Ostermünchen gewinnt den Sparkassen-Pokal

Es war einiges geboten am Finaltag des Sparkassen-Pokals.

Schüsse ins Glück: Mit seinem Doppelpack im Finale sicherte Hannes Schaal seinem SV Ostermünchen den Sieg gegen den Sportbund Rosenheim und somit die Sparkassen-Pokal-Trophäe.

„Wos frisst der Biber? Holz, Holz, Holz!“ – mit diesem ungewöhnlichen Schlachtruf feierte der SV Ostermünchen den Gewinn des Sparkassen-Pokals 2013. In einem Herzschlagfinale besiegte die von Ömer Kaya gecoachte Gruppe den Bayernligisten Sportbund Rosenheim mit 3:2. Vor acht Jahren gewann der SVO schon einmal die offizielle Hallenmeisterschaft der Gruppe Chiem. Und es gab vier Parallelen, die schnell aufgelistet sind, zu diesem Erfolg von damals: Klaus Kunert, Hannes Schaal, Hape und Bernd Schiedermeier. Diese Spieler stemmten auch schon im Jahr 2005 die Siegertrophäe in die Höhe und hatten hierbei auch acht Jahre später nichts verlernt.

1860 Rosenheim blamiert sich vor 800 Zuschauern

Dass der SVO sich an diesem Abend gegen alle Mannschaften durchsetzte, war sicherlich eine Überraschung. Doch für die erste Sensation sorgte bereits der TuS Bad Aibling, der sich in der Gruppenphase gegen den Top-Favoriten 1860 Rosenheim durchsetzte und zusammen mit den Sportbündlern ins Halbfinale einzog. Wie es dazu kam ist einfach erzählt: In ihrem ersten Spiel mussten die Sechziger das Feld mit einer 0:5-Klatsche gegen den Stadtrivalen vom Sportbund räumen. Nach einem Fehlpass von Benjamin Birner, der das 1:0 für den SBR nach sich zog, drehten Eyrainer und Co. so richtig auf. Ehe sich der Regionalligist versah, lag er mit 0:3 in Rückstand. Das Team von Dirk Teschke fand an diesem Tag kein Mittel, den Schnellzug vom DJK-Campus zu stoppen und so legte der SBR noch zwei weitere Tore drauf. Um die Blamage der Sechziger ein wenig zu schmälern muss gesagt werden, dass die Mannschaft in dieser Woche einen intensiven Trainingsauftakt hinter sich hatte. Mit einem Sieg gegen den Kreisligisten TuS Bad Aibling hätte sich der Regionalligist trotzdem noch fürs Halbfinale qualifizieren können. Aber auch in diesem Spiel blieben die Edeltechniker um Danijel Majdancevic weit hinter den Erwartungen zurück. Die Aiblinger, die sich im Verlauf des Turniers als Rasselbande einen Namen machte, erzielte zweimal die Führung. 1860 konnte zwar jedes Mal ausgleichen, doch das war am Schluss zu wenig, da die Pritzl-Elf gegen den SBR mit nur 0:1  verlor. So waren die Kleeblättler wegen ihres besseren Torverhältnisses also im Halbfinale.

Für die zweite Überraschung an diesem historischen Pokal-Abend sorgte der TSV Emmering. Das Team von Josef „Moses“ Riedl kegelte den Geheimfavoriten Türkspor Rosenheim aus dem Turnier. Im letzten und entscheidenden Spiel gegen die Türken kämpften sich die Emmeringer zum Sieg und somit ins Halbfinale. Zuvor hatte sich schon der SV Ostermünchen hierfür qualifiziert. Dabei konnte der SVO auf die Unterstützung seiner zahlreichen Fans bauen, die ihre Mannschaft mit Ratschen und Trommeln durch das Turnier trugen. Ein nie gefährdeter 2:0.Sieg gegen Emmering und ein Remis gegen Türkspor reichten der Bezirksliga-Mannschaft zum Einzug ins Halbfinale.  Immer wieder angetrieben von einem überragenden Hape Schiedermeier und einem starken Klaus Kunert glich Ostermünchen gegen die Türken zweimal einen Rückstand aus. Am Ende stand ein 2:2 im Raum, das den SVO fürs Halbfinale qualifizierte und wie bereits angesprochen, für ein Endspiel zwischen Türkspor und Emmering sorgte.

