Direkt: "Wir müssen das verlorene Vertrauen zurückgewinnen"

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Aus dem Archiv: Günter Güttler (rechts) im Gespräch mit Beinschuss-Chefredakteur Tobias Ruf

Günter Güttler ist seit wenigen Wochen Trainer des TSV Ampfing. Im Interview der Woche spricht er über die Gründe, den Trainerposten beim TSV anzunehmen, welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden und wie sich Ampfing wieder ei

Das Gespräch führte Tobias Ruf

Günter Güttler ist seit wenigen Wochen Trainer des TSV Ampfing. Im Interview der Woche spricht der ehemalige Profi und Trainer des Sportbund Rosenheim über die Gründe, den Trainerposten beim TSV anzunehmen, welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden und wie sich Ampfing wieder ein nachhaltiges Profil schaffen will.

beinschuss.de: Günter, wie sind deine ersten Eindrücke als Trainer des TSV Ampfing?

Günter Güttler: Sehr positiv. Wir haben uns am Montag in Ampfing zum Trainingsauftakt getroffen und konnten uns gegenseitig beschnuppern. Ich habe eine motivierte und homogene Truppe vorgefunden, die zudem einen guten ersten sportlichen Eindruck hinterlassen hat. Ich freue mich auf meine neue Aufgabe und bin der festen Überzeugung, dass wir gemeinsam hier etwas bewegen können.

Wie ist der Kontakt zum TSV zustande gekommen?

Güttler: Die ersten Gespräche haben bereits Ende November/Anfang Dezember stattgefunden. Ich habe mich mit den Verantwortlichen des TSV zusammengesetzt und habe mir zwischen den Jahren intensive Gedanken gemacht, ehe ich den Zuschlag gegeben habe.

Was hat dich letztlich überzeugt, das Angebot anzunehmen?

Güttler: Ampfing ist ein Traditionsverein, der mit dem Fußball in der Region unmittelbar verbunden ist. Das Team verfügt über ein hohes Maß an Qualität und die Verantwortlichen und ich sind uns einig, dass Ampfing in den kommenden Jahren wieder in die Spur finden wird. Letztlich hat mich das angestrebte Konzept überzeugt, hier in Ampfing zu unterschreiben.

Wie sieht dieses Konzept aus?

Güttler: Die Zeiten, in denen wahllos Spieler eingekauft wurden, gehören der Vergangenheit an. Wir setzen fortan wieder auf Spieler aus der Region, die mit vollem Herzen bei der Sache sind und gerne für den TSV spielen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine wild zusammengewürfelte Mannschaft noch lange keinen Erfolg garantiert. Wir müssen über ein starkes Kollektiv kommen und dadurch auch abseits des Platzes wieder neue Kräfte generieren.

Was meinst du damit?

Güttler: Das Umfeld muss sich wieder für den TSV Ampfing begeistern können, wir wollen das verlorenen Vertrauen zurückgewinnen. Das geht aber nur durch solide Arbeit und ein klares Profil. Dies wollen wir einerseits über die Rückkehr zur Regionalität, aber auch durch die Stärkung des Unterbaus erarbeiten. Die zweite Mannschaft und der Jugendbereich müssen wieder ein Aushängeschild des TSV Ampfing werden. Aus diesem Fundament sollen dann in Zukunft neue Spieler für den Herrenbereich gewonnen werden. Das schafft Identität und ist nachhaltig.

Klingt nach einem sehr ambitionierten Plan

Güttler: Der natürlich nicht von heute auf morgen umsetzbar ist. Wir müssen schrittweise denken und uns zunächst darauf konzentrieren, den Klassenerhalt in der Bezirksliga so früh wie möglich zu schaffen. Dann können wir in Ruhe die nächsten Schritte angehen.

Wie schwer wird es, in der ausgeglichenen Bezirksliga die Klasse zu halten?

Güttler: Das wird alles andere als einfach. Wie du es schon angesprochen hast, die Bezirksliga ist unberechenbar und vom Niveau her sicherlich sehr hoch einzustufen. Ich kenne die Liga gut, schließlich habe ich während meines Engagements als Sportbund-Trainer auch regelmäßig bei der zweiten Mannschfat zugesehen, die ja bekanntlich in der Bezirskliga spielt. Aber grundsätzlich gilt festzuhalten, dass wir nicht auf andere Mannschaften schauen, sondern uns auf unseren eigenen Weg konzentrieren.

Der im sportlichen Bereich wie aussieht?

Güttler: Wir haben noch fünf Wochen Zeit bis zum Saisonstart. Es geht jetzt darum, ordentlich und intensiv zu trainieren, auch wenn das bei den aktuellen Witterungsverhältnissen nicht immer ganz einfach ist. Ich werde in den kommenden Tagen viele Einzelgespräche führen, um so die Mannschaft besser kennenzulernen. Zudem gilt es, die Winterneuzugänge schnellstmöglich in die Mannschaft zu integrieren.

Warst du an den Transfers schon beteiligt?

Güttler: Ja vor allem beim Transfer von Djordje Degenek. Ich kenne ihn von meinen Sportbund-Zeiten und bin der festen Überzeugung, dass er uns zusätzliche Stabilität in der Defensive verleihen wird. Zudem haben wir uns offensiv sehr gut verstärkt, wenn auch Liviu Pantea aufgrund der Wechselmodalitäten erst zum Saisonende einsetzbar sein wird.

Wie lautet der Fahrplan bis zum Ligaauftakt in Freilassing?

Güttler: Wir haben einige attraktive Testspielgegner, so unter anderem die beiden Landesligisten aus Töging und Erlbach. Das liegt aber noch ein gutes Stück entfernt. Es gilt jetzt erst einmal, sich gegenseitig kennenzulernen, hart an unseren Zielen zu arbeiten und dann step by step dafür zu sorgen, dass Ampfing wieder dorthin zurückkehrt, wo es in unseren Augen hingehört.

Viel Erfolg dabei und danke für das Gespräch

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