Exklusiv-Interview mit dem gebürtigen Rosenheimer

Hachings Co-Trainer Robert Lechleiter: „Der Verein bedeutet mir sehr viel“

Robert Lechleiter ist seit dieser Saison Co-Trainer der Profimannschaft der SpVgg Unterhaching.
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Robert Lechleiter ist seit dieser Saison Co-Trainer der Profimannschaft der SpVgg Unterhaching.

Unterhaching - Robert Lechleiter, geboren in Rosenheim, war bis Sommer 2018 Trainer bei seinem Heimatverein TSV Aßling, ehe es in die Jugendabteilung der SpVgg Unterhaching ging. Seit diesem Sommer ist der 40-Jährige Co-Trainer der Profimannschaft. beinschuss.de hat exklusiv mit Lechleiter über die bisherige Saison und das Traineramt beim TSV Aßling gesprochen.

Als Profi spielte Robert Lechleiter bei der SpVgg Unterhaching, Hansa Rostock und dem VfR Aalen, wo ihm der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelang. Seine fußballerischen Anfänge machte der in Rosenheim geborene Angreifer beim TSV Aßling, wo er nach seiner Profi-Karriere im Winter 2016 seine erste Trainerstation antrat.

Mit dem TSV Aßling gelang Lechleiter der Aufstieg in die Kreisklasse

Mit dem damaligen A-Klassisten gelang dem 40-Jährigen im Sommer 2018 der Aufstieg in die Kreisklasse. Nach zweineinhalb Jahren wechselte Lechleiter in das Nachwuchsleistungszentrum der SpVgg Unterhaching und trainierte dort die U19. Seit dieser Saison ist der Ex-Profi nun zusammen mit Roman Tyce Co-Trainer von Arie van Lent. Am Samstag spielt die SpVgg auswärts gegen den KFC Uerdingen. beinschuss.de tickert ab 13.30 Uhr die Partie live.

beinschuss.de hat exklusiv mit Lechleiter über seine neue Aufgabe, die aktuelle Situation und seine Zeit beim TSV Aßling gesprochen.