Halbfinale: SVO souverän - SBR mit Schockmoment

Somit war es den Emmeringern und dem Sportbund überlassen, das erste Halbfinale auszuspielen. Der TSV hatte Schaum vorm Mund und ließ sich auch nicht durch den SBR-Führungstreffer nach 15 Sekunden einschüchtern. Ein starker Christoph Kirchlechner sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich, ehe der Sportbund mit 3:1 davonzog. Der Anschlusstreffer zum 3:2 weckte beim A-KIassisten wieder Hoffnung, vor allem weil der Sportbund durch eine Verletzung von Keeper Simon Vockensperger stark geschwächt war. Vockensperger blieb nach einer Rettungsaktion ohne Fremdeinwirkung auf dem Hallenboden liegen und hielt sich das Knie. Die Beinschuss-Redaktion wünscht ihm auf diesem Wege eine rasche Genesung. Andi Sollinger ging für ihn ins Tor und hielt seinen Kasten sauber. So stand der SBR als erster Finalteilnehmer fest.

Alte Bekannte trafen im zweiten Halbfinale aufeinander. Franz Pritzl wollte mit seiner jungen Mannschaft die alten Hasen vom SVO ärgern und ihnen den Finalplatz streitig machen. Schon in der Zwischenrunde trafen beide Teams aufeinander und trennten sich 2:2. Wieder war es Hape Schiedermeier, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte und somit Garant für den letztendlichen 3:1-Erfolg seines Teams war. Das sah auch SVO-Coach Ömer Kaya so: „Alle Spieler haben heute meinen Respekt verdient. Aber was der Hape heute geleistet hat verdient Extra-Respekt.“

Finale: Schaal ebnet den Weg zum Triumph 

SB/DJK Rosenheim gegen den SV Ostermünchen hieß es somit im Endspiel. Auf dem Papier schien diese Begegnung schon entschieden und auch nach dem SBR-Führungstreffer innerhalb von wenigen Sekunden sollte sich dieser Eindruck bestätigen. Doch es ist ja allgemein bekannt, dass der Pokal, egal ob DFB oder Sparkassen, seine eigenen Gesetze hat. Diesmal war es Hannes Schaal der über sich hinauswuchs und seine Ex-Kollegen vom Sportbund ärgerte. Mit zwei Traumtoren sorgte er für das zwischenzeitliche 2:2 – zuvor hatte SBR-Youngster Fabian Dachs die erneute Führung in der elften Minute erzielt. Der entscheidende Treffer war ebenso kurios wie das ganze Turnier zu diesem Zeitpunkt. Interims-Keeper Andi Sollinger hatte gerade einen Schuss von Marco Steinacher abgewehrt und wollte einen schnellen Konter einleiten. Doch SVO-Fuchs Steinacher hielt in diesem Moment seinen Fuß in den Abwurf von Sollinger – von dort aus rollte das Leder ins leere Tor. „Eigentlich ein typisches Berndi-Tor“, war man sich im SVO-Lager einig. Es sollte das letzte und alles entscheidende Tor an diesem Tag sein. Nachdem die letzten Sekunden auf der Uhr abgelaufen waren fraß der Biber bekanntlich Holz, Holz, Holz.

Die Spieler der Siegermannschaft in der Einzelbetrachtung:

Klaus Kunert: Der SVO-Schlussmann wurde zu Recht als bester Torwart der Finalrunde gewählt. Er verhinderte mit seinen Paraden einige Gegentreffer und strahlte von hinten die nötige Ruhe aus, die seine Mannschaft brauchte.

Peter Willmann: Der Neuzugang vom TuS Bad Aibling beschäftigte die gegnerischen Angreifer gut und ließ mit seinem körperbetonten Spiel nur wenige Chancen zu. Er schaltete sich auch immer wieder ins Offensivspiel ein und war der Mann für die spieleröffnenden Pässe.

Naser Humoli: Hut ab vor dem SVO-Opa. Der Defensiv-Allrounder sprang in der Endrunde kurzfristig für den verreisten Wolfgang Mayr ein und war sich auch nicht zu schade, seinen Körper für die Halle herzugeben. Er gab immer 100 Prozent und biss sich in die Gegner fest.

