"Wir wünschen uns eine sportliche Entscheidung"

Final-Four in der Regionalliga Nordost? Die Vereine reagieren unterschiedlich

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Wer wird Meister in der Regionalliga Nordost? Diese Frage wurde zuletzt bei einer Videokonferenz der Vereine und des Nordostdeutsche Fußball-Verbandes diskutiert. Dabei kam der Vorschlag eines Final-Four zur Sprache. Die Reaktionen der Vereine sind unterschiedlich.

Während in der Regionalliga Bayern der Aufstieg von Türkgücü München beinahe nur noch Formsache ist, sieht die Tabellensituation in der Regionalliga Nordost ganz anders aus. Derzeit ist VSG Altglienicke mit 47 Punkten Spitzenreiter, punktgleich mit Lok Leipzig. Zwei Punkte dahinter macht sich Energie Cottbus noch Hoffnungen auf die Rückkehr in die 3. Liga. Neben diesen drei Teams hat nur noch die zweite Mannschaft von Hertha BSC eine Lizenz für das Oberhaus angemeldet. Die Berliner sind aber mit 38 Punkten etwas abgeschlagen auf Platz fünf.

Um das weitere Vorgehen mit dem Spielbetrieb zu besprechen, lud der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) zu einer weiteren Videokonferenz ein. Diesmal waren aber nur die vier Spitzenteams, bei denen es um den Aufstieg geht dabei. Außerdem war ein Vertreter des MDR bei der Besprechung anwesend, da sich der Sender die Übertragungsrechte für 250.000 Euro vor der Saison gesichert hat. "Es war eine Beratung im Ergebnis der ersten Videokonferenz mit den Regionalligisten. Da wurde den Vereinen die Möglichkeit eröffnet, eine Livestream-Leistung auf der eigenen Homepage zu erhalten, wenn die Spiele stattfinden", sagt NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs.

"Über ein Vierer-Turnier zu reden, finde ich völlig absurd"

Wie der Kicker berichtet, wurde in der Videokonferenz außerdem diskutiert, wie ein Meister ermittelt werden kann, der dann möglicherweise in die 3. Liga aufsteigt. Dabei wurde den Vereinen ein Final-Four-Modell, ähnlich wie beim Handball, vorgeschlagen. Dies könnte am Pfingstwochenende in Erfurt stattfinden, möglicherweise mit zwei Halbfinals und einem Endspiel oder auch als Turnier, bei dem jeder gegen jeden spielt. Diese Idee wird von den Vereine ganz unterschiedlich kommentiert. "Über ein Vierer-Turnier zu reden, finde ich völlig absurd. Wir wünschen uns eine sportliche Entscheidung. Ist diese nicht möglich, sind wir Erster und sehen uns als ersten Anwärter auf den Staffelsieg", sagt Altglienicke-Trainer Trainer Karsten Heine gegenüber dem Kicker, dessen Team Herbstmeister und aktueller Tabellenführer ist. Auch bei Lok Leipzig ist diese Idee keine Möglichkeit. Der Traditionsverein, der ein Spiel weniger bestritten hat als Atlglienicke, hofft, dass die Quotientenregelung zum Einsatz kommt und sie dadurch zum Meister gekürt werden.

Energie-Präsident Matthias Auth: "Für uns ist das ein durchaus vorstellbares Szenario"

Hertha BSC Berlin und Energie Cottbus begrüßen dagegen den Vorschlag. "Man kennt das aus dem Handball. Das ist in der Tat in der Runde diskutiert worden. Das ist eine Option von vielen", sagt Energie-Präsident Matthias Auth. "Für uns ist das ein durchaus vorstellbares Szenario. Es muss ein neutraler Boden sein." Nur Cottbus durfte bislang wieder das Training aufnehmen, wenn auch nur in Kleingruppen und ohne Zweikämpfe. Leipzig und Altglienicke haben bereits einen ähnlichen Antrag gestellt. "Das ist schon Wettbewerbsverzerrung. Jetzt schon über Spiele zu reden, bevor nicht klar ist, dass man richtig mit voller Mannschaftsstärke trainieren kann, finde ich irritierend", sagt Altglieneckes Trainer Heine. Die Sorge ist zudem, dass die Hertha Spieler aus dem Profikader nach unten holen.

Der NOFV ist derzeit nicht zu beneiden und eine Entscheidung wird nicht leicht. Zudem hätte der Meister noch in ein Aufstiegs-Relegationsspiel gegen einen Vertreter der Regionalliga West bestreiten müssen. Lok Leipzigs Geschäftsführer Martin Mieth ist sich bewusst: "Es wird keine Lösung geben, mit der alle zufrieden sind."

ma



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