Sport in Zeiten der Corona-Pandemie

DOSB-Chef zur Bundesnotbremse: „Jede neue Form von Einschränkung tut weh“

Alfons Hörmann vor dem Logo des DOSB
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Der DOSB-Präsident Alfons Hörmann

Die bundesweite Corona-Notbremse trifft auch die Sporttreibenden erneut hart. Der DOSB warnt vor einem weiteren Mitgliederschwund und wünscht sich eine differenzierte Sportpolitik.

Durch die Bundesnotbremse befürchtet DOSB-Präsident Alfons Hörmann weitere schwere Schäden für den Sport in Deutschland. „Nach einem Jahr verordneter Bewegungslosigkeit tut jede neue Form von Einschränkung richtig weh“, sagte Hörmann der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vor der Entscheidung des Bundesrates. „Gerade mit dem beginnenden Frühjahr wären beste Voraussetzungen für mehr gemeinsame Bewegung an der frischen Luft gegeben, die nun erst einmal vielfach ungenutzt bleiben werden.“

„Lösungen mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl“

Die neue Regelung sieht vor, dass ab 22 Uhr in Kreisen und Städten eine Ausgangssperre ab 22 Uhr gilt, wenn an drei Tagen in Folge die 7-Tages-Inzidenz über 100 liegt. Dabei ist bis Mitternacht Spazierengehen und Joggen noch erlaubt.

„Unsere 90.000 Vereine hoffen seit Monaten vergeblich endlich wieder auf mehr Normalität. Die Einschränkungen belasten Körper, Seele und Geist bei den Kindern genauso wie bei den Senioren und allen Altersgruppen im Erwachsenenbereich“, sagte Hörmann. „Verantwortungsvoll und vorbildlich“ hätten die Vereine die Corona-Maßnahmen bisalng mitgetragen und auch deshalb fordert der Dachverband „eine differenziertere Bewertung der jeweiligen Situationen und Lösungen mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl.“

Wie der DOSB zuletzt bekannt gab, gab es im vergangenen Jahr einen Rückgang von einer Million Mitgliedern in den Sportvereinen. „Je länger der Lockdown die Vereine lähmt, desto größer werden die vielschichtigen Folgen“, sagte der DOSB-Präsident. An vielen Stellen drohe das Engagement und das Geld auszugehen.

ma/dpa

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