Verband steht vor vielen offenen Fragen

Coronapause: BFV will gemeinsam mit den Vereinen Lösungen erarbeiten

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BFV-Präsident Koch: "Der Fußball muss sich hinten einreihen. Die Gesundheit aller geht vor!"

München - Der Bayerische Fußballverband steht in der aktuellen Situation vor vielen ungeklärten Fragen. Gemeinsam mit den Vereinen versucht man, eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten akzeptabel ist.

Insgesamt zehn Videokonferenzen hielten die Verantwortlichen des Bayerischen Fußballverbandes, Präsident Rainer Koch, Schatzmeister Jürgen Faltenbacher und Spielleiter Josef Janker, gemeinsam mit Vertretern von den 143 Vereinen, die auf Landesebene spielen, ab. In Bayern ist der Spielbetrieb bekanntlich bis auf weiteres ausgesetzt, eine Wiederaufnahme erfolgt in jedem Fall erst mit einer mindestens 14-tägigen Ankündigungsfrist.


„Wir werden diese Phase jetzt intensiv nutzen, um gemeinsam mit den Klubs alle bereits weitgehend vorbereiteten Szenarien – von der Wiederaufnahme über Play-off-Regelungen bis hin zum Abbruch – detailliert durchzuspielen und gezielt abzuwägen. Wichtig ist es für uns, dass wir alle an einem Strang ziehen und keine vorschnellen Entscheidungen treffen. Die Existenzsicherung unserer Vereine muss bei allen Überlegungen die tragende Rolle einnehmen. Aktuell sehen wir ja, wozu das führen kann, wenn wir beispielsweise nur die unterschiedlichen Vorgehensweisen der Amateurfußball-Verantwortlichen in Belgien und England sehen“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch, der auch nochmals klar verdeutlicht, „dass sich der Fußball jetzt hinten einreihen muss. Die Gesundheit aller geht vor!“

Viele ungeklärte Fragen beschäftigen die Vereine

Im Mittelpunkt der Video-Konferenzen mit den Klubs auf Verbandsebene häuften sich im Kern vier Fragen, deren Lösung der BFV mit seinen entsprechenden Mitgliedern in den DFB-Gremien zeitnah durchsetzen möchte. Änderungen in der Spielordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden aktuell bereits rechtssicher vorbereitet und sollen in den Ausschüssen beschieden werden.


Sportliche Auswirkungen bei Insolvenzfällen

Nach den noch gültigen Insolvenzregelungen der Verbände drohen den Vereinen, sollten sie ein Insolvenzverfahren beantragen müssen, etwaige Punktabzüge oder stehen u.U. direkt als Absteiger fest. Der BFV vertritt die klare Meinung, dass diese Regelungen in der aktuellen Lage ausgesetzt werden müssen und Insolvenzen sich nicht auf den sportlichen Bereich auswirken dürfen.

Saisonende

Das ist aktuell verbindlich in jedem Jahr der 30. Juni. An diesem Datum orientieren sich Vereinswechselvorschriften, Meldefristen oder auch Anmeldungen zum Spielbetrieb. Es ist jedem klar, dass sich das Saisonende in diesem Sommer möglicherweise anders darstellt. Der BFV wird seine Regeln hierzu ändern, sich öffnen und diese gegenüber den Vereinen maximal flexibel handhaben.

Vertragsspieler (ohne Lizenz)

Üblicherweise laufen Vertragsspieler-Verträge auch bis zum 30. Juni, also dem Ende eines Spieljahres. Aktuell gibt es keine Gewissheit, ob das Spieljahr zu diesem Zeitpunkt bereits beendet ist. Also wird der BFV mit allen Landesverbänden und dem DFB abgestimmt vorgehen, um Spielordnungsregelungen anzupassen, die zum einen ein Aussetzen der Zahlungen berücksichtigen, damit die Vereine finanziell entlastet werden und zum anderen gilt es, den Klubs zusätzlich noch spielrechtstechnisch entgegenzukommen.

Vereinswechsel nach 6 Monaten ohne Einsatz

Aktuell kann ein Spieler, der 6 Monate nicht zum Einsatz gekommen ist, den Verein ohne Zustimmung wechseln. Eine Regel, die sich an einem normalen Spieljahr orientiert. Wir befinden uns aber in einer außergewöhnlichen Lage, also will der BFV hier ebenfalls seine Regeln auf die Bedürfnisse anpassen, die den Vereinen entgegenkommen und nach Möglichkeit dafür sorgen, dass die Rückrunde mit den Anfang März zur Verfügung stehenden Spielern beendet wird.

Weitere Infos und aktuelle Entwicklungen im Verband sind unter www.bfv.de/corona zu finden.

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dg/Pressemitteilung BFV



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