Er kündigte sein Outing an

Anonymer schwuler Bundesligaspieler: Was wurde aus dem "Versteckspiel"?

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Auf Twitter sorgte vor einiger Zeit ein Account für Aufsehen, auf dem sich jemand als Spieler der 2. Bundesliga ausgab und sein Outing ankündigte. Was wurde aus diesem Account?

"gay_Bundesligaspieler" ist weiterhin sehr aktiv auf Twitter, nahezu jeden Tag kommt mindestens ein Beitrag. Das Thema ist oft dasselbe: Es geht um eine Einrichtung einer AGG-Beschwerdestelle (AGG = Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz). Der Spieler fordert eine solche Möglichkeit vom DFB und schreibt im Konkreten: "Das ist sehr wichtig für mich, damit ich nach meinem Coming-Out auch wirklich gegen Diskriminierung geschützt werde."

Vergangene Woche schien nun eine Entscheidung gefallen zu sein: Der Verband will wohl keine AGG-Beschwerdestelle einrichten. "Ich bin enttäuscht, von dem, was der DFB hier tut. Gegen Homophobie sein, aber wenn's konkret wird, kneifen! Dabei habt ihr doch versprochen, Spieler wie mich zu unterstützen. Und ich habe einen ganz konkreten Vorschlag gemacht (AGG Stelle)", so der Spieler am 19. November.

Schwuler Profi kündigt Outing an und wendet sich den den 1. FC Köln

Außerdem schreibt der Spieler, dass er im Training in seiner Mannschaft schon Opfer von homophoben Sprüchen ("angeblich nur Witze") wurde. "Das ärgert mich und es ist auch pervers." Interessant: Er richtet sich in mehreren Tweets direkt an den 1. FC Köln, der laut seiner Aussage schon mindestens einen homosexuellen Spieler in seinen Reihen hatte. Er fordert den Verein auf, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, um die Situation für homosexuelle Profis weiter zu verbessern.

Follower zweifeln mittlerweile an der Glaubwürdigkeit

Am Montag wandte er sich noch einmal an den Deutschen Fußballverband und fand noch einmal deutliche Worte: "An den DFB , ich brauche keine netten Worte oder Zuspruch von euch. Ernstgemeinte Unterstützung über das AGG geschützt zu werden würde schon reichen."

Anfangs erhielt der Spieler noch viel Unterstützung von seinen Followern, mittlerweile glauben immer mehr Menschen, dass es sich um einen Fake-Account handelt. Andere wiederum kritisieren die ständigen Forderungen des anonymen Profis, außerdem mache er das Thema größer als es ist: "Du tust mit deinen Aussagen so, als hätte es überhaupt noch gar kein Outing gegeben. Es gibt aber Thomas Hitzelsberger, das ganze Ding war zwei Wochen interessant und wurde durchgekaut, heute ist es akzeptiert. Das wird bei anderen Outings nicht anders sein", schreibt ein User.

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dg

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