Verband hält weiter am Re-Start-Termin fest

BFV-Präsident zur Nicht-Freigabe von Testspielen: „Ich verstehe es nicht“

BFV-Präsident Dr. Rainer Koch.
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BFV-Präsident Rainer Koch hat kein Verständnis für die Entscheidung der Staatsregierung.

Bayern - Das erhoffte Signal blieb aus: Die Bayerische Staatsregierung beschloss am Dienstag, dass weiterhin kein Spielbetrieb im Amateurfußball möglich ist. Der BFV und dessen Präsident Rainer Koch zeigen sich enttäuscht, halten aber dennoch am Re-Start-Termin am 1. September fest.

Zahlreiche Amateurvereine und Fußballer in Bayern erhielten am Dienstag keine gute Nachricht. Wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) auf der Pressekonferenz in München mitteilte, wird die sechste Fassung der bayerischen Infektionsschutzverordnung um zwei weitere Wochen bis Sonntag, den 16. August, verlängert. Diese sieht bislang vor, dass zwar Training mit Körperkontakt erlaubt ist, aber kein Spielbetrieb . Damit blieben die erhofften weiteren Lockerungen zur Wiederaufnahme des Amateurfußball-Spielbetrieb aus.

BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher: „Für uns alle natürlich enttäuschen“

Zahlreiche Vereine haben bereits die ersten Testspiele vereinbart, die sie nun wieder absagen müssen. „In der vergangenen Woche gab es positive Signale dahingehend, dass unsere rund 4.500 bayerischen Vereine schon bald wieder Fußballspiele absolvieren können. Wir hatten auf diesen Schritt gesetzt, da auch in den Nachbarbundesländern wieder gespielt werden kann und auch viele bayerische Vereine dorthin ausweichen, um Freundschaftsspiele auszutragen. Es bleibt aber dabei, dass die Pandemie längst nicht gebannt ist und sich die Vorzeichen tageweise ändern. Was sich in der vergangenen Woche noch sehr zuversichtlich angehört hat, klingt jetzt wieder ganz anders. Dass wir uns nun weiter in Geduld üben müssen und weiterhin nur Training möglich ist, ist für uns alle natürlich enttäuschend“, sagt BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher.

Igelspacher weiter: „Wir werden weiterhin im Sinne unserer Vereine bei der Politik vorsprechen und unsere Interessen klar zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig gilt es aber auch, die Entscheidungen der Bayerischen Staatsregierung zu akzeptieren, denn die Zahlen haben sich im Vergleich zur Vorwoche verändert und wir stehen in Bayern erst am Beginn der Sommerferien.“

Keine Testspiele in Bayern: BFV hat kurzfristig eine Vorstandssitzung einberufen

Der Plan des BFV sah vor, die unterbrochene Saison 2019/20 am 1. September wieder fortzusetzen. „Stand jetzt bleibt dieser Plan bestehen. Ebenso gilt nach wie vor die beschlussmäßige Zusage, dass wir die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mindestens vier Wochen zuvor ankündigen werden. Aber um die aktuellste Entwicklung zu besprechen, haben wir kurzfristig für Donnerstag, den 30. Juli eine Vorstandssitzung einberufen. Wir hoffen auf eine baldige Lockerung hinsichtlich von Trainingsspielen – wenn auch ohne Zuschauer und mit handhabbarem Hygienekonzept. Das wäre der nächste herbeigesehnte Schritt, ehe wir dann von Wettkampfspielbetrieb sprechen“, erklärt Igelspacher.

BFV-Präsident Koch: „Diese Entscheidung stößt auf großes Unverständnis“

Auch BFV-Präsident Dr. Rainer Koch zeigt sich enttäuscht von der Entscheidung der Staatsregierung. „Wer ein Trainingsspiel Olympique Marseille gegen den SV Heimstetten erlaubt, der sollte auch Trainingsspiele für die bayerischen Amateurvereine erlauben“, schreibt Koch auf seiner Facebook-Seite. „ Die heutige Nichtfreigabe von Freundschaftsspielen im Amateurfußball stößt bayernweit auf großes Unverständnis, zumal sie zumindest bislang von der Staatsregierung in der Sache in keiner Weise begründet worden ist.“

Der BFV-Präsident weist daraufhin hin, dass in allen Nachbarbundesländern Testspiele bereits wieder möglich sind, nur in Bayern nicht. Zudem habe der BFV zusammen mit dem DFB ein Hygienekonzept für die Vereine erarbeitet, in dem auch die Infektionsketten nachvollziehbar seien. „Die bayerischen Amateurfußballer wären im Moment schon zufrieden, wenn sie Fußball noch nicht mit Zuschauern feiern, wenigstens aber zu Vorbereitungszwecken in Freundschaftsspielen gegen ein anderes Team mit Schiedsrichter spielen dürften“, so Koch weiter. „Wir werden uns ab sofort weiterhin intensiv darum bemühen, dass die Staatsregierung Freundschaftsspiele sehr zeitnah erlaubt.

BFV-Präsident Koch poltert gegen die Entscheidung: „Das Virus macht keine Unterschiede zwischen Profis und Amateuren.“

Vor allem die Unterscheidung zwischen Profis und Amateure stößt bei euch sauer auf: „Ich verstehe es im Moment nicht und bin jetzt gespannt, ob der FC Bayern sein Trainingsspiel gegen Olympique Marseille durchführen darf. Ich hoffe und wünsche, dass dieses Spiel stattfinden kann, aber dann bitte Erlaubnis auch für die Amateurfußballer! Das Virus macht keine Unterschiede zwischen Profis und Amateuren.“

Die Fußballer müssen sich also noch weiter gedulden bis zu ihrem ersten Spiel. Wie lange ist allerdings nicht absehbar.

ma



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