Beinschuss-Direkt: "Neid ist das Ergebnis harter und guter Arbeit"

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Klaus Maier (links) im Gespräch mit Chefredakteur Tobias Ruf

Am Randes des Besuchs von BfV-Präsident Dr. Rainer Koch in Töging hat beinschuss.de mit FC-Macher Klaus Maier gesprochen. Der Manager und sportliche Leiter in Personalunion spricht im Interview der Woche über den langen Weg des FC Töging, Neider und die emotionale Verbindung zu "seinem" FCT.

Am Randes des Besuchs von BfV-Präsident Dr. Rainer Koch in Töging hat beinschuss.de mit FC-Macher Klaus Maier gesprochen. Der Manager und Abteilungsleiter in Personalunion spricht im Interview der Woche über den langen Weg des FC Töging, Neider und die emotionale Verbindung zu "seinem" FCT. 

beinschuss.de: Klaus, der BfV-Präsident war vom Besuch in Töging begeistert. Er nennt den FC einen Vorzeigeverein. Macht Dich das stolz?

Klaus Maier: Natürlich bestätigt ein Lob von höchster Seite unsere Arbeit und erfüllt mich mit Stolz. Dieses positive Feedback gibt uns zusätzlich Auftrieb. Das soll aber nicht heißen, dass wir uns auf diesen Lorbeeren ausruhen. Die Reise des FC Töging ist noch nicht beendet.

Wohin soll die Reise gehen?

Maier: Im optimalen Falle wollen wir mit dem FC Töging in der Bayernliga spielen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, ist aber unser langfristiges Ziel.

Das wie erreicht werden kann?

Maier: Wir müssen in aller erster Linie hart arbeiten. Zudem muss das Umfeld stimmen. Hier spielen die Sponsoren eine ganz wichtige Rolle. Nur wenn die Sponsoren weiter an den Töginger Fußball glauben, können wir den eingeschlagenen Weg auch fortsetzen.

Daher auch der personelle Umbruch in der Winterpause? 

Maier: Ja, die vielen Transfers im Winter stellen die sportliche Basis für unseren langfristigen Plan dar. Natürlich wird es im Laufe der nächsten Jahre noch punktuelle Veränderungen im Team geben, der große Umbruch ist aber vollzogen.

Wie konntest du die Sponsoren davon überzeugen, in den FC zu investieren?

Maier: Das ging relativ einfach. Nach der Vereinsfusion im Jahre 2002 haben wir in der Kreisklasse angefangen. Jetzt spielt unsere erste Mannschaft in der Landesliga, die Zweite in der Kreisliga und die Dritte in der A-Klasse. Zudem sind wir in der Jugend breit und qualitativ gut aufgestellt, das spricht letztlich für sich. Wir zahlen das entgegengebrachte Vertrauen mit guter Arbeit zurück, das sehen die Sponsoren auch.

Wie stabil ist die Zusammenarbeit mit den Sponsoren?

Maier: Die ist langfristig gesichert. Natürlich muss jeder Betrieb von Jahr zu Jahr prüfen, ob er sich aus wirtschaftlichen Gründen das Sponsoring eines Fußballvereins leisten kann. Aber selbst wenn der ein oder andere wegbricht, haben wir ausreichend Partner in der Hinterhand.

Wie viele Sponsoren habt Ihr aktuell?

Maier: Es sind derzeit um die 70. Darunter sind lange und treue Sponsoren, es kommen aber auch immer wieder neue Partner hinzu. Auch das spricht natürlich für unsere Arbeit.

Es gibt viele externe Stimmen, die das Projekt Töging sehr kritisch sehen. Wie reagierst du darauf?

Maier: Neid ist das Ergebnis harter und guter Arbeit. Ich gehe mit der Kritik offen um. Unsere Spieler werden für den Aufwand entlohnt, das ist aber in der Landesliga nichts außergewöhnliches. Wir haben einen großen Sponsorenpool, ohne den wir das Projekt Töging sicher nicht stemmen könnten. Aber wie schon gesagt, dass uns so viele Partner unterstützen, kommt nicht von ungefähr. Außerdem bringt uns die Kritik von außen, ob positiv oder negativ, ins Gespräch. Damit haben wir schon viel erreicht.

Gibt es auch unangenehme Situationen?

Maier: Ja, die gibt es. Wenn ich mir ein anderes Landes- oder Regionalligaspiel anschaue, heißt es gleich wieder: Oh, der Maier ist da. Wen will er jetzt wieder verpflichten? Das stört mich, weil es einfach nicht so ist.

Wie hoch ist dein persönliches Engagement?

Maier: Das ist schon fast ein Halbtagsjob. Es ist der Wahnsinn, was für einen Zeitumfang man aufwenden muss, wenn man einen Verein aktiv am Leben erhalten will. Ich bin selbstständig, daher kann ich mir die Freiräume schaffen. Wäre ich ein normaler Angestellter, wäre das in diesem Umfang nicht möglich.

Was bedeutet dir der FC Töging?

Maier: Er ist mein Kind. Ich bin Gründungsmitglied und habe 2002 die Fusion von TuS Töging und SSV Töging forciert. Es ging mir damals nicht um den TuS oder den SSV, mir war immer der Fußball in Töging wichtig. Es ist mein FC, das lebe ich jeden Tag mit vollem Einsatz vor.

Und reißt damit das Umfeld mit?

Maier: Natürlich. Ich lebe die Leidenschaft vor, die dann auf den ganzen Verein und alle ehrenamtlichen Mitarbeiter übergreift. Nur wenn ich mit dieser Begeisterung vorangehe, ziehen alle anderen auch entsprechend mit. Wir haben 24 Vorstandsmitglieder in der Fußballabteilung. Jeder hat seinen Einsatzbereich und erfüllt diesen mit 100 Prozent. Ich kann mich auf jeden Einzelnen verlassen, das macht den FC so erfolgreich.

Kann es auch mal ungemütlich werden?

Maier: Ja. Wenn es Dinge gibt, die nicht funktionieren, haue ich auf den Tisch. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, nur so können wir unsere Ziele erreichen. Namen interessieren mich dabei nicht, nur das Gesamtprojekt zählt.

Wie beurteilst du die aktuelle sportliche Lage?

Maier: Ich bin mit der aktuellen Spielweise noch nicht zufrieden. In dieser Mannschaft steckt viel mehr Potenzial. Aber mir und Mario Reichenberger (Trainer der Landesliga-Mannschaft) ist bewusst, dass ein großer Umbruch auch die entsprechende Zeit benötigt. Wir haben weder mit dem Auf- noch dem Abstieg etwas zu tun und sind daher in der komfortablen Lage, experimentieren zu können. Wir müssen uns Schritt für Schritt steigern, davon bin ich auch überzeugt.

Machts du Dir Sorgen um die zweite Mannschaft, die aktuell im Abstiegskampf steckt?

Maier: Wir werden alles investieren, um die Zweite in der Kreisliga zu halten. Ob erste, zweite oder dritte Mannschaft. Beim FC sind alle Teams wichtig.

Welche Rolle spielt der Jugendbereich?

Maier: Im Jugendbereich steckt unheimlich viel Dynamik. Von den D-Junioren bis zur A-Jugend ist ein hohes Potenzial erkennbar. Das ist mir unheimlich wichtig, denn langfristig sollen Töginger Jugendfußballer so gut ausgebildet sein, dass sie den Sprung in die erste Mannschaft schaffen können. Der Unterbau ist die Basis und genießt entsprechend hohe Bedeutung.

Viel Erfolg auf dem weiteren Weg und danke für das Gespräch

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