Unter den Vereinen aus dem Berchtesgadener Land

Umfrage zu Amateursport-Lockerungen: „Maßnahmen sind keine große Hilfe “

Zwei Spieler kämpfen um den Ball.
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Fußball (Symbolbild)

Der Stufenplan im Amateur- und Breitensport sieht eine schrittweise Öffnung anhand von Inzidenzwerten vor. beinschuss.de hat sich in einer Blitzumfrage bei einigen Vereinen aus dem Raum Berchtesgadener Land umgehört, wie sie zu den Beschlüssen stehen.

Landkreis Berchtesgadener Land - Bei der Bund-Länder-Konferenz in der vergangenen Woche beschloss die Politik einen Stufenplan, der schrittweise Öffnungen vorsieht. Seit Montag, den 8. März, ist bei einer Inzidenz unter 50 kontaktfreier Sport unter freiem Himmel in Gruppen bis maximal zehn Personen wieder erlaubt. Bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 ist Außensport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten und „maximal von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich“ kontaktfrei möglich. Stand Freitag (12. März) hat der Landkreis Berchtesgadener Land eine 7-Tage-Inzidenz von 85,9.

Die Meinungen von Vereinsvertretern in der Blitzumfrage

Bleibt der Inzidenzwert über 14 Tage stabil, erfolgen weitere Lockerungsschritte. beinschuss.de hat in einer Blitzumfrage bei einigen Vereinsvertretern aus dem Landkreis Berchtesgadener Land nachgefragt, wie sie die beschloßenen Maßnahmen einschätzen und ob sie damit zufrieden sind.

Marcus Dinkler (1. Abteilungsleiter SV Saaldorf):

„Leider haben wir durch den Stufenplan und der stets schwankenden Inzidizenzahlen keine Planbarkeit erhalten. Die Kinder und Jugendlichen unter 14 Jahren haben diese Woche das erste Mal kontaktfrei trainiert, eventuell beginnen kommende Woche auch die Mädchenmannschaften. Die Reaktionen der Eltern waren super, sie sind froh, dass ihr Nachwuchs wieder Sport treiben kann. Zwar ist alles weiterhin kontaktfrei, aber besser so, als gar kein Training. Der Rest muss noch warten, da werden wir sehen wann wir starten. Die Sache mit den Selbsttest wirft für mich viele Fragen auf, denn für einen Verein ist das kaum zu stemmen. Dennoch ist jetzt etwas Optimismus spürbar und jeder im Verein ist und wäre froh, wieder auf den Platz zurückzukehren. Das wäre auch für die Psyche enorm wichtig.“

Moritz Bauregger (1. Abteilungsleiter TSV Teisendorf):

„Es ist aus unserer Sicht ein kleines Signal, aber viel hilft es uns nicht weiter und ist zu wenig. Wir fangen zunächst einmal nicht mit einem Trainingsbetrieb an. Wir wollen die Entwicklung abwarten und in zwei Wochen schauen wir weiter. Schön wäre es, wenn wir vor Ostern wieder starten könnten, wenn die Inzidenzen konstanter werden. Wir wollen nicht wieder alles abbrechen müssen. Bei den Kindern sind wir jetzt erst einmal froh, dass sie wieder in die Schule gehen können. Dennoch war es wichtig, dass für sie Möglichkeiten geschaffen wurden. Denn sie brauchen Bewegung.“

Manfred Oellerer (1. Abteilungsleiter BSC Surheim):

„Für uns haben die Lockerungen nichts mit Fußballtraining zu tun, weshalb wir keinen Trainingsbetrieb aufnehmen. Als ich die Maßnahmen gelesen habe, musste ich mit dem Kopf schütteln, weil es aus meiner Sicht keinen Sinn macht. Wie willst du bei Kindern kontaktlos trainieren, das ist sehr schwierig. Zudem haben die Vereine wieder keine Planbarkeit erhalten. Ich finde es sehr traurig, weil keiner genau weiß, wie es in der nächsten Zeit weitergehen soll.“

Andreas Reichenberger (1. Abteilungsleiter ASV Piding):

„Wir machen das, was wir machen können. Wir haben jetzt intern besprochen, dass wir frühestens ab dem 22. März starten werden. Die Lockerungen sind ein gutes Zeichen für die Kinder und die Trainer stehen in den Startlöchern. Aber wir müssen erst einmal unser Hygienekonzept überarbeiten, was leider viel Arbeit ist. Wir machen einfach das Beste aus der aktuell schwierigen Situation.“

Robert Oßwald (1. Abteilungsleiter TSV Bad Reichenhall):

„Im Prinzip finden wir die Maßnahmen gut und sind froh, dass die Politik den Sport auf der Agenda hat. Wir besprechen jetzt erst einmal intern, wie und ab wann wir die Lockerungen umsetzen können. Es ist aber ein wichtiger Schritt für die Kinder und Jugendlichen. Sie brauchen den Sport und sie sollten mehr im Fokus stehen als die Senioren.“

Andreas Sprinzing (1. Abteilungsleiter SC Anger):

„Für uns hat sich an der Situation nichts geändert. Die Plätze sind weiterhin von der Gemeinde gesperrt und fußballspezifisches Training es sowieso nicht erlaubt. Für uns sind die Maßnahmen deshalb keine große Hilfe und die Umsetzung auch nicht machbar. Vor allem bei den Kindern finde ich kontaktloses Training schwer bis hin zu unmöglich umzusetzen. Zudem sind wir im Berchtesgadener Land derzeit froh, dass die Kinder wieder in Schule gehen können. Festzuhalten bleibt, dass das Signal für uns zu wenig war und für uns kein Ende am Licht des Tunnels zu erkennen ist.“

Christian Schmidbauer (Abteilungsleiter SV Laufen):

„Wir haben bereits beschlossen, dass wir erst nach Ostern und wahrscheinlich am 12. April den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen werden. In dieser Zeit hoffen wir auf weitere Lockerungen. Vor allem die Sache mit den Schnelltest wollen wir nicht, wer soll das auch kontrollieren? Zudem kann ich kontaktfreien Sport auch im Garten machen, deshalb bringen die beschlossenen Lockerungen aus unserer Sicht für die Fußballer nichts.“

ma

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