Beinschuss-Serien-Interview vor dem Re-Start

Aßlings Limberger: „Ich will einfach nur Fußball spielen, egal ob Liga oder Pokal“

Carola Limberger vom TSV Aßling grätscht zum Ball
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Für Carola Limberger (r.) vom TSV Aßling war die fußballfreie Zeit eine „Katastrophe“.

Aßling - Langsam kehren die bayerischen Vereine und Fußballer zur Normalität zurück. Training mit Körperkontakt und Testspiele sind wieder erlaubt. beinschuss.de hat bei Carola Limberger vom TSV Aßling nachgefragt, wie groß die Vorfreude auf das erste Training war und wie er zum Start des Spielbetriebs steht.

Die Corona-Zwangspause ist nun auch für die bayerischen Amateurfußballer vorbei. Bereits Anfang Juli hat die bayerische Staatsregierung entscheiden, dass Training mit Körperkontakt erlaubt ist. Damit konnten die Vereine und Spieler nach Monaten wieder richtig trainieren. Am Mittwoch, den 29. Juli, gab das bayerische Innenministerium dann auch den Spielbetrieb wieder frei, sodass die Klubs nun endlich die ersten Testspiele austragen können.

beinschuss.de fragt bei den Spielern aus der Region nach, wie sie die fußballfreie Zeit verbracht haben, ob einem Teamkameraden der Trainingsrückstand anzumerken war, wie groß die Vorfreude auf das erste Spiel ist und wie sie zum Ligapokal stehen. Carola Limberger vom Frauen-Bezirksligisten TSV Aßling stellt sich nun den Fragen.

Hallo Frau Limberger, wie haben Sie die Corona-Zwangspause ohne Fußball überstanden?
Überstanden habe ich die Zwangspause grundsätzlich gut. Aber da hat etwas wichtiges im Alltag gefehlt. Schließlich fiel ja nicht nur „unser“ Fußball weg. Keine Spiele mehr der Aßlinger Herren, die fest zum Wochenendplan gehören, keine Bundesliga, keine EM. Wenn man sich für Fußball begeistert und das mit seinem Freundeskreis teilt, war das echt eine Katastrophe.
Es herrschte wochenlange Trainingspause: Wie sehr haben Sie sich auf das erste Mannschaftstraining gefreut und wie war das Wiedersehen mit den Teamkameradinnen? Hat man einer Mitspielerin den Trainingsrückstand angemerkt?
Wir haben den Kontakt untereinander - so gut es ging - über Team-Chats und Zoom-Meetings gehalten, sogar ein paar Mal pro Woche freiwillige Fitnesseinheiten über Zoom gemacht. So entstand zumindest der Eindruck des „gemeinsamen Trainings“. Das ist nämlich schon hart: Da hast du an die 20 Mädels, die natürlich nicht nur Mitspielerinnen sind, sondern Freundinnen! Über den Fußball sehen wir uns normalerweise drei Mal pro Woche. Und dann bricht das einfach ab und läuft nur noch über einen Bildschirm. Natürlich hat nicht jeder gleich viel in der Zwangspause gemacht und dementsprechend sind die einzelnen Fitnesslevels. Einige nutzten Corona um Verletzungen endlich gut auszukurieren. Andere versuchten, sich alleine fit zu halten. Das klappt dann recht unterschiedlich. Viele brauchen den Ansporn, den Teamkameraden zu besiegen, die Anfeuerung des Trainers. Mir fällt das generell nicht so schwer. Ich liebe sporteln, ob im Fußballtraining oder allein.
Haben Sie in ihrem Verein besondere Hygiene-Maßnahmen getroffen?
Das Hygiene-Konzept wurde von unserem Vorstand erstellt und umgesetzt. Soviel ich weiß gab es da Vorgaben, an denen man sich orientieren kann. Inwieweit uns das dann als Mannschaft betrifft, erfahren wir über unseren Trainer.
Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das erste Spiel?
Ich freue mich wieder sehr aufs Kicken! Aber es ist auch irgendwie sehr unwirklich für mich. Ich arbeite in der Gastronomie, wir müssen uns da sehr streng an die Corona-Hygienemaßnahmen halten. Und dann am Wochenende stehst du mit 21 anderen Menschen auf dem Feld, ohne Maske, ohne Abstand. Das passt für mich nicht zusammen.
Glauben Sie, dass die Saison im September fortgeführt werden kann und der Spielbetrieb problemlos verläuft?
Der Start könnte schon hinhauen. Aber dass wir die Saison problemlos zu Ende spielen können bedeutet, dass es unter den hunderten Menschen, die an einem Ligabetrieb beteiligt sind, keine einzige Neuinfektion geben darf. Das halte ich für unmöglich.
War es aus Ihrer Sicht richtig, die Saison 2020/21 zu streichen und die aktuelle Saison fortzuführen?
Ich hätte mit der jetzigen Saison einfach neu begonnen - obwohl wir aktuell Zweiter sind.
Wie lautet Ihre Meinung zum Ligapokal? Ist das für Sie ein interessanter Zusatzwettbewerb?
Ob es den bei den Damen gibt, wie den Herren, das weiß ich gar nicht. Ich will nur Fußball spielen, ob Liga oder Pokal, das ist egal.
Haben Sie Bedenken aufgrund des Coronavirus‘ wieder Fußball zu spielen oder machen Sie sich dahingehend keine Gedanken?
Als junger, gesunder Mensch mache ich mir da generell weniger Gedanken.
Zum Abschluss: Was sind Ihre persönlichen Ziele für die restliche Saison und welche Ziele habt ihr euch als Mannschaft gesteckt?
Wir sind Aufsteiger, da will man zunächst die Liga halten. Jetzt haben wir einen echt guten Start hingelegt und Blut geleckt. Wir wollen auf alle Fälle vorne dabeibleiben. Nach oben setzten wir uns keine Grenzen.
Danke für das Interview!

dg

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