Dr. Manfred Düring im Beinschuss-Interview

Athletikcoach von Boateng und Zé Roberto: "Es steckt viel harte Arbeit dahinter"

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Dr. Manfred Düring als Athletiktrainer bei der SpVgg Greuther Fürth.
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Kreis Inn/Salzach - Der Chiemgauer Dr. Manfred Düring ist Sportwissenschaftler und arbeitet unter anderem für die deutsche U-20-Nationalmannschaft und den 1. FSV Mainz 05. Mit seiner Firma "Sports Innovated" bietet er zudem sportartübergreifend Training, Trainingssteuerung und Leistungsdiagnostik für Amateure an. Im Gespräch mit Beinschuss.de verriet er, was es damit auf sich hat und was die Teilnehmer erwartet.

Beinschuss.de: Servus Manfred. Zuerst zu deiner Person: Wie hast du es geschafft, in den Profibereich zu kommen?

Dr. Manfred Düring: Arbeiten (lacht). Nein, im Ernst. Es gehört viel Arbeit und Engagement dazu und natürlich spielt dann auch immer ein wenig Zufall mit hinein. Als ich den Hamburger SV, in meiner Funktion als Leiter Leistungsdiagnostik in der Simssee Klink, anschrieb, ob sie an Leistungsdiagnostik als Dienstleistung Interesse hätten, dauerte es nicht lange, bis ich die Zusage bekam, das „HSV-Lab“ bei den Profis aufzubauen und dort als Konditionstrainer unter Huub Stevens, Bruno Labbadia, Martin jol etc. zu arbeiten. Nach der Zeit in der Hansestadt holte mich Thomas Doll nach Saudi-Arabien. So führte dann eins zum anderen. 

Beinschuss.de: Welche deiner Stationen war für dich die spannendste, bzw. interessanteste?

Düring: An erster Stelle steht da natürlich der HSV. Da steckt einfach so viel Herzblut mit drin, weil das meine erste Stelle im Profibereich war. Damals waren wir auch sportlich sehr erfolgreich, standen zweimal hintereinander im Halbfinale des UEFA-Cups. Das war schon unglaublich. Aber auch die Zeit in Saudi-Arabien war was ganz Besonderes, vor allem kulturell war das nochmal ein Riesenunterschied. Auch hier waren wir sehr erfolgreich, zum Beispiel erreichten wir das Finale der asiatischen Champions League. An sich waren aber alle meine bisherigen Stationen toll und jedes Mal eine neue Herausforderung.

"Profis sind unglaublich diszipliniert"

Beinschuss.de: Profis sagt man ja oft Allüren nach. Ist es schwierig, mit solchen Spielern zusammen zu arbeiten?

Düring: Man muss da ein bisschen aufpassen, dieses Thema mit den Allüren wird von den Medien oft auch ein wenig hochgepusht, davon lebt die Branche ja auch. Ich durfte am Olympiastützpunkt und gerade beim HSV mit absoluten Vollprofis zusammenarbeiten: Rafael van der Vaart, Ruud van Nistelroy, Zé Roberto, Jerome Boateng, Vincent Kompany, um nur ein paar zu nennen. Und gerade solche Spieler sind unglaublich diszipliniert und wollen ununterbrochen an sich arbeiten. Zé Roberto hat erst vor Kurzem im Alter von 44 Jahren seine Karriere beendet. So eine lange Laufbahn wäre ohne diese Professionalität nie möglich gewesen.

Beinschuss.de: Mittlerweile bist du als Athletiktrainer bei der deutschen U-20-Nationalmannschaft tätig, sowie im Nachwuchsleistungszentrum des FSV Mainz 05 Leiter für die Bereiche Diagnostik, Training und Wissenschaft. Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit mit Jugendspielern zu der mit Erwachsenen?

Düring: Die Leistungsentwicklung ist bei jungen Spielern definitiv einfacher. Junge Spieler entwickeln sich viel mit weniger Aufwand, leichter und schneller, während der erfahrene Profi sich nur durch gesteigerten Aufwand weiter entwickeln, das hat einen exponentiellen Verlauf. Und natürlich in der Persönlichkeit unterscheiden sich die Jungen von den Alten.

