Partie in Buchbach stand kurz vor dem Abbruch - *Mit Voting*

Wann wird ein Fußballspiel wegen Pyrotechnik abgebrochen?

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Wegen pyrotechnischer Vorfälle stand die Partie zwischen dem TSV Buchbach und dem 1. FC Schweinfurt 05 kurz vor dem Abbruch.
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Buchbach - Am Freitagabend stand die Regionalligapartie zwischen dem TSV Buchbach und dem 1. FC Schweinfurt 05 kurz vor dem Abbruch, da Fans der Gästemannschaft Pyrotechnik zündeten. Aber wann wäre das Spiel tatsächlich abgebrochen worden? Wir haben einen Blick in die Statuten des BFV geworfen.

Es waren unschöne Szenen, die in Buchbach zu sehen waren. Nachdem der Unparteiische die Partie schon kurz nach der Halbzeit wegen Pyrotechnik unterbrechen musste, war dies in der 76. Minute erneut der Fall. Beim Stand von 1:0 für Schweinfurt hielt Buchbachs Keeper Daniel Maus sein Team gerade mit einer Glanzparade im Spiel, die daraus resultierende Ecke verzögerte sich aber. Wieder brannten die mitgereisten Schweinfurter Bengalos ab.

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Schiedsrichter Marco Achmüller schickte die Teams daraufhin in die Kabinen, der Stadionsprecher sprach von einer fünfminütigen Unterbrechung und davon, dass das Spiel bei einem weiteren Vorfall sofort abgebrochen wird. Dazu kam es aber nicht mehr, die Partie wurde ohne besondere Vorkommnisse zu Ende gespielt und Schweinfurt rettete die Führung über die Zeit.

Bestimmungen des Bayerischen Fußballverbandes

Doch wäre das Spiel dann tatsächlich abgebrochen worden? Die Statuten des BFV lassen dies auf jeden Fall zu. In den "Richtlinien zu Vorgehen bei Zuschauerfehlverhalten" ist in Punkt zwei, "Pyrotechnische Vorfälle nach Spielbeginn", genau definiert, was bei jedem Vorfall passiert:

1. Pyrotechnischer Vorfall

Grundsätzlich gilt beim BFV die Devise: "Wenn es brennt, wird nicht gespielt": "Bei pyrotechnischen Vorfällen nach dem Anstoß ist das Spiel zu unterbrechen. Beide Mannschaften gehen gemäß Entscheidung des Schiedsrichters auf Höhe der Mittellinie an den Spielfeldrand, zu den Auswechselbänken oder an einen anderen geeigneten Ort. Eine Lautsprecherdurchsage ist über den Spielführer der Heimmannschaft zu veranlassen." Nach spätestens zehn Minuten soll die Partie dann aber fortgesetzt werden. In Buchbach dauerte diese Unterbrechung kurz nach der Halbzeit knapp zwei Minuten.

2. Pyrotechnischer Vorfall

"Kommt es anschließend zu einem zweiten pyrotechnischen Vorfall, soll der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen und mit beiden Mannschaften das Spielfeld verlassen. [...] Bei einem massiven Pyro-Vorfall begibt sich der Schiedsrichter mit den Mannschaften in die Spielerkabinen. [...] Zudem hat erneut eine Lautsprecherdurchsage zu erfolgen, dass bei weiteren Vorfällen das Spiel vom Schiedsrichter abgebrochen werden kann. Sobald sich die Situation wieder beruhigt hat, kann das Spiel fortgesetzt werden." Am Freitagabend verschwanden die Teams für knapp fünf Minuten in den Kabinen, danach konnte die Partie ohne Probleme zu Ende geführt werden.

3.-5. Pyrotechnischer Vorfall

Bei jedem weiteren Vorfall hat der Schiedsrichter jederzeit die Möglichkeit, das Spiel abzubrechen. Dazu werden sich die Unparteiischen in der jeweiligen Unterbrechung mit der Polizei, sowie den Verantwortlichen treffen, die finale Entscheidung trifft dann der Hauptschiedsrichter. Spätestens beim fünften Vorfall muss die Partie abgebrochen werden. In Buchbach wurde bei der fünfminütigen Unterbrechung klar kommuniziert, dass die Partie bei einem weiteren Vorfall abgebrochen wird.

Stellungnahme des 1. FC Schweinfurt 05

Der 1. FC Schweinfurt 05 hat sich am Dienstag in einer Stellungnahme an die Fans gewandt. Dort erklärt Geschäftsführer Markus Wolf: "Wir verurteilen dieses Verhalten aufs Schärfste und werden alles daransetzen, den oder die Täter ausfindig zu machen. [...] Ich hoffe, dass sich der oder die Täter in seinem oder ihrem eigenen Sinne bei uns melden. Ihre Identifizierung ist laut Statuten die einzige Möglichkeit, den Punktabzug zu vermeiden."

"Wir distanzieren uns davon. Es gibt immer ein paar Idioten."

Laut den Statuten des Verbandes droht dem 1. FC Schweinfurt 05, der noch um die Bayerische Amateurmeisterschaft und dem damit verbundenen Startplatz im DFB-Pokal kämpft, neben einer hohen Geldstrafe auch ein Punktabzug. Dieser würde sich wohl nur vermeiden lassen, wenn der oder die Täter identifiziert werden.

Schon direkt nach dem Spiel entschuldigte sich FCS-Trainer Timo Wenzel: "Im Namen des Vereins muss ich mich für die Vorkommnisse entschuldigen. Die Mannschaft und das Trainerteam tragen daran keine Schuld. Das darf aber nicht vorkommen. Es sind Kinder im Stadion. Wir distanzieren uns davon. Es gibt immer ein paar Idioten. Man muss ganz klar sagen: Das gehört nicht auf den Fußballplatz.“

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dg

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