Unter den Vereinen aus dem Raum Traunstein

Umfrage zu Amateursport-Lockerungen: „Wir hätten uns mehr gewünscht“

Im Vordergrund eine Eckfahne. Im Hintergrund ein Fußballplatz.
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Fußball (Symbolbild)

Der Stufenplan im Amateur- und Breitensport sieht eine schrittweise Öffnung anhand von Inzidenzwerten vor. beinschuss.de hat sich in einer Blitzumfrage bei einigen Vereinen aus dem Raum Traunstein umgehört, wie sie zu den Beschlüssen stehen.

Landkreis Traunstein - Bei der Bund-Länder-Konferenz am vergangenen Mittwoch beschloss die Politik einen Stufenplan, der schrittweise Öffnungen vorsieht. Seit Montag, den 8. März, ist bei einer Inzidenz unter 50 kontaktfreier Sport unter freiem Himmel in Gruppen bis maximal zehn Personen wieder erlaubt. Bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 ist Außensport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten und „maximal von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich“ kontaktfrei möglich. Stand Dienstag (9. März) hat der Landkreis Traunstein eine 7-Tage-Inzidenz von 69,9.

Die Meinungen von Vereinsvertretern in der Blitzumfrage

Bleibt der Inzidenzwert über 14 Tage stabil, erfolgen weitere Lockerungsschritte. beinschuss.de hat in einer Blitzumfrage bei einigen Vereinsvertretern aus dem Landkreis Altötting nachgefragt, wie sie die beschloßenen Maßnahmen einschätzen und ob sie damit zufrieden sind.

Thomas Dengel (Sportlicher Leiter des SV Kirchanschöring):

„Die Lockerungen sind ein wichtiges Zeichen, aber wir brauchen noch eine bessere und planbarerer Perspektive. Dass die Kinder wieder starten dürfen, ist uns brutal wichtig. Wir beginne morgen mit den Kleinfeldmannschaften und alle brennen darauf wieder auf den Platz zurückzukehren. Derzeit befinden wir uns auch in den Planungen für die älteren Jahrgänge und sprechen dort auch mit den Schulen. Eventuell können wir immer an den Tagen trainieren, wenn die Kinder in der Schule ihren Schnelltest gemacht haben. Bei den Herren sind wir derzeit in der Online-Vorbereitung und hoffen, dass wir Ende März oder Anfang Aprill auf den Platz zurückkehren können. Die Frage ist und bleibt aber, wie man als Verein die ganze Maßnahmen in Zukunft stemmen kann.“

Uli Habl (Abteilungsleite SB Chiemgau Traunstein):

„Der Stufenplan gibt uns keine Planungssicherheit und ist am Ende doch sehr schwammig. Vor allem gibt er uns keine Aussicht auf einen geregelten Spielbetrieb. Zumindest haben sie für die Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahren ein wichtiges Zeichen gesetzt. Der Nachwuchs ist das Wichtigste. Jetzt hoffen wir, dass auch bald die älteren Jahrgänge berücksichtigt werden.“

Hans Geiger (Abteilungsleiter TSV Siegsdorf):

„Wir sind zwar froh, dass das Thema Breiten- und Amateursport bei der Politik auf der Agenda stand, aber wir werden die Lockerungen vorerst nich umsetzen. Dies gilt auch bei den Kindern. Zum einen sind die Plätze bei uns immer noch gesperrt und zum anderen ist für uns die aktuelle Situation noch zu schwankend. Wir werden wohl erst nach Ostern einsteigen und wir hoffen, dass bis dahin die Inzidenzwerten konstant zumindest zwischen 50 und 100 bleiben. Wir haben nach den Erfahren im vergangenen Jahr bereits gesagt, entweder startetn wir voll oder gar nicht.“

Xaver Utzinger (Abteilungsleiter SV Ruhpolding):

„Allgemein sehen wir die Lockerungen sehr positiv, doch wir können damit leider nichts anfangen. Bei uns spielen die Witterungsverhältnisse noch nicht mit, sodass wir die Plätze noch gar nicht nutzen können. Zudem machen wir kein kontaktfreies Fußballtraining mit den Kindern. Wir peilen stand jetzt den 22. März mal an, um dann eventuell mit dem Training zu starten.“

Sebastian Gorzel (Abteilungsleiter Jugend):

„Direkt als die Meldung mit den Lockerungen im Amateursport öffentlich wurde, haben sich Eltern bei uns gemeldet wann wir starten. Deshalb haben wir uns schnell dazu entschlossen ein Training anzubieten und sind direkt am Montag eingestiegen. Die Kinder und die Trainer waren Feuer und Flamme und hatten richtig Lust darauf wieder zu trainieren. Wir starten jetzt von der G- bis zur D-Jugend und schauen wie das Ganze funktioniert. Wir freuen uns sehr, dass wir den Kindern wieder etwas anbieten und sie wieder zu uns kommen können. Mit den Herren warten wir noch zwei Wochen ab. Jetzt schauen wir jeden Tag wie sich die Inzidenzen entwickeln und hoffen, dass sie nicht über 100 steigen.“

Manfred Tausch (Abteilungsleiter TSV Heiligkreuz):

„Wir starten ab morgen mit der F- und E-Jugend. Wir haben hier eine Umfrage gemacht und die Eltern und die Kinder wollten, dass wir wieder starten. Dennoch hätten wir uns mehr gewünscht, denn für die älteren Jahrgänge und die Jugend hat sich nicht viel geändert. Zudem ist das alles immer noch mit sehr viel Aufwand und Bürokratie für alle Trainer verbunden. Je länger der Lockdown dauert, umso mehr habe ich die Angst, dass uns ältere Spieler aus dem Herrenbereich wegbrechen.“

Michael Schörgnhofer (Abteilungsleiter SV Kay):

„Grundsätzlich begrüße ich jeden Öffnungsschritt für Kinder und wir werden ab nächster Woche für die jungen Jahrgänge ein konaktfreies Training anbieten. Auf uns sind bereits Eltern zugekommen und haben gefragt, wann und ob wir mit einem Trainingsbetrieb starten. Leider sind aber die einzelnen Schritte schwer zu verstehen. Zudem ist meine Meinung, dass wir weg kommen müssen von den Inzidenzen, weil es sonst nicht gleichberechtigt ist. Auch ein tagesaktueller Test, wie er in der zweiten Phase vorgeschrieben ist, ist für uns als Verein nicht möglich. Alles was dort beschlossen wird, muss einfach für die Vereine in der Praxis anwendbar sein und das ist es leider nicht immer.“

Walter Andrasch (TSV Altenmarkt):

„Für uns sind die Maßnahmen nicht zielführend, weil sie zum einem nicht eindeutig sind und alles über Inzidenzen geregelt wird, die nicht steuerbar sind. Dadurch haben wir als Verein keine Planungssicherheit. Wir wissen aktuell nicht, was wir machen sollen und das was wir machen dürfen, ist für uns zu wenig. Im Herrenbereich hat keiner lange Lust auf kontaktloses Training und wie das mit den Tests funktionieren soll, ist mir auch ein Rätsel. Deshalb werden wir mit allen Mannschaften wohl erst Ostern herum starten und wer bei den Damen und Herren will, kann in zwei Wochen eventuell trainieren. Aber die Situation ist und bleibt unbefriedigend, unverständlich und frustrierend.“

ma

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