Beinschuss-Direkt: "Wir müssen endlich cleverer werden"

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Mario Staudigl vom Sportbund Rosenheim

Torjäger, Hobby-DJ und Wiesn-Fan. . . Mario Staudigl vom Sportbund Rosenheim hat viele Facetten. Im Interview der Woche spricht der 23-Jährige über die schwierige Situation seines Klubs, die Vorhaben für 2015 und seine Aktivitäten abseits des Fußballplatzes.

Mario Staudigl vom Sportbund Rosenheim ist in dieser Woche der Gesprächspartner bei Beinschuss-Direkt. Im Interview mit Chefredakteur Tobias Ruf spricht der 23-Jährige über die schwierige Situation seines Klubs, die Vorhaben für 2015 und seine Aktivitäten abseits des Fußballplatzes

beinschuss.de: Du hast in den Testspielen gegen Erlbach und 1860 pausieren müssen. Was macht dein Gesundheitszustand?

Mario Staudigl: Ich habe leichte muskuläre Probleme, denke aber, dass ich gegen Ende der Woche wieder ins Training einsteigen kann. Die Pause gegen Erlbach und 1860 war sinnvoll, schließlich wollten wir kein unnötiges Risiko eingehen. Außerdem haben die Spiele auf Kunstrasen stattgefunden, das macht die Belastung für den Körper natürlich nicht geringer.

Der Saisonstart gegen Raisting ist also nicht in Gefahr?

Staudigl: Nein, ich werde gegen Raisting definitiv wieder fit sein.

Wie wichtig ist das erste Spiel in der Frühjahrsrunde?

Staudigl: Es ist für uns ein Spiel von immenser Bedeutung. Zum einen ist es immer wichtig, gut in die Frühjahrsrunde zu starten. Zudem hat es richtungsweisenden Charakter. Es geht gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt und das auch noch im eigenen Stadion. Alles andere als ein Sieg kommt für uns nicht in Frage, weniger dürfen wir uns in unserer Situation nicht erlauben.

Entscheidet sich der Klassenerhalt in den direkten Duellen?

Staudigl: Zu großen Teilen schon. Es geht so verdammt eng zu in der Bayernliga Süd, da darf man sich in den so genannten Sechs-Punkte-Spielen eigentlich keinen Ausrutscher erlauben. Dass wir auf einem direkten Abstiegsplatz stehen, hängt auch damit zusammen, dass wir in den direkten Duellen zu viele Punkte haben liegen lassen.

Das große Thema beim Sportbund ist immer wieder die fehlende Konstanz. Kannst du dir das erklären?

Staudigl: Nein, unsere Leistungen waren einfach zu schwankend, da fehlt mir die Erklärung. Wir haben über weite Strecken gut trainiert, sind dann aber in einigen Spielen nicht konzentriert genug gewesen. Wir sind oft in Führung gegangen, am Ende dann aber ohne Punkte dagestanden. Das darf uns in der Rückrunde nicht mehr passieren. Wir müssen an vielen Punkten endlich cleverer werden.

Was meinst du damit?

Staudigl: Unsere Probelme sind ja offensichtlich. Wir müssen kompakter und stabiler werden. Der Gegner darf einfach nicht mehr so viel Platz haben. Das gesamte Defensivverhalten muss besser werden, das fängt bei uns Stürmern an. Unser neuer Coach hat uns das von Beginn an vermittelt, ich hoffe, dass wir die Vorhaben auch umsetzen können.

Welche Veränderungen haben sich unter dem neuen Trainer ergeben?

Staudigl: Matthias hat neuen Schwung in die Mannschaft gebracht und bringt einen konkreten Plan mit. Dass soll nicht heißen, dass Günter Güttler schlechte Arbeit abgeliefert hat.

Was unterscheidet die beiden Trainer?

Staudigl: Matthias hat jedem Spieler eine klare Aufgabe zugeteilt, Günter hat uns mehr Spielräume gegeben. Ich denke, dass in unserer jetzigen Situation eine klare Rollenverteilung sinnvoll ist. Ich muss aber wiederum betonen, dass Günter gut mit der Mannschaft gearbeitet hat. Verschiedene Faktoren, wie beispielsweise Verletzungspech oder unglückliche Niederlagen, haben dann zu der Abwärtsspirale geführt, die letztlich den Trainerwechsel zur Konsequenz hatte. Das sind leider Mechansimen, die im Fußball immer wieder greifen.

Ist ein frischer Wind zu spüren?

Staudigl: Ja, das ist nach jedem Trainerwechsel so.

Reicht es am Ende für den direkten Klassenerhalt?

Staudigl: Davon bin ich felsenfest überzeugt. Wir werden aus den Fehlern der vergangenen 23 Spiele lernen und die nötige Cleverness an den Tag legen. Das heißt vor allen Dingen, dass wir eine Führung auch mal über die Zeit bringen. Man muss nur an das Derby-Rückspiel gegen 1860 Rosenheim denken. Wir sind zehn Minuten vor Schluss in Führung gegangen und verlieren das Ding 1:2. Das darf nicht passieren und wird uns auch nicht mehr passieren.

Du bist vor gut einem Jahr von 1860 zum Sportbund gewechselt. Hast du diesen Schritt je bereut?

Staudigl: Nein, definitiv nicht. Auch wenn ich mich in der 60er-Mannschaft immer wohlgefühlt habe. Aber zum damaligen Zeitpunkt war der Wechsel aus persönlichen Gründen ein sinnvoller Schritt für mich. Es gibt so Punkte im Leben, da muss man richtungsweisende Entscheidungen treffen. So war das dann vor einem Jahr.

Wie hat die Integration in den neuen Klub geklappt?

Staudigl: Das ging ohne Probleme. Der Sportbund ist ein familiärer Klub mit großem Herzen, das hat mir die Umstellung unheimlich erleichtert.

Mit Emmanuel Krontiris hat der Sportbund einen echten Kracher verpflichtet. Freust du dich auf das Zusammenspiel mit einem Ex-Profi?

Staudigl: Davon kann die ganze Mansnchaft nur profitieren. Gerade wir Offensivspieler werden viel von ihm lernen. Ich hoffe, dass er fit bleibt und uns an den entscheidenden Stellen weiterhilft.

Hat dich der Transfer überrascht?

Staudigl: Die Vereinsführung war schon lange auf der Suche nach einer echten Verstärkung. Von daher hat mich der Transfer nicht überrascht.

Angenommen der Sportbund schafft den Klassenerhalt. Wird DJ Essox (Staudigls DJ-Name) dann die Party schmeißen?

Staudigl (lacht): Das hätten die Jungs wohl gerne. Aber versprechen werde ich an dieser Stelle natürlich nichts.

Sieht man dich noch ab und an als DJ in Aktion?

Staudigl: Wenn es die Zeit zulässt. Ich bin durch Sport und Studium doch sehr eingespannt, in meiner Freizeit lege ich dann aber doch mal gerne auf.

Welche Musikrichtung?

Staudigl: Elektronsche Musik. Tech-House oder Elektro zum Beispiel.

Beim Oktoberfest darf es dann gerne aber auch mal Folklore sein. . .

Staudigl (lacht erneut): Ja, da gehe ich doch ganz gerne hin. Ich bin aber bei weitem nicht der einzige in unserem Team, der auf der Wiesn aktiv ist. Du kannst ja mal bei Christoph Herberth, Christoph Börstschök oder unserem Kapitän Andi Sollinger nachfragen.

Werde ich tun. Danke für das Gespräch und einen guten Start in die Rückrunde.

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