U19 Testspiel: FC Deisenhofen - SB DJK Rosenheim 4:2

SB Rosenheim U19 fordert Bayernliga-Spitzenreiter!

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Die SBR-Youngster zeigten sich defensivstark und konterfreudig: Hier verteidigen Kapitän und Laufwunder Quirin Wolfrum (m.), Lukas Mazagg (l.) und Simon Baumgartner (r.) gegen die Blauhemden Emre Tunc (l.) und Cenk Caliskan (r.).
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Oberhaching - Die Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde bot die Gelegenheit, den hochgelobten A-Junioren-Jahrgang des SB DJK Rosenheim einmal ausführlicher unter die Lupe zu nehmen. Und das gleich in einem echten Härte- und Qualitätstest. Denn der Nachwuchs der grünen Rosenheimer hatte sich als Testgegner keinen Geringeren ausgesucht als den Tabellenführer der U19-Bayernliga FC Deisenhofen, der sensationeller Weise an die Tür zur Bundesliga klopft. Und was der Sportbund auf dem Oberhachinger Kunstrasen darbot, wusste über weite Strecken zu gefallen.

Dabei mussten die Rosenheimer, die selbst in der vergangenen Saison souverän von der Bezirksoberliga in die Landesliga Süd aufgestiegen sind und dort heuer eine gute Rolle spielen, die Reise zu den Deisenhofenern, die für ihre hervorragende Jugendarbeit längst über die Grenzen des Münchner Umlands hinaus bekannt sind, doch deutlich ersatzgeschwächt antreten.

Neben Leistungsträgern wie Alexander Lallinger, Maximilian Biegel und Ender Karavil, die für die Erste Mannschaft des SBR unterwegs sind, musste Erfolgstrainer Stefan Marlog schweren Herzens auf einige weiter Akteure verzichten, die entweder nicht abkömmlich, krank oder verletzt waren. Dies bedeutet Einsatzzeiten für einige vielversprechende Neuzugänge und gegen Ende auch für den ein oder anderen B-Jugendlichen. Gerade für die Spieler der Kreisliga-U17 war der Test natürlich eine echte Hausnummer.

SBR-Nachwuchs geht Aufgabe engagiert an

Aber die Sportbund-Youngster machten ihre Sache hier völlig unberührt von dieser Tatsache von Beginn an gut - und vor allem geschickt. Mit dem nötigen Selbstvertrauen erwiesen sie sich als äußerst hartnäckiger Gegenüber für den Bayernliga-Spitzenreiter. Definitiv eine beachtliche Leistung - die Hausherren führen schließlich nicht umsonst Deutschlands zweithöchste Spielklasse bei den A-Junioren an.

Natürlich agierte der SBR hier vorwiegend defensiv, stand engmaschig und tief - aber eben auch mit Köpfchen und einem Plan. In den Räumen und gegen den Mann wurde konzentriert gearbeitet, den Deisenhofenern konsequent die Wege versperrt - und nach eigener Balleroberung sofort mutig umgeschaltet und mit Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten schnell und meist blitzsauber gekontert. Das sah nicht nur teilweise richtig gut aus - es war auch oftmals torgefährlich.

Rosenheimer Konter sind brandgefährlich

Zwar hatten die gastgebenden Blauhemden wesentlich mehr Ballbesitz - nur wussten sie mit diesem nicht immer etwas Konstruktives anzufangen. Die Rosenheimer Jungspunde waren kompakt, zeigten eine gute Raumaufteilung und Abstimmung - die Deisenhofener mussten in der Rolle des Favoriten dagegen anspielen, die Initiative ergreifen ohne im Aufbauspiel die Geduld zu verlieren und Lösungen suchen. Eine Aufgabe, die ihnen nicht immer gelang. Dann waren die Grün-Weißen da - und schlugen zu.

Deisenhofen U19 - SB Rosenheim U19

Zugegebenermaßen hatten die Hausherren ihre zwei, drei guten Abschlussmöglichkeiten im ersten Durchgang - aber wenn man gegen einen gut verteidigenden Gegner nicht viele Gelegenheiten bekommt und es einem nicht gelingt diese mit hoher Effizienz zu verwerten, kann einem ein konterstarkes Team eben auch Probleme bereiten.

Laufwunder Wolfrum bringt Sportbund in Führung

Gegen Ende der ersten Hälfte fuhren die Rosenheimer einen solchen brandgefährlichen Konter - und spielten ihn auch zu Ende: Ein präziser langer Ball, der mit Auge aus der eigenen Defensive gespielt war, überwand die gesamte Deisenhofener Hintermannschaft und kam perfekt auf SBR-Kapitän Quirin Wolfrum, der ein wirklich gutes Match zeigte und vor allem eine beeindruckende Laufleistung an den Tag legte. Wolfrum umkurvte noch Hendrik Natzer, der ihm aus dem Tor der Gastgeber entgegengeeilt kam - und schob aus spitzem Winkel zum 0:1 ein (39.).

Die jetzt erst recht zielstrebig auftretenden Gäste hätten ihre Führung fast noch vor der Pause erhöht: Nach einem Fauxpas von Natzer, der aus seinem Sechzehner herausgelaufen war und klären wollte, den Ball aber letztlich direkt vor die Füße von Daniel Kobl beförderte - zog dieser ohne lange zu fackeln aus etwa 25 Metern ab. Sein Schuss war zu gut platziert - und klatschte an den rechten Pfosten! Sollte sich hier etwa eine Überraschung anbahnen?

