„Ein Spiel der EM ohne Fans ist vom Tisch“

UEFA fordert Zuschauer-Garantie bei der EM - droht München jetzt das Aus?

Eigentlich hätten in der Allianz Arena die Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale stattfinden sollen.
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Eigentlich hätten in der Allianz Arena die Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale stattfinden sollen.

Ein Vorgang, der einmal mehr für Kopfschütteln sorgt. Laut Medienberichten fordert die Europäische Fußball-Union (UEFA) von den EM-Ausrichtern eine Zuschauer-Garantie. Das könnte das Aus für München als Austragungsort bedeuten.

Die EM 2020 sollte ein Fußballfest in ganz Europa werden. Doch aufgrund der Corona-Pandemie musste sie im vergangenen Jahr abgesagt werden. Und da die Pandemie auch in diesem Jahr noch nicht bekämpft ist, steht das Projekt des paneuropäischen Turniers (11. Juni bis 11. Juli) auf der Kippe. Spekuliert wurde zuletzt, dass die EM nur in einem Land stattfinden könnte. Doch nicht bei der UEFA, die unbedingt an den Plänen festhalten will.

Ceferin: „Die Option, dass irgendein Spiel der EM ohne Fans ausgetragen wird, ist vom Tisch“

Eigentlich war auch München eines der zwölf Austragungsstädte. Doch wie nun mehrere Medien übereinstimmend berichten, droht der Stadt wohl das Aus. Nach SID-Informationen forderte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin eine Garantie dafür, dass Zuschauer in die Stadien dürfen. „Jeder Ausrichter muss garantieren, dass Fans zu den Spielen dürfen“, sagte Ceferin: „Die Option, dass irgendein Spiel der EM ohne Fans ausgetragen wird, ist vom Tisch.“

Bis zum 7. April haben die Städte offenbar Zeit, um die Zuschauer-Frage zu klären. Die geplanten Gastgeber waren München, Amsterdam, Baku, Bilbao, Budapest, Bukarest, Dublin, Glasgow, Kopenhagen, Rom, St. Petersburg und London. „Es ist möglich, dass das Turnier in zehn oder elf Ländern gespielt wird, wenn einige Länder die Bedingungen nicht erfüllen“, sagte Ceferin.

Reiter: „Veranstaltungen dieser Art mit Zuschauer sind aktuell nicht erlaubt“

In München sollen die Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich, Portugal und Ungarn stattfinden, sowie ein Viertelfinale. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter reagierte mit großer Unverständnis auf die jüngsten Aussagen der UEFA-Bosses.

„Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht möglich, eine Aussage darüber zu treffen, ob es das Infektionsgeschehen der Corona-Pandemie zulässt, im Juni Zuschauer zuzulassen oder nicht. Klar ist aber, dass Veranstaltungen dieser Art mit Zuschauern nach den aktuellen Vorschriften nicht erlaubt sind“, sagte Reiter: „Ich würde mir gerade in diesen Zeiten wünschen, dass die Verantwortlichen der UEFA hier den direkten Austausch mit den Gastgeber-Städten suchen, um gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten.“

Ticketverkauf macht ein Viertel der Erlöse aus

„Wir möchten gerne im Sinne der Fans die Vision erfüllen, dass auch Zuschauer - unter den dann geltenden Bestimmungen - die Spiele der EURO 2020 in München besuchen können“, hieß es in einer Stellungnahme von Seiten des DFB. Der Ticketverkauf macht fast ein Viertel der Erlöse bei der EM aus, laut UEFA Angaben vor der Pandemie rechnete der Verband mit Einnahmen in Höhe von zwei Milliarden Euro.

Um die Zuschauer-Garantie zu geben, bräuchte es eine Sonderregelung von Seiten der Politik und müsste zeitnah auf der Bund-Länder-Konferenz diskutiert werden. Doch ob eine solche Ausnahme bei der Bevölkerung auf Verständnis stößt, bleibt doch arg zu bezweifeln. Der Vorgang zeigt einmal mehr, dass man im Bereich des Profi-Fußballs den Blick auf die Realität komplett verloren hat.

ma

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