Drohen wirtschaftliche Folgen?

BFV stellt Spielbetrieb ein - die Reaktionen der Vereine aus der Region

Region Oberbayern - Der BFV hat entscheiden, dass der Spielbetrieb bis zum 23. März ruht. Die Vereine aus der Region reagieren besonnen und verzichten zumeist auf das Training. Doch eine komplette Absage der Saison könnte wirtschaftliche Folgen haben.

Nun ist es also offiziell: Der Bayerische Fußball-Verband hat den Spielbetrieb bis einschließlich 23. März in allen Ligen in ganz Bayern eingestellt. Dies trifft auch einige Vereine aus der Region. "Wir müssen an dieser Stelle alle solidarisch sein", sagt der Sportliche Leiter des TSV 1860 Rosenheim Hans Kroneck. "Da rückt dann auch der Fußball in den Hintergrund." Auch der 1. Abteilungsleiter des Sportbund Rosenheim Thomas Leppert betont: "Die Gesundheit steht über allem. Die Sorge ist derzeit groß."


Am Wochenende hat die Absage die Regionalliga, die Bayernligen und die Landesligen getroffen. Eine Woche darauf hätten dann die Bezirkligisten in die Rückserie starten sollen. "Wir haben jetzt den Trainingsbetrieb komplett eingestellt. Der ganze Sportverein hat geschlossen", sagt Burghausens Pressesprecherin Gaby Bortner. Zahlreiche Vereine aus der Region lassen das Training bis auf Weiteres ruhen, so zum Beispiel beim TSV 1860 Rosenheim, bei der SB Chiemgau Traunstein und beim SV Kirchanschöring. Die Spieler bekommen stattdessen ein eigenes Trainingsprogramm, das sie privat absolvieren sollen. Beim Landesligisten Sportbund Rosenheim dagegen setzt man auf Freiwilligkeit. "Im Jugendbereich haben wir bis zum 23. März das Training eingestellt, bei den Herren dagegen findet das Training auf freiwilliger Basis statt", so Leppert. Ob tatsächlich ab dem 24. März der Spielbetrieb wieder beginnen kann, steht noch in den Sternen. Der Verband hat zudem das Ziel, die Saison regulär zu beenden, also alle ausgefallenen Spiele nachzuholen. "Der Bayerische Fußball-Verband beurteilt die aktuelle Lage permanent und steht dafür in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und befolgt selbstredend alle staatlichen Anordnungen und Empfehlungen. Wenn es nötig ist, wird der BFV die Aussetzung verlängern oder möglicherweise auch den Spielbetrieb komplett einstellen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass aktuell diese Lage noch nicht gegeben ist", teilt der Bayerische Fußball-Verband mit. 

Sportbunds Abteilungsleiter Leppert: "Das wäre eine wirtschaftliche Vollkatastrophe"

Besteht die Gefahr, dass dadurch einige Vereine aus der Region in wirtschaftliche Schieflage geraten? Daran will bislang keiner der Verantwortlichen denken, da die Situation zum jetzigen Zeitpunkt zu unübersichtlich ist. "Die Zuschauereinnahmen sind für uns nicht ausschlaggebend", sagt Bortner, "wir finanzieren uns vor allem über unsere Sponsoren." Sollten die ausgefallenen Spiele später stattfinden, sieht Bortner kein Problem. Bei einer kompletten Absage allerdings würde die Situation anders aussehen, dann könnten dem SV Wacker Verluste drohen. Eine komplette Einstellung des Spielbetriebs wäre auch für den Sportbund Rosenheim ein Fiasko. "Wenn alles abgesagt werden würde, wäre das für uns eine wirtschaftliche Vollkatastrophe", so Leppert. Es bleibt also aus Sicht aller Vereine zu hoffen, dass spätestens nach Ostern sich die Lage rund um das Coronavirus beruhigt und die Spiele stattfinden können.

ma

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)



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