Hallo Herr Lechleiter, Sie sind seit dieser Saison zusammen mit Roman Tyce Co-Trainer von Arie van Lent in der Profimannschaft der SpVgg Unterhaching. Wie gefällt Ihnen die neue Aufgabe?
Robert Lechleiter: Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Ich war zuvor U19-Trainer und da wir im Verein generell zwischen Jugend und Profis sehr eng verzahnt sind, hat sich für mich nicht so viel geändert. Wir verstehen uns im Trainerteam generell sehr gut und mit Roman habe ich ja bereits 2007 zusammen bei Unterhaching gespielt. Es passt seit dem ersten Tag.”
Wie ist Ihre Rolle innerhalb des Trainerteams und welche Aufgaben haben Sie?
Lechleiter: Wir teilen und das Aufgabenfeld immer sehr gut auf. Arie van Lent gibt natürlich vor, wo er die Schwerpunkte in dieser Woche sieht und dann planen wir zusammen das Training. Wir sprechen über alles zusammen und verteilen die Aufgaben im Trainingsbetrieb gut auf.
Sie haben selbst lange bei der Spielvereinigung gespielt und haben dort ihre ersten Profi-Schritte gemacht. Was bedeutet Ihnen der Verein und was macht ihn so besonders?
Lechleiter: Unterhaching bedeutet mir sehr viel. Dass ich jetzt als Trainer erst in der U19 und jetzt bei den Profis zurückkommen durfte, ist für mich was ganz besonderes. Da hat sich der Kreis geschlossen. Wir versuchen das Beste aus der Mannschaft herauszuholen und wollen die jungen Spieler aus unserem Nachwuchsleistungszentrum in die 1. Mannschaft integrieren. Das ist uns extrem wichtig.
Wie bewerten Sie den Saisonstart Ihrer Mannschaft?
Lechleiter: Nach der Last-Minute-Niederlage gegen Zwickau haben wir drei Siege in Folge eingefahren. In der englischen Woche haben wird dann keinen Punkt geholt. Da ist für den Aufwand, den wir betrieben haben, am Ende zu wenig herausgekommen. Wir hätten durchaus den ein oder anderen Punkt mehr einfahren können oder sogar müssen - gerade wenn man die Art und Weise sieht, wie wir oft gespielt haben. Man darf diesen Spielen aber jetzt nicht nachtrauern. Die Tabelle verzerrt aktuell etwas, da wir erst sieben Spiele absolviert haben. Wir müssen jetzt schauen, dass wir wieder punkten und uns belohnen.
In der Offensive hakt es noch, in den ersten sieben Spielen erzielte Ihre Mannschaft sechs Tore.
Lechleiter: Wenn man in der englischen Woche nur ein Tor schießt, ist klar, dass darüber gesprochen wird. Wir haben die spielfreie Zeit genutzt, um im Training explizit das Augenmerk auf diesen Bereich zu legen. Wir müssen so weiterspielen wie bisher, aber uns eben auch dafür belohnen. Am besten schon am Samstag gegen den KFC Uerdingen.
Vier Stammkräfte fehlen. Wie weh tun diese Ausfälle?
Lechleiter: Natürlich fehlen uns diese Spieler, aber die fehlen bereits seit dem Saisonstart. Aber jammern bringt nichts. Wir haben die Ausfälle in dieser Saison bereits gut aufgefangen und das wird uns auch in Zukunft gelingen.
Immer wieder kommt es auch in der 3. Liga aufgrund der Corona-Pandemie zu Spielausfällen. Wie gehen Sie und Ihr Trainerteam damit um und wie wirkt sich das auf die Mannschaft aus?
Lechleiter: “Bis zum 7. Spieltag waren wir nicht wirklich davon betroffen. Dann hat es uns eben zweimal in Folge erwischt. Jetzt hatten wir fast drei Wochen lang kein Spiel. Das müssen wir aber, wie jeder andere Verein in der Liga, so hinnehmen. Wir hoffen natürlich, dass es aufgrund des engen Terminkalenders nicht allzu oft passiert. Die Jungs haben die Situation aber gut angenommen und sind dafür umso heißer am Samstag gegen Uerdingen wieder spielen zu dürfen.”
Wo sehen Sie in den kommenden Wochen noch Verbesserungsbedarf im Spiel Ihrer Mannschaft?
Lechleiter: Wir müssen uns einfach für unsere guten Leistungen mehr belohnen. Wir haben viel Ballbesitz, lösen vieles fußballerisch, aber vorne lassen wir noch Chancen liegen. Wir haben uns das Ziel gesetzt, dies in den kommenden Wochen zu ändern.
Sie haben nach Ihrer Profikarriere die ersten Trainer-Schritte bei Ihrem Jugendverein TSV Aßling gemacht. Können Sie aus dieser Zeit für Ihre Arbeit in Unterhaching etwas mitnehmen?
Lechleiter: Nach der Profi-Zeit war es schön, wieder bei meinem Heimatverein arbeiten zu dürfen. Aber natürlich ist das jetzt was komplett anderes. Ich habe in Aßling den Anfang gemacht und konnte dort herausfinden, ob mir das überhaupt Spaß macht, als Trainer zu arbeiten.
Was sind Ihre Erinnerungen an die Zeit beim TSV Aßling?
Lechleiter: Es war eine schöne Zeit. Wir hatten eine gute Mannschaft und gute Jungs. Egal ob auf oder neben dem Platz. Gekrönt haben wir das mit dem Aufstieg in die Kreisklasse im Jahr 2018.
Verfolgen Sie noch, was der TSV Aßling so treibt?
Lechleiter: Ja na klar. Zu einigen ehemaligen Spielern habe ich auch noch Kontakt. Zudem schaue ich immer, wie die Ergebnisse so sind. Schade, dass sie derzeit nicht weiterspielen dürfen. Sie stehen ja aktuell gut da in der Tabelle.
Im Sommer 2019 wechselten Sie in die Jugendabteilung der SpVgg Unterhaching und wurden Coach der U19. Wo ist hier der große Unterschied zu der Arbeit bei den Profis?
Lechleiter: Die Trainingsintensität und die Geschwindigkeit ist bei der Profimannschaft höher. Die Belastung und der Trainingsumfang sind größer, da die Jungs in der Jugend auch noch in die Schule gehen. Dazu kommt noch die Gegneranalyse, wo man im Profibereich ganz andere Möglichkeiten hat.
Können Sie sich vorstellen, mal Cheftrainer zu werden?
Lechleiter: Ich bin mit meiner Arbeit als Co-Trainer aktuell sehr zufrieden. Was in der Zukunft passiert, darüber mache ich mir jetzt keine Gedanken.
Sie waren selber lange Profi, was waren Ihre Karriere-Highlights?
Lechleiter: Da gab es viele. Das ist rückwirkend schwer zu sagen. Der Aufstieg mit dem VfR Aalen in die 2. Liga gehört sicherlich auch dazu. Aber gerade bei Haching hatte ich als Spieler eine superschöne Zeit und wir waren sehr erfolgreich. Für mich als Profi war jedes Spiel besonders, weil es nicht selbstverständlich ist, dass man auf so einem Niveau spielen kann. Deshalb ist es schwierig, hier einzelne Highlights hervorzuheben.
Herr Lechleiter, vielen Dank für das Interview.

ma

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