie zu den normalen Trainingszeiten nicht verfügbar sind.

Was hat Dich vor gut zwei Jahren überzeugt, den Trainerjob in Erlbach anzunehemen?

Berg: Ich habe oft selbst hier gespielt und diese tolle Atmosphäre erleben dürfen. Zudem merkt man an allen Ecken, welches Potenzial in diesem Verein steckt. Es gibt unheimlich viele Leute, die voll und ganz hinter diesem Klub stehen, das ist natürlich ein überzeugender Faktor.

Wie äußert sich das in der Praxis?

Berg: Man nehme nur den Umbau des Sportheims als Beispiel. Da haben unfassbar viele Leute mitgeholfen und wahnsinnig viel Zeit investiert. Das habe ich in dieser Form noch nicht erlebt.

Hast Du den Schritt schon einmal bereut?

Berg: Zu keiner Sekunde!

Wie ist der Fahrplan für die Winterpause?

Berg: Als amtierender bayerischer Hallenmeister werden wir natürlich auch bei den Hallenturnieren angreifen. Aber alles mit der nötigen Gelassenheit. Unser Fokus liegt auf der Landesliga.

Vielen Dank für das Gespräch

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