Zwei Drittel unterstützen eine mögliche Klage

Vereine folgen dem BFV-Kurs: Deutliche Mehrheit für zeitnahen Re-Start

BFV-Präsident Rainer Koch
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BFV-Präsident Rainer Koch drohte vergangene Woche mit einer Klage gegen die Regierung.

Bayern - Eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent hat sich für einen Re-Start noch in diesem Jahr ausgesprochen. Zwei Drittel der Klubvertreter unterstützen eine Klage gegen die Regierung. Dies soll weiterhin das letzte Mittel bleiben.

Update, 15.24 Uhr: Pressemeldung des BFV

Bayerns Amateurfußballer drängen mit überwältigender Mehrheit von über 80 Prozent auf einen sehr zeitnahen Re-Start der aktuell aufgrund der Covid-19-Pandemie immer noch unterbrochenen Saison 2019/20 und unterstützen damit den Kurs des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), der den Wettkampfspielbetrieb zumindest mit einer begrenzten Zahl an Zuschauern am 19. September 2020 wieder aufnehmen will. Die Staatsregierung gibt offenbar grünes Licht für den Re-Start am 19. September. Zudem sollen maximal 400 Zuschauer zugelassen werden.

Das ist das Ergebnis der vom BFV initiierten Vereinsumfrage zum weiteren Umgang mit dem von staatlicher Seite weiterhin untersagten Wettkampfspielbetrieb. An der Umfrage hatten sich in den vergangenen fünf Tagen insgesamt 3.069 Vereine beteiligt, die Wahlbeteiligung lag bei über 70 Prozent, stimmberechtigt waren 4.355 am Spielbetrieb beteiligte Vereine. So haben die Klubs aus dem Kreis Inn/Salzach bei der Umfrage abgestimmt.

Zwei Drittel der Klubvertreter unterstützen eine Klage als letztes Mittel

Sogar über 85 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Vereinsvertreter halten den Kurs der Bayerischen Staatsregierung im Umgang mit dem Breitensport im Freistaat mittlerweile für nicht mehr nachvollziehbar. Sollten kurzfristig keine weiteren Lockerungen von staatlicher Seite beschlossen werden und der Amateurfußball damit keine Gleichbehandlung erfahren, sprechen sich zwei Drittel der Klubvertreter dafür aus, dass der BFV als letztes Mittel den Klageweg gegen die Staatsregierung beschreiten solle. Hubert Aiwanger macht den Vereinen nun Hoffnung und spricht sich für Lockerungen im Amateursport aus. Die Staatsregierung will sich offenbar am Dienstag über ein Ende des Wettkampfverbots beraten.

Dem zuständigen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (StMI) hatte der BFV bereits am 13. August ein entsprechend detailliert ausgearbeitetes Muster-Hygienekonzept für einen Re-Start mit einer begrenzten Anzahl an Zuschauern – wie sie beispielsweise bei kulturellen Freiluft-Veranstaltungen in Bayern seit geraumer Zeit ausdrücklich erlaubt sind – vorgelegt.

BFV-Präsident Koch: „Wir wollen Fußball spielen und nicht gegen die Regierung klagen“

„Unsere Vereine haben mit der Abstimmung und den überaus deutlichen Ergebnissen ein ebenso starkes wie klares Signal gegeben, ein solches erhoffen wir uns jetzt auch sehr kurzfristig von der Staatsregierung, denn wir wollen Fußball spielen und nicht gegen die Regierung klagen“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch. Schon zu Beginn der Abstimmung vor sechs Tagen hatte Koch betont, „dass die Staatsregierung am 14. September die Sache immer noch rechtzeitig auf den Weg bringen und die Freigabe für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab dem 19. September erteilen kann. Es müsste aber frühzeitig ein deutliches Signal zur Freigabe kommen, da die in der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung festgelegten Corona-Beschränkungen bis 18. September verlängert worden sind. Und wir können nicht erst am 14. September damit anfangen, für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs fünf Tage später ab 19. September zu planen. Der formale Beschluss könnte dann auch erst am 14. September gefasst werden“, so Koch.

