Kinhöfer ist sauer

"Kriegsähnliche Zustände" - Ex-Schiri stellt Bundesliga-Profis an den Pranger

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Thorsten Kinhöfer hat sich in einem Interview über das Verhalten vieler Profi-Spieler echauffiert.
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Frankfurt (Main) - Ex-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hat genug: Der 51-Jährige gab Mitte der Woche ein Interview, in dem er die Vorbildfunktion der Bundesliga-Profis anzweifelt.

Thorsten Kinhöfer war schon als Schiedsrichter ein Mann der klaren Worte, die Spieler hatten stets Respekt vor ihm. Nun teilte der Ex-Schiri in einem Interview mit Bild.de mal so richtig aus. Angesprochen auf das Verhalten der Profis, erklärte er wütend: "Bei jeder Hand-Entscheidung rennen sieben oder acht Spieler auf den Schiri, schreien auf ihn ein. Das sind mittlerweile kriegsähnliche Zustände! Ich frage mich immer, was die genommen haben, um so von 0 auf 100 zu kommen. Mich – und viele, viele Leute, mit denen ich rede – kotzt das Verhalten auf dem Platz inzwischen an."

Kinhöfer sauer: "Da fühle ich mich verarscht"

Er spricht außerdem davon, dass die Vorbildfunktion auf die Amateurfußballer quasi komplett verloren geht: "Bei diesen ,Vorbildern‘ müssen wir uns nicht wundern, dass im Amateurfußball Woche für Woche Schiedsrichter beleidigt, bedroht und verprügelt werden", so Kinhöfer gegenüber Bild.de. Fast wöchentlich kommt es derzeit zu Meldungen, in denen Schiedsrichter im Amateurfußball tätlich angegangen werden.

Am Wochenende kam es zu einer unglaublichen Szene, als Frankfurts Kapitän David Abraham Freiburgs Trainer Christian Streich umcheckte. In der anschließenden Rudelbildung schlug Vincenzo Grifo dem Frankfurter ins Gesicht, beide sahen die rote Karte. Nach dem Spiel posteten sie ein gemeinsames Versöhnungsfoto aus der Kabine. Kinhöfer dazu: Da fühle ich mich verarscht! Erst wollte Grifo Abraham fast umbringen, dann ist auf einmal wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Das haben die doch nur gemacht, um ihre Strafen gering zu halten." Grifo wurde im Anschluss für drei Spiele gesperrt, Abraham für sechs. Beide Vereine kündigten an, Einspruch gegen die Urteile einzulegen.

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dg

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