Es geht um knapp fünf Millionen Euro

Razzia beim DFB! Auch das Wohnhaus von BFV-Präsident Koch wurde wohl durchsucht

Razzia bei BFV-Präsident Dr. Rainer Koch.
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Im Zuge einer groß angelegten Razzia beim DFB wurde auch das Haus von BFV-Präsident Dr. Rainer Koch durchsucht.

München/Frankfurt - Im Zuge des DFB-Skandals Staatsanwaltschaft Frankfurt mehrere Hausdurchsuchungen bei DFB-Verantwortlichen durch. Laut Medienberichten wurde dabei auch das Wohnhaus von BFV-Präsident Dr. Rainer Koch durchsucht.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, seien an der Razzia ingesamt rund 200 Beamte beteiligt gewesen. Im Raum stehe der Verdacht der Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen. Konkrete Namen nannte die Behörde nicht, laut „Bild“ wurden jedoch die Wohnhäuser von Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel (59) in Rotenburg an der Wümme, Ex-DFB-Vize und BVB-Boss Reinhard Rauball (73) in Herdecke, DFB-Vize Rainer Koch (61), Ex-Generalsekretär Helmut Sandrock (63), Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge (49) und Generalsekretär Friedrich Curtius (44) durchsucht.

Knapp 4,7 Millionen Euro „sparte“ sich der DFB

Konkret soll es um Einnahmen aus der Bandenwerbung von Heimspielen der Deutschen Nationalmannschaft gehen. „Die wegen des Verdachts der fremdnützigen Hinterziehung von Körperschafts- und Gewerbesteuern in besonders schweren Fällen geführten Ermittlungen richten sich gegen sechs ehemalige bzw. gegenwärtige Verantwortliche des DFB“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. „Ihnen wird zur Last gelegt, Einnahmen aus der Bandenwerbung von Heimländerspielen der Fußball-Nationalmannschaft aus den Jahren 2014 und 2015 bewusst unrichtig als Einnahmen aus der Vermögensverwaltung erklärt zu haben.“ Der DFB soll dabei einer Versteuerung von circa 4,7 Millionen Euro entgangen sein.

„Die Beschuldigten wussten von dieser Unrichtigkeit“

Das Ganze soll in der Amtszeit von Ex-Präsident Wolfang Niersbach stattgefunden haben. Niersbach selbst trat Ende 2015 von seinem Amt zurück, Grund dafür war der noch nicht vollständig aufgeklärte Skandal um das Sommermärchen 2006. „Nach den bisherigen Ermittlungen besteht der Verdacht, dass die Beschuldigten von dieser steuerlichen Unrichtigkeit wussten, sie aber bewusst wählten, um dem DFB hierdurch einen Steuervorteil von großem Ausmaß zu ermöglichen“, erklärte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen in einer Pressemitteilung.

dg (mit Material der dpa)

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