Klartext: Liveticker-Pflicht? Wie der BFV die Vereine seine Arbeit machen lässt

Beinschuss-Reporter Mano Bonke

Amateur-Vereine brauchen immer mehr freiwillige Helfer, um die Auflagen des BFV erfüllen zu können - ansonsten müssen die Vereine zahlen. Bestes Beispiel: Die Liveticker-Pflicht ab der Bezirksliga.

„Oh mei Gott da spielt man den größten Scheiß und schießt das Tor!“ Diese Aussage fiel nicht etwa am Rande eines Fußballfachsimpelns am Spielfeldrand, sondern ist im BFV-Liveticker des Bezirksliga- Spiels zwischen Miesbach und dem TSV Kastl so nachzulesen.

Denn seit dieser Saison sind alle Amateurklubs ab der Bezirksliga dazu verpflichtet, dem BFV auf dessen Homepage einen Liveticker zur Verfügung zu stellen.  Die Vereine müssen somit  jedes Mal nach einem Freiwilligen suchen, der die Spielgeschehnisse in Echtzeit zusammenfasst. Falls sich niemand findet, wird eine Person vom Verband gestellt, die gegen 30 Euro Auflage den Liveticker schreibt.

Es kann doch nicht sein, dass die Vereine die Arbeit für den Verband erldigen und dafür auch noch bezahlen müssen.

Der Verband möchte damit seine Internetpräsenz stärken, so dass die Leute nicht mehr auf regionalen Fußballportalen nach Ergebnissen schauen, sondern auf der Verbands-Homepage. Die Leidtragenden sind die Vereine, auf deren Rücken dieses Vorhaben ausgetragen wird.

Der Großteil der Klubs kämpft nach wie vor um ehrenamtliche Helfer, die das Vereinsleben unterstützen. Mittlerweile bedarf es immer mehr Freiwillige, um die Auflagen des BFV ordnungsgemäß zu erfüllen. Und 30 Euro von den Vereinen zu verlangen, obwohl es nur der BFV ist, der vom Liveticker profitiert? Das ist alles andere als eine vereinsfreundliche Verbandspolitik und muss nochmal gründlich überdacht werden.

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