"Wir wollen den Kindern ein Lächeln schenken"

Zwei Rosenheimer verfolgen ein großes Spendenziel: 1.000 Bälle für Tansania

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Rosenheim - Janis Sepper und Lukas Haas sammeln für das Entwicklungsprojekt „SC Mwanza“ nicht mehr benötigte Bälle. Das Ziel sind 1.000 Bälle aus dem Raum Rosenheim, die an Kinder und Jugendliche in der Millionenstadt Mwanza in Tansania gehen. Beinschuss.de hat mit den beiden über das Projekt exklusiv gesprochen.

Ihr habt zuhause alte Fußbälle, Volleybälle oder Basketbälle, die ihr nicht mehr benötigt? Dann beteiligt euch doch an der Spendenaktion des Entwicklungsprojekts „SC Mwanza“. Janis Sepper und Lukas Haas, zwei Freunde aus dem Landkreis Rosenheim, haben sich nämlich ein großes Ziel gesetzt: „Rosenheim sammelt 1.000 Bälle für Tansania“. 

Das Projekt will Kinder und Jugendliche in der Millionenstadt Mwanza in Tansania unterstützen. Worum es genau geht und wie Ihr das Projekt unterstützen könnt, erfahrt ihr in unserem Beinschuss-Interview. 

Hallo Herr Sepper, hallo Herr Haas, warum seid ihr aktuell auf der Suche nach alten Bällen? 

Sepper: "In Deutschland haben viele Vereine und Privatpersonen noch gut erhaltene Bälle, die jedoch nicht mehr benutzt werden. In Tansania können diese Bälle jedoch noch eine lange Zeit Freude schenken. In der Regel haben Vereine dort nur einen Ball zur Verfügung, der regelmäßig geflickt werden muss. Deshalb haben wir die Spendenaktion ins Leben gerufen." 

Für wen genau sind die Bälle denn bestimmt? 

Haas: "In Tansania ist der Zugang zu Vereinssport keine Selbstverständlichkeit. Zusammen mit den regionalen Sportverbänden der Region Mwanza werden wir die Bälle flächendeckend an die Vereine verteilen, um so möglichst vielen Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, ihrem Hobby nachzugehen." 

Wie sieht eure Sammelaktion denn genau aus? 

Sepper: "Wir sprechen aktiv Vereine und Privatpersonen an, nach Bällen zu schauen, die sie nicht mehr benötigen. Wichtig ist dabei: Wir nehmen jeden Ball, der entbehrlich ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bälle alt, neu, platt oder aufgepumpt sind. Auch Bälle, die kaputt sind, werden vor Ort wieder in Stand gesetzt, indem sie geflickt werden oder die Blase getauscht wird. Wenn Bälle irgendwann nicht mehr repariert werden können, legen wir zudem ein großes Augenmerk darauf, dass die Bälle nicht im Müll landen, sondern entsprechend recycelt werden." 

Haas: "Wenn ihr Bälle habt, die ihr nicht mehr benötigt, könnt ihr euch per Mail an: rosenheimsammeltbaelle@gmx.de an uns wenden. Wir organisieren dann eine Abholung vor Ort oder vereinbaren einen Sammelplatz, damit der Aufwand für die Spender minimal ist."

Was genau macht eure Sports Charity Mwanza denn genau? 

Sepper: "Mwanza ist die zweitgrößte Stadt in Tansania, in der Region leben etwa drei Millionen Menschen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche. Vor Ort gibt es aber nur wenig Sportstätten und Trainingsmaterial, zudem sind es meist nur einzelne Mannschaften, die zusammen trainieren. Vereinsstrukturen wie wir sie aus Deutschland kennen, mit Mannschaften über alle Altersklassen und für beide Geschlechter, gibt es dort nicht. Das führt dazu, dass viele Kinder - vor allem Mädchen - keine Möglichkeit haben, Sport im Verein zu betreiben." 

Haas: "Und genau da setzen wir an. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, in Zusammenarbeit mit der lokalen Verwaltung und den Sportverbänden, Sportstätten zu bauen und möglichst viele Kinder und Jugendliche zu erreichen. Dabei konzentrieren wir uns auf die vier populärsten Sportarten in Tansania: Fußball, Basketball, Volleyball und Netball. Weitere Informationen zu unserem Projekt findet man auch auf unserer Homepage: www.scmwanza.org."

 

Das klingt nach einen tollen Projekt. Wer steht denn hinter SC Mwanza? 

Sepper: "Die Sports Charity ist ein Projekt des Mwanza e.V., unser Team besteht aus vielen Freiwilligen, die in den letzten Jahren mehrere Monate in Tansania verbracht haben. Wenn man einmal vor Ort war, lässt einen das Thema so schnell nicht mehr los. Wir alle haben eine große Leidenschaft für Sport, Gemeinschaftssinn und soziales Engagement. Mit einfachen Mitteln helfen zu können und Kindern ein Lächeln zu schenken, ist großartig. Wir arbeiten dabei natürlich komplett ehrenamtlich, kommen für Reise- und Aufenthaltskosten selbst auf." 

Haas: "Janis ist sogar eines der Gründungsmitglieder des Projektes und hat so den Grundstein für unsere Arbeit gelegt. In den letzten Jahren haben wir das Projekt gemeinsam weiterentwickelt, ein lokales Team vor Ort aufgebaut und das Projekt an die lokalen Bedürfnisse angepasst." 

Vielen Dank für das Interview und wir hoffen, dass ihr möglichst viele Bälle zusammen bekommt.

ma



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