Streit mit Türkgücü um den Startplatz im DFB-Pokal

Schweinfurts Wolf: „Wollen keinen weiteren Imageschaden für den Fußball“

Geschäftsführer des 1. FC Schweinfurt Markus Wolf bezieht Stellung
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Geschäftsführer des 1. FC Schweinfurt Markus Wolf bezieht Stellung

Schweinfurt - Der Streit zwischen Türkgücü München und dem 1. FC Schweinfurt drohte zu eskalieren. Nachdem die Schnüdel gedroht hatten, mit „gleichen Geschossen zurückzuschießen“, will der Regionalligist nun „keinen weiteren Imageschaden für den Fußball.“

Es sollte das Spiel des Jahres werden für den 1. FC Schweinfurt. Der Regionalligist wurde vom Bayerischen Fußball-Verband für die 1. Runde des DFB-Pokals gemeldet und wäre am Sonntag, den 13. September, in der Veltins-Arena auf den Bundesligisten FC Schalke getroffen. Doch nur zwei Tage vor dem Pokalduell kam die überraschende Nachricht, dass Türkgücü München diese Entscheidung des Verbandes angefochten hat und vor dem Landgericht München per einstweiliger Verfügung recht erhielt. Dadurch wurde die Begegnung abgesagt.

Daraufhin drohten die Schnüdelt, mit „gleichen Geschossen zurückzuschießen.“ Daraufhin wurde mit einer Klage gegen den Aufstieg Türkgücüs in 3. Bundesliga gerechnet. Nun veröffentlichte der Regionalligist ein Statement, in dem der FC „keinen weiteren Imageschaden für den Fußball" will.

Die Stellungnahme des 1. FC Schweinfurt im Wortlaut:

„Die vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) getroffenen Regelungen zur sportlichen Wertung der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison wurden niemals von unserer Seite, sondern lediglich von Türkgücü München angezweifelt. Erstmals bereits Anfang Juli durch den Manager Roman Plesche, der bei FuPa sagte: „Wir freuen uns riesig auf den DFB-Pokal. Es wird unsere erste Teilnahme sein.“

„Wir haben nie eine Klage eingereicht“

Unabhängig von der sportlichen Wertung ist das Zulassungsverfahren zur Teilnahme an der 3. Liga zu sehen. Der sportliche Aufstieg ist das eine, andererseits müssen die Unterlagen auch korrekt sein – das ist die Voraussetzung für einen Aufstieg und gilt für jeden Verein. Hier wurde kurz darauf in der offiziellen Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Flyeralarm Arena in Würzburg als uneingeschränkt nutzbare Hauptspielstätte für Türkgücü München genannt. Da dies unserer Kenntnis nach nicht zutreffend sein konnte, haben wir beim DFB Einsicht in die Unterlagen von Türkgücü beantragt.

Der DFB teilte uns mit, dass dies nur unter Hinzuziehung eines Anwalts möglich sei. Daher haben wir unseren Verwaltungsratsvorsitzenden Jürgen Scholl gebeten, sich der Sache anzunehmen, und letztlich auch Einsicht erhalten. Sich darum zu bemühen, war unsere Verpflichtung. Anders als von Türkgücü immer wieder und bis heute behauptet, haben wir nie eine Klage eingereicht, weder bei der DFB-Sportgerichtsbarkeit, noch bei einem ordentlichen Gericht.

„Ein Imageschaden, der nur schwerlich reparabel ist“

Wenngleich mindestens die Nennung der Hauptspielstätte unzutreffend war und unserer Ansicht nach auch sonst Regularien zumindest großzügig ausgelegt worden sind, haben wir nie Klage eingereicht und werden es auch ausdrücklich nicht tun. Wir wollen dies rechtzeitig vor dem Start der 3. Liga am Wochenende klar bekannt geben, um weitere Spekulationen und ein noch größeres Anheizen des Themas zu verhindern. Dies haben wir dem BFV-Präsidenten und DFB-Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch sowie dem DFB so bereits am Dienstag noch einmal bestätigt.

Manchmal ist es besser, falsch dargestellte Sachverhalte nicht mehr weiter zu kommentieren. Wir wollen keinen weiteren Imageschaden für den Fußball, denn dieser ist gerade der Leidtragende. Leider mussten wir den Eindruck gewinnen, dass die Vereinsführung von Türkgücü München die jetzt auf diese Art erreichte Aufmerksamkeit ganz bewusst in Kauf genommen hat. Damit wurde in einer ohnehin schwierigen Zeit zweifelsfrei ein Imageschaden aller Beteiligten hervorgerufen, der nur schwerlich reparabel ist. Das ist absolut bedauerlich und auch nicht in Einklang mit einem im Sport selbstverständlichen, fairen Umgang miteinander zu bringen.

Wir wünschen der Mannschaft, dem Trainerteam und den Fans von Türkgücü viel Erfolg in der 3. Liga. Über die DFB-Pokal-Teilnahme werden nun gezwungenermaßen Juristen entscheiden. Eine weitere Eskalation wollen wir im Sinne des Fußballs unbedingt vermeiden, und wir gehen davon aus, dass dies auch alle anderen Beteiligten nun anstreben.“

Ende der Stellungnahme.

Wolf: „Waren von der Absage extrem schockiert“

Für die Schweinfurter kam diese Wendung am vergangenen Freitag überraschend. „Wir waren am Freitagnachmittag von der Absage extrem schockiert“, sagte Vereinsvorsitzender Markus Wolf. BFV-Präsident Reiner Koch warf dem Drittliga-Aufsteiger indes Wortbruch vor. „Wir haben frühzeitig Einspruch beim Verbandsgericht eingelegt. Das war nicht letzte Woche, sondern weit davor. Dementsprechend konnten wir erst nach der Entscheidung von letzten Sonntag Einspruch einlegen. Es blieb uns also gar nichts anderes übrig“, rechtfertigten sich die Verantwortlichen von Türkgücü. Ob damit der Streit ad acta gelegt ist, bleibt allerdings zu bezweifeln.

ma



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