Toni Voglsinger: Der ältere der Vogelsinger-Brüder spielte im Turnier unauffällig aber solide. Mit seinem Ausgleich zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen Türkspor Rosenheim bewies er auch vor dem Tor die nötige Kaltschnäuzigkeit.

Marco Steinacher: Der ehemalige Spielertrainer bewies beim Sparkassen-Pokal, dass er weiß, worauf es im Hallenfußball ankommt. Sowohl Defensiv als auch Offensiv setzte er immer wieder richtungsweisende Akzente.

Max Lampl: Ostermünchens Youngster zeigte im Turnier, dass er vor allem technisch einer der besten seiner Mannschaft ist. Versuchte sich oft im Torabschluss und stellte die gegnerischen Keeper somit vor einige Herausforderung. Leitete aber auch schnelle Konter mit seinem guten Auge ein.

Bernd Schiedermeier: Das Spiegelbild des SVO durfte beim Sparkassen-Pokal endlich einmal wieder als Feldspieler agieren. Bei den restlichen Turnieren stand er zwischen den Pfosten. Er gab auch in der Halle nie auf und rackerte unermüdlich.

Hape Schiedermeier: Der nächste SVO-Oldie zeigte dem Publikum, dass die Halle nach wie vor sein zu Hause ist. Nahm sich auch mal aus größeren Distanzen ein Herz und zog ab – mit Erfolg. Ließ sich auch in Sachen Kondition von den jungen Gegenspielern nicht beeindrucken und hielt mit. Bester Mann beim SVO.

Hannes Schaal: Der Stürmer war der uneingeschränkte Matchwinner im Finale. Mit seinen beiden Traumtoren brachte er den SVO wieder zurück ins Spiel. Half seiner Mannschaft auch in der Abwehr aus, fuhr mit seiner Schnelligkeit viele Konter und blieb dann vorm Tor immer eiskalt.

Ömer Kaya: Spätestens nach diesem Erfolg ist Kaya der unangefochtene Hallen-Coach beim SVO. Er fand das richtige Maß seine Mannschaft als Freund und Trainer den Weg zu weisen. Mit konkreten taktischen Anweisungen half er seinem Team hinter der Bande.

Die restlichen Platzierungsspiele wurden per Siebenmeterschießen entschieden. Vom Punkt aus sicherte sich der TSV Emmering den dritten Platz und verwies den TuS Bad Aibling auf Platz vier. Für weitere Diskussionen sorgten die Sechziger bei ihrem Spiel gegen Türkspor Rosenheim. Die Rothemden schenkten eine 3:1-Führung her und unterlagen den Türken dann auch noch im Siebenmeterschießen. Damit konnten auch die letzten Ausreden von einer harten Trainingswoche nicht mehr zählen.

Die Ergebnisse:

Gruppe A: SB Rosenheim – Tus Bad Aibling 1:0, SB Rosenheim – 1860 Rosenheim 5:0, TuS Bad Aibling – 1860 Rosenheim 2:2.

Tabelle: 1. SB Rosenheim 6:0 Tore/6 Punkte, 2. TuS Bad Aibling 2:3/1, 3. 1860 Rosenheim 2:7/1.

Gruppe B: SV Ostermünchen – TSV Emmering 2:0, SV Ostermünchen – Türkspor Rosenheim 2:2, TSV Emmering – Türkspor Rosenheim 2:0.

Tabelle: 1. SV Ostermünchen 4:2/4, 2. TSV Emmering 2:2/3, 3. Türkspor Rosenheim 2:4/1.

Halbfinalspiele: SB Rosenheim – TSV Emmering 3:2, SV Ostermünchen – TuS Bad Aibling 3:1.

Spiel um Platz 5: 1860 Rosenheim – Türkspor Rosenheim 5:7 n.S.

Spiel um Platz 3: TSV Emmering – TuS Bad Aibling 6:5 n.S.

Finale: SB Rosenheim – SV Ostermünchen 2:3.

Bester Torwart: Klaus Kunert (SV Ostermünchen).

Bester Spieler: Onur Kaya (SB Rosenheim) (bok)

 

Fotos: Mano Bonke

 



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