Auf Pfostentreffer folgt der zweite Streich des SBR

Kurz nach dem Seitenwechsel musste man dies in der Tat vermuten, denn diesmal machte der Sportbund seinen zweiten Treffer: Rosenheims linker Defensivspieler Lukas Mazagg chipte einen Ball wunderschön hinter die Abwehr der Hausherren - und direkt in den Lauf von Varun Mathur. Der versuchte den eingewechselten FCD-Torwart Marc Richter zu überlupfen, diesem rutschte allerdings der Ball durch die Hände - und ein Abwehrspieler kam auf der Linie gerade noch an den Ball. Doch auch dieser Rettungsversuch verunglückte, das Leder landete drei Meter vor dem rechten Pfosten bei Janik Vieregg - und der jagte es zum 2:0 für den SBR in die Maschen (51.)!

Nun war der Bayernliga-Primus endgültig wachgerüttelt und herausgefordert. In der letzten halben Stunde, nach mehreren Wechseln auf beiden Seiten und bei nachlassenden Kräften auf Seiten der Gäste, zogen die Nachwuchshoffnungen des FCD noch einmal an. Ganz im Stile eines Favoriten spielten sie jetzt ihre spielerische Klasse und offensichtlich auch überlegene Fitness gewinnbringend aus. Vielleicht auch, weil jetzt die nötigen Tempovorteile zugunsten der Blauhemden erkennbar waren. Solange die Burschen in grün in physischer Hinsicht voll mitgehen konnten, taten sich die Deisenhofener, die versuchten sich das Spiel zurecht zu legen, sichtlich schwer.

Nach einer Stunde startet Deisenhofen die Aufholjagd

So musste schließlich eine Standardsituation als Dosenöffner für die Oberhachinger herhalten: Ein exakt getretener Freistoß von halbrechts aus etwa 30 Metern Torentfernung von Leon Dekorsy wurde im Strafraum schön per Kopf in Richtung langes Eck verlängert - wo Deisenhofens Innenverteidiger Josip Cosic goldrichtig stand, den Fuß hinhielt und den Anschlusstreffer markierte (58.).

Knappe zehn Minuten später gelang den Gastgebern der Ausgleich: FCD-Mittelfeld-Mini Salvatore Mancusi kam nach Balleroberung der Deisenhofener im Angriffsdrittel zentral in Ballbesitz. Im folgenden Zweikampf hatte er etwas Ballglück, zog dann aber dynamisch noch ein paar Meter durch eine sich auftuende Lücke - und schloss aus dreizehn Metern mit einem schönen Spannstoß ins linke unter Eck ab (67.). Keine Chance für Sebastian Leppert im Tor des SBR.

Bundesliga-Aspirant deutet seine Klasse an

Und wie solche Spiele dann laufen, konnte der vom Trainerduo Helmut Lucksch und Bernhard Paschke trainierte Bayernligist sein überlegenes Potential auch aufs Feld bringen, das Spiel - welches sich für die Deisenhofener als echter Test herausgestellt hatte - noch drehen und, trotz des engagierten Auftretens des Sportbunds in den ersten 60 Minuten, unter dem Strich verdientermaßen gewinnen. Gegen Ende der Partie fehlten den Rosenheimern bei allem vorhandenen Willen schlichtweg die Körner, um die enstehenden Löcher zuzulaufen und den Hausherren eröffneten sich immer mehr Räume.

Der in der 72. Minute eingewechselte Dominik Kurija Joker zeigte sich als Ass im Ärmel und brachte den FCD mit seinem Doppelpack innerhalb von zehn Minuten auf die Siegerstraße: Erst bediente ihn Niklas Tatzer aus dem rechten Halbfeld, wobei sich die SBR-Abwehr nach der Einwechslung einiger U17-Spieler leicht desorientiert zeigte - und Kurija vollendete im Sechzehner aus kurzer Distanz (78.).

Dann zeigten die Blauhemden bei einem extrem schnellen Gegenangriff, nachdem sich die Rosenheimer nochmals aus der Deckung gewagt hatten, ihr ganzes Können. Vom eigenen Torwart fand der Ball in Windeseile nach halblinks zu Valentin Markmüller, der sich gekonnt um 180 Grad und seinen Gegenspieler drehte und aus der Drehung einen perfekten Ball durch die Schnittstelle auf Kurija spielte. Dieser hatte alleine vor SBR-Keeper Leppert keine Mühe den 4:2 Schlusspunkt zu setzen.

SBR-Coach Marlog mit seiner Truppe hochzufrieden

Trotz der späten Niederlage zeigte sich Sportbund-Coach Marlog nach dem Spiel sehr zufrieden: "Für uns war das eine Riesen-Herausforderung und ein wirklich guter Test. Sich bei einem eventuellen Bundesliga-Aufsteiger eine 2:0-Führung herauszuspielen und dieses Ergebnis fast eine Stunde lang zu halten, ist nicht nur gut für das Selbstbewusstsein. Meine Jungs können hier auf jeden Fall etwas mitnehmen. Auch wenn wir normalerweise nicht so defensiv agieren - in der Landesliga haben wir auch ein paar extrem spielstarke, über viel Ballbesitz kommende Mannschaften. Da ist es gut zu wissen, dass wir solch starke Konter spielen können. Und dann haben uns ja auch noch ein paar ganz wichtige Kicker gefehlt. Dafür haben wir das herausragend gemacht - ich bin jedenfalls richtig stolz auf meine Jungs!".

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