Direkt: "Bayern vertreten, das macht mich richtig stolz"

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Andreas Garhammer (Mitte) im Gespräch mit Tobias Ruf (li.) und Mano Bonke im Rahmen des Auerbräu-Futsal-Cups.

beinschuss.de hat sich in dieser Woche mit Andreas Garhammer unterhalten. Der 23-Jährige spielt nicht nur beim TSV Bad Endorf sondern auch in der bayerischen Futsal-Auswahl. Da hat er mit Beginn der Hallensaiosn natürlich so Einiges zu berichten:

beinschuss.de hat sich in dieser Woche mit Andreas Garhammer unterhalten. Der 23-Jährige spielt nicht nur beim TSV Bad Endorf sondern auch in der bayerischen Futsal-Auswahl. Da hat er mit Beginn der Hallensaiosn natürlich so Einiges zu berichten:

beinschuss.de: Andi, die Hallensaison ist in vollem Gange. Hier fühlst du dich zu Hause, oder?

Andreas Garhammer: In der Halle zu spielen, ist für mich etwas ganz Besonderes. Eigentlich macht mir das sogar mehr Spaß als auf dem normalen Feld.

Woher kommt diese Affinität zum Hallenfußball?

Garhammer: Das war schon in der Jugend so. Die Technik steht im Vordergrund, das Spiel ist ästhetischer und lebendiger. Außerdem ist der Hallenfußball schneller als auf dem Feld, das sagt mir einfach zu.

Deine Spezialität ist Futsal. Hierzulande steckt dieser aber noch in den Kinderschuhen, während Futsal in anderen Ländern ein echter Zuschauermagnet ist. Woran liegt das?

Garhammer: Das muss differenziert betrachtet werden. In Hamburg beispielsweise ist Futsal sehr populär mittlerweile, dort gibt es eigene Ligen. Oder wenn ich an den Ländervergleich aus dem Vorjahr in Duisburg denke. Dort war die Halle brechend gefüllt, die Leute haben mit Begeisterung zugeschaut. In Bayern werden solche Strukturen auch etabliert, allerdings vorwiegend in Franken. Hier in Oberbayern findet Futsal leider wenig Anklang, erklären kann ich mir das aber nicht.

Du spielst in der Bayerischen Futsal-Auswahl. Wie wird diese ermittelt?

Garhammer: Die Auswahl besteht erst seit einem Jahr. Es haben zwei Sichtungstermine in Oberhaching stattgefunden, parrallel dazu liefen zwei Sichtungen in Nürnberg. Aus diesen Terminen hat sich ein erweiterter Kreis entwickelt, der zu einer weiteren Sichtung geladen wurde. Daraus hat sich dann die Bayern-Auswahl ergeben.

Wie ist der BFV auf dich aufmerksam geworden?

Garhammer: Markus Penkerer aus Kolbermoor beobachtet die Futsalliga in Oberbayern. Er ist dann im letzten Jahr im Zuge der Auer-Braäu-Futsalliga auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich Lust hätte, an den Sichtungsterminen teilzunhemen. Dort habe ich mich gegen 60 Bewerber durchgesetzt und bin mit meinen oberbayerischen Kollegen Franz-Xaver Pelz (ASV Au) und Danijel Majdancevic (SV Heimstetten) in die Auswahl berufen worden.

Wie schauts in diesem Jahr aus?

Garhammer: Vor kurzem waren die Sichtungen. Xaver, Danijel und ich sind wieder mit dabei. Am Sonntag (21.12.) ist das erste Länderturnier in Stuttgart und im Januar geht es wieder nach Duisburg.

Erfüllt dich die Nominierung mit Stolz?

Garhammer: Auf jeden Fall. Wir vertreten unser Bundesland, etwas schöneres gibt es nicht.

Du hast letztes Jahr beim Sparkassenpokal vier Sekunden vor Schluss ein ganz wichtiges Tor erzielt und Bad Endorf somit ins Halbfinale geschossen. Benjamin Birner wollte dich an der Bande am eigenen Strafraum tunneln. Erzähl aus deiner Sicht,  was dann passiert ist…

Garhammer: Das war der Wahnsinn, ich kriege jetzt noch Gänsehaut, schaut Euch meine Arme an (seine Haare kräuseln sich wirklich). Wir waren mit Bad Endorf eher als Außenseiter angetreten. Das erste Spiel ging verloren, also mussten wir gegen 1860 Rosenheim gewinnen. Wir lagen 1:2 zurück, sechs Sekunden vor dem Ende habe ich dann den Ausgleich geschossen. Der Schiedsrichter hat die Zeit angehalten, nur noch vier Sekunden waren auf der Uhr. Wie gesagt, wir mussten gewinnen. 1860 hatte Anstoß und ich bin einfach nach vorne gestürmt. Dort hatte Benji Birner, mit dem in der Jugend schon viele Jahre gespielt habe, den Ball. Ich wusste, was er machen wollte, also habe ich meine Beine ganz eng zusammen getan und ihm irgendwie den Ball abgenommen.  Ich habe die Kugel dann irgendwie im Tor versenkt. Die Halle hat getobt, das war unglaublich.