Beinschuss.de: Mit deiner Firma Sports Innovated bietest Du sportartübergreifend Leistungsdiagnostik, sowie Trainingssteuerung/-planung und natürlich Training an. Was erwartet die Vereine, die Euer Angebot in Anspruch nehmen, genau?

Düring: Wir bieten verschieden Programme an. Zum Beispiel kann man unser Angebot für die Vorbereitung nutzen oder auch für die komplette Saison. Wir begleiten dann die Trainings und stellen nach Wunsch auch zusammen mit dem Trainer einen kompletten Trainingsplan auf. So dass sich die Athleten maximal weiterentwickeln, nicht unter- oder überfordertet werden. Dazu bieten wir eine ganze Reihe an diagnostischen (Feld- und Labor) Möglichkeiten an, von Technik bis hin zu kognitiven Themen, und natürlich alle konditionellen Tests. Aber auch die Trainer Fort- und Weiterbildung liegt uns sehr am Herzen.

"Niveau auf Leistungsniveau zu Preisen für den Breitensport"

Beinschuss.de: Wieviel Zeit muss man als Amateurverein in Anspruch nehmen, um sich mit dem Programm von Sports Innovated gezielt verbessern zu können? 

Düring: Man sollte schon circa acht Wochen lang mindestens einmal pro Woche mit uns trainieren, um wirklich einen Unterschied zu merken. Natürlich gilt aber: Je länger, desto besser.

Beinschuss.de: In welchem Bereich bewegen sich die Kosten für die Vereine?

Düring: Die Preise werden bei uns immer auf Anfrage verhandelt und richten sich nach dem jeweiligen Paket. Dass es nicht umsonst geht, ist natürlich klar, trotzdem bieten wir mit Sports_Innovated ein Niveau auf Leistungssport zu Preisen für den Breitensport an. Sinn machen natürlich mittel- und langfristige Kooperationen. Neben der Nachhaltigkeit im Training und Trainingserfolg, ist diese für die Vereine natürlich planbarer und kostengünstiger.

Beinschuss.de: Kann jeder Verein aus jeder Liga teilnehmen?

Düring: Ja, wirklich jeder. Wir vertreten mit unserer Firma wirklich die komplette Bandbreite von der Bundesliga bis zur A-Klasse. Auch Mannschaften aus anderen Sportarten können teilnehmen, wir beschränken uns ausdrücklich nicht nur auf den Fußball.

"Man sollte sich gut überlegen, mit wem man zusammenarbeitet"

Beinschuss.de: Und Jugendvereine?

Düring: Ja, gerade die! Für Jugendmannschaften haben wir ein eigenes Projekt ins Leben gerufen, welches sich Next-Soccer-Generetion nennt. Besonders in den jungen Jahren ist es noch möglich, mit wenig Aufwand viel zu erreichen, das Programm macht also für die Jungs und Mädels durchaus Sinn. Für die jungen Spieler bieten wir auch spezielle Programme an und vergleichen ihre Werte dann mit denen von NLZ-Spielern. So bekommen die Jugendlichen einen ganz neuen Einblick, auf welchem Leistungsstand sie sich bewegen.

Beinschuss.de: Gibt es in der Szene auch schwarze Schafe, die ähnliches zu niedrigerer Qualität anbieten?

Düring: Ich würde diese nicht als schwarze Schafe bezeichnen. Ich glaube, jeder macht sowas aus einem gut gemeinten Anlass. Das Problem ist nur, dass der Beruf des „Trainers“ nicht wirklich geschützt ist und sich viele so nennen dürfen. Oft leidet dann das Angebot der jeweiligen Anbieter darunter, dass diejenigen nicht die richtige Ausbildung genießen durften und nicht die entsprechende Erfahrung haben. Das ist auf keinen Fall böse gemeint, dass sie dann sowas anbieten, ist ja völlig legitim.

Beinschuss.de: Was ist dir noch wichtig, zu sagen?

Düring: Jeder, der so ein Angebot in Anspruch nehmen will, sollte sich ganz genau überlegen, mit wem man zusammenarbeiten will. Es geht schließlich hierbei immer um die eigene Gesundheit. Wie bereits erwähnt, kann man schon mit wenig Aufwand sehr viel erreichen, solang man es nur richtig macht. Zudem liegt mir unser neues Projekt sehr am Herzen: Derzeit sind wir in der Projektentwicklung für ein einzigartiges Performance Center im Chiemgau.

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