„Unsere Vereine brauchen eine verlässliche Planungssicherheit“

Der BFV-Präsident weiter: „Wir waren immer im engen Austausch mit der Politik und sind dies auch gerade jetzt vor dem Hintergrund der Umfrageergebnisse. Wir bleiben zuversichtlich, dass wir jetzt sehr schnell auf sachlicher Ebene zu einer Lösung kommen und eine gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden können. Das ist unser Ziel, auf der anderen Seite ist die Zeit des bloßen Abwartens nach dem klaren Mehrheitswillen der bayerischen Fußballvereine jetzt vorbei, das wissen alle Beteiligten. Unsere Vereine brauchen eine verlässliche Planungssicherheit, eine solche Perspektive müsste uns jetzt sehr schnell gegeben werden. Die Spielpläne unserer Spielleiter liegen fertig ausgearbeitet für den 19. September in der Schublade. Wir planen weiter für dieses Datum und möchten die Spielpläne deshalb auch gerne so schnell als möglich veröffentlichen. Hierfür brauchen wir eine kurzfristige Entscheidung.“

Außerordentlichen Sitzung des BFV-Vorstands am Montagabend

Die Umfrageergebnisse hat BFV-Präsident Rainer Koch heute Mittag bereits Staatsminister Joachim Herrmann in einem Schreiben übermittelt – verbunden mit der Bitte, sich für eine Erlaubnis des Wettkampspielbetriebs mit einer begrenzten Zahl an Zuschauern analog zum Kulturbetrieb zu verwenden. Mit den Abstimmungsergebnissen wird sich zudem der Vorstand des BFV an diesem Montagabend in einer außerordentlichen Sitzung beschäftigen und die zeitnahe Antwort der Staatsregierung abwarten, ehe die Schritte des weiteren Vorgehens veröffentlicht werden.

DIE ERGEBNISSE IM ÜBERBLICK

Halten Sie die Entscheidung der Staatsregierung, Wettkampfspiele im bayerischen Amateurfußball nach wie vor nicht zu erlauben und auch keine Zuschauer in begrenztem Umfang zuzulassen, für richtig?

  • Ja: 459 (15 Prozent)
  • Nein: 2610 (85 Prozent)

Wollen Sie, dass der Wettkampfspielbetrieb im Jahr 2020 baldmöglichst wieder aufgenommen wird und der BFV sich dafür einsetzt?

  • Ja: 2466 (80 Prozent)
  • Nein: 603 (20 Prozent)

Soll der BFV rechtlich gegen das Verbot des Wettkampfspielbetriebs im Amateurfußball vorgehen und gegebenenfalls gerichtlich Gleichbehandlung mit Freiluft-Kulturveranstaltungen analog § 21 Abs. 2 der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung geltend machen?

  • Ja: 2022 (66 Prozent)
  • Nein: 1047 (34 Prozent)

Vorbericht

Vergangene Woche gab der Bayerische Fußball-Verband bekannt, dass er eine Klage gegen die Staatsregierung wegen der Ungleichbehandlung des Amateurfußballs in Erwägung zieht. Zuvor wollte der BFV aber die Meinungen der Vereine einholen. Diese hatten bis Montag, 10 Uhr, die Möglichkeit über drei Fragen abzustimmen, unter anderem ob der Re-Start noch in diesem Jahr erfolgen und ob der Verband vor Gericht ziehen soll oder nicht.

Das Ergebnis der Umfrage wird der Verband gegen 15 Uhr bekannt geben. Das bestätigte BFV-Pressesprecher Fabian Frühwirth gegenüber beinschuss.de. Es darf gespannt sein, wie die bayerischen Amateurvereine abgestimmt haben und welche Schritte der BFV daraufhin unternimmt.

ma



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