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Kommentar: Eine endgültige Entscheidung muss aus Sicht der Fußballer her

Ein Fußball der einen Mundschutz umgebunden hat.
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Amateurfußball in der Corona-Krise

Bayern - Die erhofften Lockerungen im Sport blieben aus. Staatsminister Florian Herrmann gab am Dienstag bekannt, dass der Wettkampfsport weiterhin nicht erlaubt wird. Dabei ging der Minister nicht einmal explizit auf den Sport ein. Nun muss eine Entscheidung her, ob der Re-Start in diesem Jahr noch erfolgt oder nicht.

Der Umgang der bayerischen Regierung mit dem Amateursport entwickelt sich zu einer Farce. Klar ist: die Gesundheit der Spieler und Zuschauer geht vor. Doch worin liegt der Unterschied zwischen einem Konzertbesuch im Freien, der Besuch eines Biergartens oder dem Besuch eines Fußballspiels? Und warum sind Test- aber keine Pflichtspiele erlaubt? Diese Frage stellen sich viele Vereinsfunktionäre, Spieler aber auch User auf unsere Facebook-Seite. Den Ärger der Amateursportler hat sich die Staatsregierung aller spätestens jetzt zugezogen.

Der BFV-Vorstand hat für den Abend eine Sitzung einberufen und will über die weiteren Schritte beraten. Der Verband hat seine Hausaufgaben im Vorfeld gemacht, hat ein  Hygienekonzept erarbeitet, mit dem der Infektionsschutz für Zuschauer gewährleistet ist. Doch die Regierung hat erneut einen Riegel vorgeschoben. Damit scheint der Re-Start-Termin am 19. September erneut vom Tisch zu sein. Nun muss sich der Verband die Frage stellen: Macht es wirklich Sinn noch auf einen Re-Start in diesem Jahr und damit Lockerungen von Seiten der Politik zu hoffen.

Seit sechs Wochen befinden sich die Teams in der Vorbereitung auf den Re-Start

Für die Vereine und die Fußballer bedeutet die Entscheidung vom Dienstag: Wieder warten, wieder Testspiele vereinbaren, wieder die Trainingssteuerung umstellen und wieder hoffen, dass die Politik in zwei Wochen den Pflichtspielbetrieb freigibt. Ob die Kicker darauf noch groß Lust haben, bleibt zu bezweifeln. Training ohne Aussicht auf richtigen Wettkampfsport mag für ein paar Wochen ganz schön sein, das kennen sie aus der Vorbereitung, doch irgendwann wird es auch dem größten Fußballliebhaber zu viel. Seit Anfang August bereiten sich die meisten Teams intensiv auf die Saison vor, das sind nun sechs Wochen! 

Aus Sicht vieler Spieler, aber auch Funktionäre und Vereine, wäre es wahrscheinlich die sinnvollste Variante, wenn in diesem Jahr nicht mehr gespielt wird. Der Verband hat durch die Fortsetzung der Saison 2019/20 keinen Druck, in diesem Jahr noch spielen zu müssen. Der Ligapokal, sowieso nur ein Zusatzwettbewerb, scheint eh vom Tisch zu sein. Dazu kommt: Aufgrund der Wetterbedingungen kann in einzelnen Regionen nur bis Mitte November gespielt werden.

Da stellt sich die Frage: Lohnt es sich, für maximal sechs bis acht Wochen Spielzeit, die Fußballer weiter trainieren und hoffen zu lassen. Am Ende vergrault man so mehr Spieler, als wenn gar nicht erst gespielt wird. Fakt ist: Eine endgültige Entscheidung über die Saison-Fortsetzung in diesem Jahr muss her!

Es bleibt also spannend, was der BFV-Vorstand in seiner Sitzung am Dienstagabend entscheidet. Am Mittwoch soll die Öffentlichkeit informiert werden. Ein weiterer möglicher Schritt wäre eine Klage einzureichen. Dabei könnte sich der BFV mit vielen anderen bayerischen Sportverbänden zusammenschließen. Dies scheint wohl der letzte Ausweg zu sein.

ma



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