Warum ein Bundesligaprofi immernoch in seiner WG wohnt

"Ey Jungs, könnt ihr bitte woanders vortrinken?"

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Hendrik Weydandt (l.) bejubelt sein Tor gegen den FC Schalke 04.
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Hannover - Hendrik Weydandts Karriere als Fußballer liest sich wie ein Drehbuch eines Filmes. In wenigen Jahren schaffte er es vom Amateurkicker zum Profifußballer, ihm gelangen sogar schon drei Tore in deutschlands höchster Spielklasse. Warum er trotzdem noch in seiner alten WG wohnt, erklärte er nun in einem Interview.

Hendrik Weydandt ist 23 Jahre alt und spielt seit Anfang der Saison beim Bundesligisten Hannover 96. Zuvor kickte er in der Regionalliga beim 1. FC Germania Egestorf-Langreder, davor sogar nur in der Kreisliga beim TSV Groß Munzel. Sein Werdegang ließt sich für jeden Kreisligaspieler wie ein Märchenbuch: In nur vier Jahren schaffte es der ehemalige BWL-Student von der Kreis- bis in die Bundesliga.

"Ey Jungs, könnt ihr bitte woanders vortrinken?"

Doch Weydandt verhält sich jetzt keineswegs abgehoben. Wie der 23-Jährige in einem Interview mit 11freunde.de verriet, wohnt er immernoch in seiner alten WG, zusammen mit zwei Mitbewohnern. Laut eigener Aussage lebt er dort in einem 14 Quadratmeter großen Zimmer und versteht sich prächtig mit den anderen beiden, welche natürlich auch Rücksicht auf seine nun laufende Profikarriere nehmen: "Wenn ich zum Beispiel sage: "Ey Jungs, könnt ihr heute woanders vortrinken, wenn ihr feiern gehen wollt?", dann machen die das. Ich bekomme die nötige Ruhe."

Weydandt mit fünf Pflichtspieltoren

Der Marktwert des Hannoveraners beträgt mittlerweile laut transfermarkt.de eine Million Euro. Scherzhaft meinte er im Interview mit 11freunde: "Ein paar meiner Freunde planen jetzt, ihr Geld zusammenzulegen, um mich als Leibeigenen zu kaufen. Sie behaupten, eine Million bekämen sie schon irgendwie zusammen."

Es könnte jedoch sein, dass die aufzutreibende Summe in Zukunft noch höher wird. Weydandt kommt bisher auf 14 Bundesligaspiele und erzielte drei Tore. Im DFB-Pokal gelangen ihm sogar zwei Tore in nur zwei Spielen. Sein erstes Bundesligator erzielte er gleich am ersten Spieltag beim Auswärtsspiel in Bremen und rettete seiner Mannschaft beim 1:1-Unentschieden einen Punkt.

In der aktuellen sportlichen Krise der Hannoveraner sind seine Torjägerqualitäten nun aber mehr gefragt als je zuvor. Sein Verein steht nur auf Platz 17 der Tabelle, bisher konnten die Niedersachsen nur elf Punkte holen. Am vergangenen Wochenende trennte sich der Verein von Trainer André Breitenreiter und verpflichteten Thomas Doll als Nachfolger. Sein nächstes Tor könnte Weydandt dann gleich am kommenden Freitag erzielen, wenn der RB Leipzig zu Gast in Hannover ist.

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dg

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