Lass uns zur Freiluftsaison kommen. Ihr habt eine durchwachsene Hinrunde gespielt, woran liegt das?

Garhammer: Wir haben vor drei Jahren einen echten Umbruch vollzogen. Es gibt kein Geld mehr in Bad Endorf, wir müssen auf den eigenen Nachwuchs bzw. Talente aus der Region setzen. Das hat in den ersten zwei Jahren auch gut geklappt, eigentlich hätte jetzt der nächste Schritt kommen müssen. Zu Saisonbeginn lief es gut, dann wurde uns aber der dünne Kader zum Verhängnis.

Was meinst du damit genau?

Garhammer: Wir haben 14 Spieler im Kader. Das ist für die Kreisliga einfach zu wenig. Wir hatten viele verletzte Spieler, dann kam Pech dazu und schon steckst du in einer Art Abwärtsspirale. Aber wir haben eine geile Truppe mit vielen guten Spielern und werden uns da schon wieder rausziehen.

Wieso hat der Umbruch nicht nachhaltig funktioniert?

Garhammer: Aus der Jugend kam einfach zu wenig. Im letzten Jahr beispielsweise hatten wir im Endeffekt gar keine A-Jugend. Zwar gab es eine Spielgemeinschaft mit Söchtenau, allerdings war nur ein Endorfer im Team. In diesem Jahr sieht es besser aus. Wir haben eine eigenständige A-Jugend mit echten Perspketivspielern.

Vor zwei Jahren wärst du um ein Haar beim Sportbund gelandet. Wieso hat der Wechsel letztlich nicht geklappt?

Garhammer: Ich hatte schon unterschrieben beim Sportbund, weil ich einfach mal etwas Neues probieren wollte. Dann kam aber ein gutes Jobangebot dazwischen, das mir nicht ermöglicht hat, so viel Zeit in den Fußball zu investieren. Ich musste dem Sportbund also schweren Herzens absagen.

Wie hat der Sportbund darauf reagiert?

Garhammer: Sehr verständnisvoll. Richard Neumeier hat mit mir in aller Ruhe gesprochen und mich nie für meine Entscheidung kritisiert. Das lief sehr fair ab.

Du hast fußballerisch sicher ein höheres Niveau als die Kreisliga. Passt man sich da nach Jahren nicht automatisch an?

Garhammer: Ja, das merkt man schon. Man passt sich zwangsläufig an, aber letztlich ist Fußball ein Hobby und meine Leidenschaft. Ich spiele gerne Fußball und der TSV Bad Endorf ist eine Herzensangelegenheit. Da fällt das nicht so schwer ins Gewicht. Außerdem bin ich erst 23 Jahre alt, da habe ich durchaus noch die ein oder andere Option für die Zukunft.

Wie sieht der Endorfer Fahrplan für den Winter aus?

Garhammer: Wir trainieren ein wenig in der Halle, das aber eher zur Gaudi. In der unmittelbaren Vorbereitung auf die Saison machen wir dann ein Trainingslager in einem Sporthotel in Endorf. Dann sind hoffentlich wieder alle Mann an Bord und wir können so früh wie möglich die Punkte für den Klassenerhalt einfahren.

Die Familie Garhammer ist im Fußballkreis Inn/Salzach durchaus bekannt. Darf man Euch als fußballverrückt bezeichnen?

Garhammer: Auf jeden Fall. Ich bin mit Fußballschuhen auf die Welt gekommen. Mein Vater hat in der Bayernliga gespielt und wäre beinahe Profi geworden. Meine Mutter war immer mit auf dem Fußballplatz dabei und mein Bruder hat beim Sportbund in der Bayernliga für A-Jugendliche gespielt. Dann hat er sich leider mehrmals verletzt, so ganz lassen kann er aber nicht vom Fußball und ist Spielertrainer der zweiten Mannschaft in Endorf.

Was wünscht du dir aus sportlicher Sicht für das kommende Jahr?

Garhammer: Mein langfristiges Ziel ist es, mit dem TSV Bad Endorf in der Bezirksliga zu spielen. Für die Rückrunde hoffe ich, dass wir die Liga halten und der Mannschaftszusammenhalt noch größer wird.

Danke für das Gespräch

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