Regionalligist verfasste eine offenen Brief

"Ganz übler Beigeschmack" - Schweinfurt kritisiert DFB für Türkgücü-Aufstieg

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In einem offen Brief stellt der 1. FC Schweinfurt im Namen von Geschäftsführer Markus Wolf die Rechtmäßigkeit der Lizenzerteilung von Türkgücü München für die 3. Liga in Frage.

Schweinfurt - Der 1. FC Schweinfurt hat einen offenen Brief an den DFB verfasst. Darin stellt der Regionalligist die Rechtmäßigkeit der Lizenzerteilung von Türkgücü München für die 3. Liga in Frage und kritisiert den Verband. 

Die Saison 2019/20 in der Regionalliga Bayern wird, wie alle anderen bayerischen Amateurligen, ab dem 1. September fortgesetzt. Nicht mehr dabei allerdings ist der Tabellenführer Türkgücü München. Denn der ambitionierte Klub wurde vom Bayerischen Fußball-Verband als Aufsteiger in die 3. Liga gemeldet. Auch die Stadionfrage konnten die Münchner klären. Als uneingeschränktes Stadion gab Türkgücü die FLYERALARM-Arena in Würzburg an, zudem können Heimspiele auch im Grünwalder und im Olympiastadion in München ausgetragen werden. Damit erhielt der Klub die Lizenz für die 3. Liga.

Nun kommt aber Gegenwind auf. Der 1. FC Schweinfurt, der neun Punkte hinter Türkgücü auf Rang zwei lag und selbst seit Jahren vom Aufstieg in die 3. Liga träumt, kritisiert die Lizenzerteilung und stellt deren Rechtmäßigkeit in Frage. In einem offenen Brief wenden sich die Schweinfurter im Namen von Geschäftsführer Markus Wolf an den DFB.

"Ergebnis der Prüfung des DFB nicht nachvollziehbar"

Vor allem das Thema Stadion stößt bei den Unterfranken sauer auf. "Wenn man jetzt bedenkt, dass in dem Statut des DFB zur 3. Liga zum einen geregelt ist, dass ‚das Stadion‘ sich am Sitz des Vereins befinden ‚muss‘ – wobei Ausnahmen möglich sind – und zum anderen, dass ‚das Stadion...für den Spielbetrieb der 3. Liga uneingeschränkt zur Verfügung stehen‘ muss, ist für uns die Mitteilung des DFB bzw. das mitgeteilte Ergebnis der Prüfung durch die Zentralverwaltung des DFB nicht nachvollziehbar", äußert Wolf sein Unverständnis über die Entscheidung. "Wie kann man ein Stadion, welches fast 300 Kilometer vom Vereinssitz entfernt ist und welches in erster Linie von einem Zweitligisten genutzt wird, als Heimspielstätte akzeptieren?"

Laut Wolf habe die Stadt Würzburg Türkgücü eine Absage erteilt 

Der 1. FC weist zudem auf ein Problem mit dem Stadion in Würzburg hin. Denn die Nutzung der Arena ist aufgrund Probleme mit Nachbarn nur unter Auflagen möglich. Laut dem Geschäftsführer habe die Stadt Würzburg einer zusätzlichen Nutzung durch die Münchner sogar eine Absage erteilt. "Wie von Türkgücü dennoch ein Mietvertrag oder eine entsprechende Erklärung dem DFB vorgelegt werden konnte, ist für uns nicht nachvollziehbar, zumal der DFB uns diesbezüglich keinerlei Auskünfte gibt", schreibt Schweinfurts Geschäftsführer Wolf weiter.

Schweinfurt wollte Einsicht in die Lizenzunterlagen von Türkgücü haben

Der 1. FC hat bereits um Einsicht in die Lizenzunterlagen von Türkgücü gebeten, doch der DFB lehnte dies ab. "Diese Informationen wurden uns seitens des DFB aber nicht gegeben, sodass unserer Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Entscheidung nach wie vor bestehen", so Wolf weiter. "Von der in letzter Zeit häufig zitierten Transparenz kann jedenfalls keine Rede sein , stattdessen bleibt hier ein ganz übler Beigeschmack."

Von Seiten des DFB gab es bislang keine Reaktion auf den Brief aus Schweinfurt. Aber das letzte Wort um den Aufstieg von Türkgücü München scheint noch nicht gesprochen zu sein.

ma



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