Türkgücü gegen Schweinfurt - wer spielt gegen Schalke 04?

Reaktionen zum DFB-Pokal-Urteil: „Werden die Sache von Anwälten prüfen lassen“

DFB-Pokal (Symbolbild)
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DFB-Pokal (Symbolbild)

München - Der Streit zwischen Türkgücü München und Schweinfurt geht weiter. Während sich der Drittligist mit der Entscheidung des Landgerichts München zufrieden zeigt, wollen die Schnüdel nun Anwälte einschalten.

Gegen wen spielt der FC Schalke 04 in der 1. Runde des DFB-Pokals? Diese Frage bleibt auch nach der Entscheidung des Landgerichts in München vom Mittwoch unbeantwortet. Das Urteil hat aber klargestellt, dass die Meldung des 1. FC Schweinfurt eine Rechtsverletzung gewesen sei. Das Gericht hat klargestellt, dass der BFV entweder Türkgücü München für den Pokal melden muss, oder die Spielordnung geändert werden müsse.

Türkgücü Geschäftsführer Kothny: „Würde das Urteil als Teilerfolg bezeichnen“

Der Drittligist zeigt sich über das Urteil erfreut. „Ich würde das Urteil als Teilerfolg bezeichnen. Es war richtig, dass wir auf die Umsetzung der Spielordnung vom 5. Mai gepocht haben, nachdem das Gericht bestätigt hat, dass wir laut dieser am DFB-Pokal teilnehmen müssten. Die kurzfristige Änderung der Spielordnung am 1. September hält einer kartellrechtlichen Prüfung nicht stand und ist dementsprechend nichtig. Das hat das Gericht so bestätigt.“, erklärte Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny im Anschluss an die Verkündung.

Die Schnüdel dagegen wollen die Entscheidung des Landgerichts so nicht stehen lassen. „Es ist durchaus interessant, was da heute am Landgericht München entschieden wurde. Nach den neuesten Erkenntnissen ist die seitens des BFV getroffene Regelung also nur bedingt haltbar“, sagt FC 05-Vorsitzender Markus Wolf gegenüber dem BR.

Schweinfurts Vorsitzender Wolf: „Die Sache werden wir von unseren Anwälten prüfen lassen“

Der Regionalligist will nun Anwälte einschalten, um das Urteil noch einmal prüfen zu lassen. „Wir werden jetzt zum ersten Mal alles hinterfragen. Die Sache werden wir von unseren Anwälten prüfen lassen. Das bin ich dem Verein und den Mitgliedern schuldig. Zudem müssen wir nun erst einmal in einen Austausch mit dem BFV treten“, so Wolf weiter.

BFV-Geschäftsführer Igelspacher: „ Wir sind nicht dazu verpflichtet, Türkgücü zu melden“

Der Spielball liegt nun beim Verband, der einen neuen DFB-Starter benennen muss. Der BFV zeigt sich von dem Ausgang der Verhandlung überrascht. „Wir waren vor allem nach der ausführlichen Erörterung in der mündlichen Verhandlung davon ausgegangen, dass die Entscheidung anders ausfällt“, sagte BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher nach der Urteilsverkündung: „Zumal wir auch hier nochmals ausführlich unsere Gründe für den aus unserer Sicht zurecht getroffenen sowie fairen Interessensausgleich sehr klar und nachvollziehbar dargelegt haben. Das Gericht hat dies nicht berücksichtigt.“

Bevor der BFV nun einen neuen DFB-Pokalteilnehmer benennen will, wird der Verband sich die Urteilsbegründung genauer ansehen. „Fakt ist, dass wir nach diesem Entscheid zum jetzigen Zeitpunkt keinen Teilnehmer haben. Wir sind aber ausdrücklich nicht dazu verpflichtet, Türkgücü München zu melden. Auch das hat das Gericht so entschieden.“´, so Igelspacher weiter.

Koch warf Türkgücü Wortbruch vor - Hasan Kirvan erhob Rassismusvorwürfe gegen DFB

Der Drittliga-Aufsteiger Türkgücü hatte mit einer Einstweiligen Verfügung zwei Tage vor dem Spiel die Austragung die Erstrundenpartie zwischen dem Bundesligisten FC Schalke 04 und dem Viertligisten Schweinfurt gestoppt. Streitpunkt ist ein Kompromiss, den der BFV mit den beiden Clubs in der wegen Corona ausgesetzten Regionalligasaison vereinbart hatte. Türkgücü durfte als Erster aufsteigen, Verfolger Schweinfurt wurde zum inoffiziellen bayerischen Amateurmeister erklärt. Laut Koch würde sich Türkgücü an diese Vereinbarung nicht mehr halten und warf der Klub Wortbruch vor.

Die Schnüdel waren von der Absage geschockt, kündigten aber mittlerweile an, gegen den Aufstieg von Türkgücü keinen Einspruch mehr einzulegen. Man wolle „keinen weiteren Imageschaden für den Fußball“. Zuletzt erhob Hasan Kirvan, Präsident des Drittliga-Aufsteiger, in einem Interview Rassismusvorwürfe gegen den DFB.

ma

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