Unter den Vereinen aus dem Raum Altötting

Umfrage zu Amateursport-Lockerungen: „Müssen Inzidenzwerte nach unten bekommen“

Fußballplatz (Symbolbild)
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Fußballplatz (Symbolbild)

Der Stufenplan im Amateur- und Breitensport sieht eine schrittweise Öffnung anhand von Inzidenzwerten vor. beinschuss.de hat in einer Blitzumfrage unter einigen Vereinen aus dem Raum Altötting nachgefragt, wie sie zu den Beschlüssen stehen.

Landkreis Mühldorf - Bei der Bund-Länder-Konferenz am vergangenen Mittwoch beschloss die Politik einen Stufenplan, der schrittweise Öffnungen vorsieht. Seit Montag, den 8. März, ist bei einer Inzidenz unter 50 kontaktfreier Sport unter freiem Himmel in Gruppen bis maximal zehn Personen wieder erlaubt. Bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 ist Außensport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten und „maximal von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich“ kontaktfrei möglich. Stand Dienstag (9. März) hat der Landkreis Altötting eine 7-Tage-Inzidenz von 100,4, damit droht eine Corona-Notbremse.

Die Meinungen von Vereinsvertretern in der Blitzumfrage

Bleibt der Inzidenzwert über 14 Tage stabil, erfolgen weitere Lockerungsschritte. beinschuss.de hat in einer Blitzumfrage unter einigen Vereinsvertretern aus dem Landkreis Altötting nachgefragt, wie sie die beschloßenen Maßnahmen einschätzen und ob sie damit zufrieden sind.

Andreas Huber (Geschäftsführer SV Wacker Burghausen):

„Wir blicken mit gemischten Gefühlen auf die beschlossenen Maßnahmen. Den Vereinen wurde zwar eine Perspektive aufgezeigt, aber es sind leider keine schnellen Lösungen und auch keine für einen geregelten Spielbetrieb. Wir fühlen uns zwar mit unserem Anliegen gehört (der SV Wacker veröffentlichte mit anderen 13 Großvereinen aus Bayern ein Positionspapier Anm. d. Red.), aber nicht zu 100 Prozent. Zumindest sind für die Kinder und Jugendlichen die Lockerungen positiv, aber für uns gilt, dass die Inzidenzwerte im Landkreis Altötting nach unten gehen müssen. Zudem sind für uns noch viele Fragen offen. Sobald es möglich ist, wollen wir aber wieder starten.

Ralf Peiß (Abteilungsleiter SV Erlbach):

„Wir können damit überhaupt gar nichts anfangen. Wir warten, bis wir etwas Vernünftiges vom BFV und damit eine richtige Perspektive bekommen. Ansonsten macht das alles aus unserer Sicht keinen Sinn. Aber wir sehen dem Ganzen gelassen entgegen, wir können sowieso nichts ändern.“

Christoph Huber (2. Abteilungsleiter FC Töging):

„Ich persönlich freue mich sehr darüber, dass die Kinder und Jugendliche in den Vordergrund gerückt wurden. In den letzten Wochen haben mich viele Eltern gefragt, wann ihre Kinder wieder in unserem Verein Sport treiben können. Wir sind vorbereitet und würden uns freuen, wenn wir wieder starten können. Wichtig wird aber sein, dass wir die Inzidenzwerte nach unten bekommen.“

Jochen Brehm (2. Abteilungsleiter TSV Kastl):

„Wir haben zwar durch die Lockerungen eine Öffnungsperspektive erhalten, aber die Umsetzung ist dann doch recht fraglich. Wir haben für uns intern bereits beschlossen, dass wir vor dem 5. April nicht starten werden, vor allem das Thema Schnelltests wäre für uns nicht zu bewerkstelligen. Diese Maßnahme gilt wohl auch für das Training von Kindern und Jugendlichen.“

Dieter Meilinger (Abteilungsleiter SV Mehring):

„Wir haben die Beschlüsse positiv aufgenommen und jeder im Verein strebt danach wieder beginnen zu können. Vor allem für die Kinder und Jugendlichen, die aus meiner Sicht wichtiger sind als die Erwachsenen. Sie befinden sich in der Prägungsphase und es besteht die Gefahr, dass sie sich vom Sport abwenden. Dennoch sehe ich mit Blick auf die Inzidenzwerte in unserem Landkreis wenig Chancen, dass wir mit einem Trainingsbetrieb starten können. Zwar sind die lokalen Regelungen gut, doch für einen Spielbetrieb sind diese nicht anwendbar. Mann muss die Sachlage mit Ruhe betrachten und keine überhasteten Schritte vollziehen.“

Franz Holzlechner (Abteilungsleiter SG Tüßling-Teising):

„Für uns hat sich im Grunde nichts verändert. Mit diesen Beschlüssen ist weiterhin keine Planung für die Vereine möglich. Meiner persönlichen Meinung nach wird sich viel zu viel an den Inzidenzzahlen orientiert. Vor allem für die Kinder und Jugendliche tut es mir leid. Sport im Freien würde ihnen gut tun. Wir sehen natürlich auch, dass die Verbände jetzt Druck machen, aber am Ende entscheidet die Politik.“

Bene Wibmer (Abteilungsleiter TV Altötting):

„Wir haben die Nachricht über die Lockerungen mit Freude aufgenommen. Wir sind froh, dass die Politik jetzt auch den Amateursport in den Fokus rückt, nicht nur den Profisport. Wir haben uns natürlich schon Gedanken über den Start gemacht, aber die Inzidenzwerte lassen es aktuell nicht zu. Deshalb sind wir verhalten optimistisch und müssen erstmal schauen, wie sich die Zahlen entwickeln.“

Wolfgang Hirn (Abteilungsleiter SV Unterneukirchen):

„Wir finden es gut, dass die Kinder wieder raus dürfen und Sport treiben können. Hier würden wir gerne ab dem kommenden Montag starten. Bei den Herren befürchten wir allerdings, dass es ein ständiges Auf und Ab wird. Das Worst-Case-Szenario wäre, wenn wir eine Woche aufsperren dürfen und dann eine Woche später wieder schließen müssten. Ich glaube, das würde sich demotivierend auf jeden auswirken.“

ma

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