Beinschuss-Direkt: "Man fängt an sich zu wehren" - Die Erklärung vom Drecksau-Image auf dem Platz

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Der frühe Vogel fängt den Wurm: Kolbermoor-Kapitän Patrick Eder und Beinschuss-Redakteur Manuel Bonke trafen sich in den frühen Morgenstunden vor der Arbeit zum Gespräch

Beinschuss-Direkt: So heißt die Rubrik, in der jede Woche ein bekanntes Fußballgesicht aus der Region interviewt wird. In dieser Woche stellt sich Patrick Eder, Kapitän und Goalgetter vom SV DJK Kolbermoor, den Fragen von Beinschuss-Reporter Manuel Bonke.

Beinschuss-Direkt: So heißt die Rubrik, in der jede Woche ein bekanntes Fußballgesicht aus der Region interviewt wird. In dieser Woche stellt sich Patrick Eder, Kapitän und Goalgetter vom SV DJK Kolbermoor, den Fragen von Beinschuss-Reporter Manuel Bonke.

Beinschuss:Pati, nach zwölf Spieltagen ist der SV DJK Kolbermoor immer noch Tabellenführe in der Bezirksliga Ost. 

Patrick Eder: Gott sei Dank, ja. Das war in Ampfing mit Abstand eines unser schlechtestes Spiel in dieser Saison. Aber obwohl wir schlecht gespielt haben, haben wir nach 2 Standards die Tore gemacht. Natürlich war es dann noch unglücklich, dass wir so spät den Gegentreffer hinnehmen mussten. Aber wir waren personell dünn aufgestellt und einige Kranke haben sogar gespielt und darum konnten wir in den letzten Minuten keine Schippe mehr drauf legen - das ist sonst unsere Stärke in dieser Saison.

Was zeichnet euer Team diese Saison sonst noch aus?

Eder:  Erst am Montag waren wir mit der Mannschaft beim Gokart fahren in München, das ist das beste Beispiel: Wir sind einfach ein eingeschworener Haufen. Wir trainieren gut und auf dem Platz kämpft jeder für jeden. Das merkt man auch im Spiel. Außerdem werden wir vom Coach gut eingestellt und stehen kompakt. Gegen uns muss man erstmal ein Tor schießen und vorne sind wir immer für ein Tor gut.

In Fußballerkreisen munkelt man, dass ihr auch immer sehr lange trainiert?

Eder: Ja, das stimmt (lacht). Es kann schon mal vorkommen, dass wir von 19 bis 21.30 Uhr auf dem Platz stehen.

Jochen Reil ist bei euch unumstritten oder?

Eder: Auf alle Fälle. Jochen ist im positiven Sinne ein Fußballverrückter! Die Ergebnisse sprechen auch für ihn. In seinem ersten Jahr haben wir uns in der Bezirksliga schwer getan, aber in den letzten beiden Spielzeiten waren wir immer vorne mit dabei ( Anm.d.Red. 2012/2013 3. Platz + 2013/2014 5. Platz).

Dann kommen wir zum nächsten Gerücht: Herrscht auf dem Fußballplatz in Kolbermoor wirklich absolutes Alkoholverbot?

Eder: Das ist Quatsch. Jochen Reil trinkt selbst zwar keinen Alkohol, aber wenn wir ein Kabinenfest haben, dann stellt er uns auch mal einen Kasten rein und sagt, dass wir Gas geben sollen. Vor speziellen Spielen lobt er dann auch mal ne Prämie aus, die die Mannschaft dann beim gemeinsamen Weggehen auf den  Putz haut. Mit Restalkohol sollte am Spieltag allerdings keiner auftauchen. Der kann gleich heimfahren.

Es muss doch eine große Genugtuung sein, dass es gerade diese Saison so gut läuft - nach dem Abgang von Franz-Xaver Pelz?

Eder: Ich wünsche Pelzo viel Glück in Au. Nachdem der Wechsel bekannt wurde, haben viele gesagt, dass wir jetzt absteigen werden - aber darauf habe ich nie etwas gegeben. Die Spieler haben sich gedacht `jetzt erst recht!` Und die Stimmung ist so gut in der Mannschaft wie noch nie.  Nun sind wir Spitzenreiter in der Bezirksliga und das haben wir uns auch verdient.

Vielleicht gibt es nächste Saison ein Derby zwischen Kolbermoor und den Rosenheimer Vereinen in der Landesliga.

Eder: Wenn man aktuell auf die Tabelle schaut, ist das gar nicht so unrealistisch. Aber die Saison ist in beiden Ligen noch lang. Vielleicht wäre eine Fusion der beiden Rosenheimer Vereine sportlich wirklich sinnvoll. Aber da hängen immer mehr Dinge dran, wie beispielsweise die finanziellen Situationen der einzelnen Vereine, wer schafft nach der Fusion an. Hier sollten einige über Ihren Schatten springen und eine Fusion vorantreiben.

Wenn man dich privat trifft, erlebt man dich als netten Kerl. Auf dem Platz hast du dir in den letzten Jahren aber ein „Drecksau-Image“ erarbeitet. Wie kommt das?

Eder: Ich sage zu meinen Gegenspielern immer vorm Spiel, dass wir hart aber fair spielen sollen. Aber wenn man 90 Minuten auf die Füße kriegt und einem nach dem Spiel alles weh tut, dann fängt man an, sich in den nächsten Spielen zu wehren. Aber jetzt bin ich Kapitän und habe mich schon gebessert, die jungen Spieler sollen sich ja ein Vorbild an mir nehmen können.

Apropos Jugend - die Kolbermoorer A-Jugend wurde abgemeldet.

Eder: Es ist für den Verein natürlich schade, dass es keine A-Jugend mehr gibt. Aber dann ziehen die Jungs jetzt halt im Herrenbereich mit. Gegen Ampfing war z.B. Maxi Klinke im Kader. Einige aus der A-Jugend wie Dominik Winter oder der Fatih Demirkiran hatten sogar schon Startelfeinsätze und haben ihre Sache gut gemacht. Das es keine A-Jugend mehr gibt ist zwar keine optimale Situation, aber wir in Kolbermoor machen das beste daraus

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